• Mausebande-Kalender 2019
    Auch während der Forums-Rettungs-Aktion waren wir fleißig: Der Kalender und die Mauspads wurden fertig gestaltet und wird sich in wenigen Tagen endlich auf den Weg zu euch machen.
    Spontan Lust bekommen? Akute Geschenke-Ideenlosigkeit? Einige Restexemplare sind noch zu haben.
    hier findet ihr alle Infos für eure Bestellung.
    Beeilt euch - es sind nur noch 20 Kalender, 6 Jahresposter und 28 Mauspads verfügbar.

Dauerkrank

#1
Hallo ihr Lieben!

Neue Mäuse, neue Probleme:

Michelle und Molly kamen im Alter von ca 3 Monaten zu mir. Das war vor ca 2 Monaten. Rocky und Trixi waren die Überbleibsel der zuvor plötzlich ausgedünnten Gruppe (Ursache eher in Richtung Raumforderung). Wenige Wochen darauf begann Michelle mit äusserst kräftigem Niesen.

1) Michelle:
Sie nieste wirklich konstant, das waren sicher tausend mal pro 24 Stunden. Kein Ausfluss aus der Nase sichtbar. Aber sie hat mir auch schon ins Gesicht gerotzt, also feucht war es zumindest teilweise schon. Binnen kürzester Zeit machte sich Unwohlsein bei ihr bemerkbar. Sie schlief den ganzen Tag durch, wie ein Stein, ich konnte sie mehrfach kräftig anstupsen und nicht einmal ihre Ohren haben sich bewegt. Sie war wie im Koma. Zwischendurch ging sie fressen und trinken, aber sonst war sie relativ inaktiv.

Von hier an alles in Absprache mit einem mäusekundigen Tierarzt:

Therapie:
  • Baytril -> 1 volle Woche ohne Wirkung
  • Chloramphenicol mit Novalgin -> leichte Besserung.
  • Chloramphenicol mit Metacam und einem Theophillin- Lasix- Mix (TL) -> deutliche Besserung.

Nach insgesamt ca vier Wochen Dauerbehandlung fühlt sie sich wieder pudelwohl, ist sehr aktiv, dauerhungrig, sportlich (Laufrad, Laufteller, klettern, buddeln), schläft zwar immer noch wie ein Stein, aber dafür nicht mehr durchgehend 16 Stunden o.ä. Sie niest weiterhin, sicher ein paar hundert mal am Tag, allerdings eher geblockt und völlig unabhängig von ihrem Aufenthaltsort (Haus, Strohbommel, grosser Stall mit Hanfeinstreu, kleiner Stall mit ausschliesslich Rindeneinstreu, obere Etage ohne jegliche Einstreu, Frisch gemachter Stall ebenso wie 10 Tage alter Stall, etc). Im Grossen und Ganzen niest sie weitaus weniger und auch schwächer und geht durchaus als "Happy- Mouse" durch. Aber sie niest dennoch.

2) Rocky:
Mein dreijähriger kastrierter Mäusemann fing etwa zwei Wochennach Michelle ähnlich an. Allerdings von jetzt auf gleich mit heftigsten Niesattacken, so dass er sogar mehrfach dabei umgefallen ist. Die Nase hat er sich blutig gewischt (er hatte aber auch eine ungepflegte Kralle). ich dachte, das war es jetzt mit ihm.

Therapie:
  • Zunächst Chloramphenicol, danach Baytril, Metacam und TL -> schnelle und scheinbar vollständige Genesung binnen unter 1 Woche.

Leider ist er drei Wochen danach plötzlich verstorben. Er holte sich sein Leckerli, fraß es und Minuten später verstarb er an einem seiner Lieblingsplätze. Die Art des Auffindens lässt darauf schliessen, dass er binnen Sekunden verstorben ist (Herzinfarkt, Schlaganfall, etc). Das lässt sich schwer auf die vermeintlich vollständig abgeheilte Krankheit schieben. ich nenne ihn an dieser Stelle trotzdem, nur für den Fall einer möglichen Kausalkette.

