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Farbmaus hat Blut im Ohr

#1
Hallo zusammen,

seit Ende November letzen Jahres habe ich 4 mausige Mitbewohnerinnen bei mir zu Hause (Emilia, Ada, Hedy und Alva).
Kurz nach ihrem Einzug fing eine der Mäuse (Emilia) an leicht zu niesen, ich bin natürlich schnell zum Tierarzt, die Ärztin meinte es sei nur leicht, in der Lunge sei auch nichts zu hören und komme vermutlich vom Stress durch den Umzug. Die Mäuse haben zunächst also nur Pet-M PlantaVet ins Trinkwasser bekommen zur Stärkung des Immunsystems. Dies verbesserte die Situation leider nicht und wurde nach Erkrankung von zwei weiteren Tierchen mit Bisolvon-Pulver und schließlich dem Antibiotikum Enrobactin (für alle) ergänzt. Aufgrund kleiner Zuckungen, die nach Jucken aussahen und leicht vermehrtem Kratzen haben sie (auch ohne Befund im Fell) prophylaktisch einmalig Stronghold bekommen, was gegen jenes Zucken/Kratzen auch geholfen hat.
Nach zwei Wochen Antibiotikum ist das Niesen auch bei allen verschwunden, lediglich Hedy habe ich zwei Mal am Tag ca. noch niesen gehört. (Für den Fall einer Allergie oder zu viel Staub in der Einstreu habe ich jetzt auch Hanfeinstreu im Buddelbereich untergemischt, die Etagen sind mit Hanfmatten ausgelegt.)
Die Gabe von Enrobactin endete letze Woche Freitag, übers Wochenende ging es auch allen soweit gut.

So viel zur Vorgeschichte, nun meine aktuellen Sorgen:
Montagmorgen hockte Hedy etwas abwesend wirkend in der Ecke des Käfigs, Augen nur halb geöffnet und der ganze Bauch bewegte sich beim Atmen mit. Etwas alarmiert hab ich sie mir näher angesehen und festgestellt, dass aus dem linken Ohr (welches sie auch zwischendurch ausgiebiger kratzte) Blut lief.
Da der bisherige Tierarzt keine Zeit am gleichen Tag hatte, bin ich zu einer anderen Ärztin, welche Hedy auch nochmal ins Ohr geguckt hat und feststellte, dass sich im Gehörgang Blut staute. Ohrentropfen oder ähnliches wollte sie nicht geben, da sie vermutete, dass dies nur noch unangenehmer sein würde für die Maus. Warum genau Blut im Ohr ist, war jedoch unklar.
Nach Hause gegangen bin ich mit einem neuen Antibiotikum (Baytril), wovon ich ihr bis Ende der Woche täglich 0,1ml geben soll. Ich hatte auch das Gefühl, dass es ihr hilft, allerdings saß sie heute wieder ab und zu alleine im Gehege (nicht ganz so schlimm wie Montagmorgen) und ich habe bemerkt, dass wieder Blut aus ihrem Ohr kam.
Sie isst zwar normal (sie ist auch die schwerste Maus) und trinken tut sie auch ab und zu, aber sie wirkt trotzdem deutlich schwächer als die anderen drei.

Hat jemand von euch eine ähnliche Situation durchlebt und hat einen Rat für mich? Ich bin mir nicht sicher, ob das Antibiotikum allein ausreichend ist und mache mir wirklich Sorgen um die kleine Hedy.
 
#2
Hallo Paperplane,
zunächst handelt es sich bei dem Enrobactin und dem Baytril im Grunde um das gleiche Medikament. In beiden Antibiotika ist der Wirkstoff Enrofloxacin enthalten, die Medikamente haben nur jeweils einen anderen Markennamen.

Wenn sich bei einer Maus beim Atmen der Bauch mitbewegt, nennt man das Flankenatmung und es ist ein unübersehbarer Hinweis auf eine Atemnot. Da die Maus schon vorher Zeichen einer Infektion gezeigt hat (Niesen), kann man davon ausgehen, daß sie nun eine zumindest beginnende Lungenentzündung entwickelt hat. Es war also richtig, ihr ein AB zu geben. Allerdings bekommt die Maus nun das gleiche AB wie schon vorher. Das kann man machen, wenn es noch eine Wirkung zeigt, es der Maus also in den nächsten Tagen damit besser geht. Falls keine Besserung eintritt, sollte aber möglichst schnell ein anderes AB gegeben werden, z.B. Doxycyclin.