3) Molly:
Kurz nachdem Rocky wieder genesen war, fing Molly mit Schnattern, Niesen und sichtbarem Unwohlsein an; angelegte Ohren, struppiges Fell und ständiges "Husten" - so wirkt es wirklich; ihr ganzer Körper zieht sich zusammen und dann stösst sie einen recht lauten einmaligen Knatterlaut aus. Sie hatte keine für mich merkbaren Schlafphasen mehr, war dauernd wach und dementsprechend beieinander.

Therapie:
  • Chloramphenicol und Novalgin und TL -> keine Besserung.
  • abends Baytril und Metacam und TL-> leichte Besserung.
  • morgens Novalgin und TL, abends Metacam, Baytril und TL -> nochmals leichte Besserung.

Und das ist der aktuelle Status, seit etwa 1 1/2 Wochen.

Sie frisst wie ein Scheunendrescher, dies allerdings nur zwei mal täglich. Sie trinkt ausreichend. In allen Wasserquellen ist Echinazea (6- 8 Tropfen auf 50ml) beigemischt. Sie "hustet" nicht mehr ständig, aber wiederkehrend. Ebenso verhält es sich mit dem Niesen (ebenfalls feucht, aber kein Ausfluss sichtbar). Manchmal stehen die Ohren und das Fell liegt dafür an, manchmal auch wieder nicht. Ein Tag so, der andere Tag ist anders, der Folgetag wieder so wie der erste Tag. Usw. Mittlerweile rennt sie schon davon, wenn sie mich nur sieht. Manchmal auch wieder nicht. Mittlerweile schläft sie allerdings länger und tiefer.

Zusammenfassend: Ich habe eine 5 Monate alte Mäusedame, die in jeder nennenswerten Wachphase von mir geschunden wird (denn die Medikamente nimmt sie unter keinen Umständen freiwillig), der es chronisch schlecht geht, während diese Phasen von wiederkehrenden Lichtblicken unterbrochen werden. Der TA weiss auch nicht weiter, ausser Narkose und Sono, etc, was ich ihr in diesem Zustand nicht zumuten möchte (der TA hält es auch für die ultima ratio). Die Chemibombe um sie über Wasser zu halten, ist auch keine Dauerlösung. Weder physisch, noch psychisch. Ich habe es übrigens auch schon mit einer Reduktion der Medikamente versucht und demnach morgens auf das Novalgin und das TL verzichtet. Die Resultate waren wieder ein Tag so und ein Tag anders. Es lässt sich keine Kontinuität ableiten, unabhängig von meinen Bemühungen.

Endstation Hoffnung -> Forum. Bitte helft meiner lieben Molly, solltet ihr irgendwelche realistischen Tipps und Tricks parat haben.
 
#2
Hallo, normal dosiertes Metamizol wird zwar nicht der Gruppe der Opioid-Analgetika zu geordnet; aber es beeinflusst die Regulation des Blutdrucks. Einzelne meiner kranken Farbratten, die das Mittel gemäß der Dosiervorschrift mal bekamen, hatten nur noch vorsich hin gedämmert und kaum noch wache Phasen. Unter einer lang andauernden Schmerzmedikation mit diesem Analgetikum verhungern solch kleine Patienten, denke ich; sie riechen und schmecken das Essen nicht mehr, haben kaum noch normalen Blutdruck, schlafen immerzu ein.
Wenn man keine Hoffnung mehr hat und denkt, sich von seinen Lieblingen quasi verabschieden zu müssen, ist Metamizol ein Mittel/ ein Weg, das den Abschied leichter macht.

Ich war und bin ein Verfechter der Kortikoide. Etlichen meiner kranken Rattis haben Kortikoide (Dexamethason, Prednisolon) geholfen ... lange. Die anabole Wirkung möchte man doch haben bei kranken alten Patienten. Da Kortikoide diabetogen sein können, habe ich unter den Therapien Blutzucker kontrolliert ... und auch mal Harnzucker ... diese Werte blieben in Ordnung bei meinen Rattis.
Ergründe doch mal, wie deine TÄ zu Kortikoiden stehen.

Zum Echinazea sage ich lieber nichts.

mfG
 
Last edited:
#3
Hallo, normal dosiertes Metamizol wird zwar nicht der Gruppe der Opioid-Analgetika zu geordnet; aber es beeinflusst die Regulation des Blutdrucks. Einzelne meiner kranken Farbratten, die das Mittel gemäß der Dosiervorschrift mal bekamen, hatten nur noch vorsich hin gedämmert und kaum noch wache Phasen. Unter einer lang andauernden Schmerzmedikation mit diesem Analgetikum verhungern solch kleine Patienten, denke ich; sie riechen und schmecken das Essen nicht mehr, haben kaum noch normalen Blutdruck, schlafen immerzu ein.
Wenn man keine Hoffnung mehr hat und denkt, sich von seinen Lieblingen quasi verabschieden zu müssen, ist Metamizol ein Mittel/ ein Weg, das den Abschied leichter macht.

Ich war und bin ein Verfechter der Kortikoide. Etlichen meiner kranken Rattis haben Kortikoide (Dexamethason, Prednisolon) geholfen ... lange. Die anabole Wirkung möchte man doch haben bei kranken alten Patienten. Da Kortikoide diabetogen sein können, habe ich unter den Therapien Blutzucker kontrolliert ... und auch mal Harnzucker ... diese Werte blieben in Ordnung bei meinen Rattis.
Ergründe doch mal, wie deine TÄ zu Kortikoiden stehen.

Zum Echinazea sage ich lieber nichts.

mfG
Danke für deine Zeilen!

Das "Schlafproblem" hatte die mittlerweile (scheinbar und hoffentlich quasi) gesunde Maus = Michelle. Molly hingegen schläft nun - ich nehme an dank Analgesie - überhaupt mal wieder. Wenn ich es mal weglasse, dann ändert es an einem Tag insofern etwas, dass sie wieder struppiges Fell bekommt und sich unwohler fühlt, an anderen Tagen ändert es gar nichts. Hab ich ja schon durchprobiert. Ich habe alles bis auf das AB schon ein paar mal aufeinanderfolgend weggelassen, um zu sehen, ob es überhaupt etwas nützt. Ich kann kein eindeutiges Ergebnis aus diesen "Versuchen" ableiten.

Das hatte ich noch vergessen: manchmal (nicht immer!) klingt es wie ein Lungenödem und sogar eine Lungenfibrose (natürlich in mäusetypisch abgeschwächter Form). Auskultieren bei der TA ergab eine Bestätigung dessen. Wohl am besten mit feinen Stridor und Giemen zu vergleichen. Darum auch Theophillin und Lasix.

Kortikoide: immunsuppressiv, afaik. Wenn das ein Infekt ist, den das quasi nicht vorhandene Immunsystem der Laboris nicht abwehren kann, dann kann das dem Todesstoss gleichkommen, oder? TA meint zwar auch, dass man es versuchen könnte, aber der Ausgang kann ggf auch deshalb negativ sein. Siehst du das anders?
 
#5
So, Zwischenstand:

Molly ist noch immer nicht gesund. Bisher hat nur Kortison angeschlagen, damit war die zumindest etwas aktiver und fröhlicher. Also wurde ein Abstrich nötig. Das Ergebnis ist Mycoplasmose. Da nichts anderes half, haben wir nun Doxycyclin als Depot spritzen lassen.

Die erste Dosis brachte eine Besserung, die 3 Tage hielt. Danach wurde es etwas schlechter, aber nicht ganz so, wie zuvor. Nach 5 Tagen bekam sie die zweite Dosis. Die hielt bis zum 5. Tag, allerdings begann sie da ganz leicht zu knattern. Äußerlich und vom Verhalten war sie aber für ihre Verhältnisse unauffällig. Dennoch, es gab an diesem Tag die dritte Dosis. Seither keine Verbesserung mehr, außer, dass das Knattern zurück ging, man hört sie aber dennoch ganz leicht pfeifen (wie durch die Nase). Sie atmet aber schnell und nicht schwer. Ihr Allgemeinzustand ist aber unverändert "OK" -> Ich weiß nicht, ob sie körperlich nicht ganz fit ist, oder ob sie einen psychischen Schaden von dieser Tortur davongetragen hat. Gut ist sie jedenfalls nicht beieinander, aber schlecht auch nicht. Sie buddelt, frisst, trinkt, nimmt Leckerli, aber so sportlich wie früher ist sie nicht. Bzw sehe ich es nicht, in der Nacht hört man aber beide Damen lärmen. Was Molly da genau macht, kann ich nicht sagen. Jedenfalls schläft sie auch sehr viel tagsüber, während die andere Dame schon zwei mal toben war. Die TÄ sagt, sie weiß nicht mehr weiter. Weiterhin Doxy ginge zwar, aber wie lange ihr Körper das aushält, ist fraglich. Kortison auf Lebenszeit ginge auch, doch psychisch wäre es für sie ungut, immerhin sind es schon 2 Monate.

Was soll ich tun:

Abwarten und hoffen, dass es so bleibt?
Weiterhin Doxy, bzw wie sind die Erfahrungen mit mehrmaliger Depot gäbe?

Da es nicht mehr besser zu werden scheint und ich einen Kastraten habe, der nun ausgestunken hat und die Mädchen nur zu zweit sind, würde ich ihn morgen gerne dazusetzen. Alleine lasse ich ihn keinesfalls, andere Mäuse können ebenso ansteckend sein und die Mädchen brauchen auch Gesellschaft, von daher bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn zu vergesellschaften. Das zweite Mädchen übrigens, Michelle, ist natürlich auch infiziert, sie niest aber mittlerweile weniger und ist grundsätzlich sehr gut drauf. Bei ihr hat das Doxy ordentlich angeschlagen, das Dauerniesen ist nicht weg, aber grob geschätzt um 80% zurückgegangen.
 
#6
Hallo Diener,
ich hatte jetzt schon zwei Mal Mäuse, die eine Gebärmuttervereiterung hatten. Das wurde unter Doxy deutlich besser, bei Absetzen trat jedes Mal eine Verschlechterung ein. Da es alte Mäuse waren, haben sie das Doxy als Dauergabe bekommen. Die eine Maus 2 Monate, die andere sicher 3 Monate lang, ehe die Mäuse dann gestorben sind. Das Doxy wurde von beiden erstaunlich gut vertragen.

Darf ich fragen, mit welcher Methode die Mycoplasmen diagnostiziert worden sind?

Ich würde das Doxy erst einmal weiter geben und sehen, ob es sich noch verbessert. Dann kannst Du ja einen Auslaßversuch machen. Ich meine aber mich zu erinnern, daß man es alle 3 Tage geben soll.
Viele Grüße
Fufu
 
#7
Hallo,
unter Narkose mit einem Tupfer und dann zur Analyse.
Naja, alle 5 Tage - 100mg/kg, die Literatur spricht sogar von 7 Tagen subkutan - zum TA ist halt sehr stressig für die Mäuse. Aber wenn nichts anderes übrig bleibt...
Heute ist Molly wieder schlechter drauf, das Knattern nimmt temporär wieder zu.
 
#9
Ich kann nur mündliche Infos von meiner TÄ weitergeben, nachdem das Mittel v.a. bei Kaninchen und dort mit Erfolg eingesetzt wird. Mäusen habe ich es auch schon gegeben. Es ist etwas mühsam, das Mittel nach Anrühren haltbar zu machen. Man kann (sinnvoll) es in 1 ml-Spritzen aufziehen und einfrieren und dann bei Bedarf wieder auftauen. Wie bei Doxy.
Viele Grüße
Fufu
 
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