Schwieriger wird es bei der Interpretation des Bluts, das aus dem äußeren Gehörgang austritt. Wenn die Maus beginnt, den Kopf schief zu halten oder Probleme damit hat geradeaus zu laufen, dann würde man davon ausgehen können, daß die Bakterien in den Atemwegen sich in das Mittelohr oder Innenohr ausgebreitet haben (seltener kann auch eine Hirnhautenzündung die Ursache für eine Kopfschiefhaltung sein). Da Du nichts davon geschrieben hast, nehme ich an, daß eine Mittelohrentzündung nicht vorliegt.

Unabhängig von dem Infekt, könnte sich die Maus aber auch verletzt haben, beispielsweise durch einen Sturz. Eine weitere mögliche Erklärung für den Blutaustritt aus dem Gehörgang wäre eine Selbstverletzung durch Kratzen. Die Mäuse haben sehr scharfe Krallen, mit denen sie gut in das Ohr hineinkommen. Bei starkem Juckreiz kratzen sich die Mäuse durchaus auch mal das Ohr blutig.

Ich würde die Maus gut beobachten und versuchen festzustellen, ob sie sich am Ohr kratzt. Außerdem muß genau darauf geachtet werden, ob sich die Atemnot gebessert hat oder eventuell wieder zunimmt. Wenn sich die Atembeschwerden unter dem AB nicht bessern oder schlimmer werden, ist das ein Hinweis darauf, daß das AB nicht (mehr) richtig wirkt und man sollte dann ein anderes AB geben.

Außerdem würde ich der Maus zusätzlich kalorienreiche Nahrung anbieten, z.B. Nutrical (eine kalorienreiche Vitaminpaste) und oder ihr täglich einen Päppelbrei kochen, damit die Maus während ihrer Krankheit nicht zu sehr abbaut. Bitte bei jeder Verschlechterung rechtzeitig wieder den TA aufsuchen! Aber es kann auch gut sein, daß die Atembeschwerden durch das gleiche AB wieder besser werden. In diesem Fall würde ich das AB länger geben als üblich. Die Situation mit dem Ohr würde ich beobachten. Falls herauskommt, daß sie sich das Ohr aufkratzt, muß man vielleicht noch weitere Maßnahmen überlegen, wie z.B. der Maus an dieser Hinterpfote die Krallen zu kürzen.
Viele Grüße
Fufu
 
#3
Danke für die schnelle Reaktion, Fufu! Aufgrund von Klausurstress, habe ich irgendwie vergessen zu antworten.

Schwieriger wird es bei der Interpretation des Bluts, das aus dem äußeren Gehörgang austritt. Wenn die Maus beginnt, den Kopf schief zu halten oder Probleme damit hat geradeaus zu laufen, dann würde man davon ausgehen können, daß die Bakterien in den Atemwegen sich in das Mittelohr oder Innenohr ausgebreitet haben (seltener kann auch eine Hirnhautenzündung die Ursache für eine Kopfschiefhaltung sein). Da Du nichts davon geschrieben hast, nehme ich an, daß eine Mittelohrentzündung nicht vorliegt.
Den Kopf hält sie nicht schief, ich denke es wird am Kratzen gelegen haben, da es insgesamt mehrfach aufgetreten ist und daher vermute ich keinen Sturz.

Ich bin der Meinung, dass sich ihr Zustand (bis auf die Tatsache, dass ihr Fell wieder etwas schöner aussieht), nicht viel verbessert hat. Ich habe Anfang der Woche nach einem erneuten Besuch von der Tierärztin noch Furotab zur Entwässerung bekommen, was ich ihr alle 2-3 Tage verabreichen soll (wohl lebenslang). Die Ärztin hatte Hedy auch nach möglichen Tumoren etc. abgetastet, aber diesbezüglich zum Glück nichts gefunden.
Nach einem weiteren Telefonat, da Hedys Zustand nur wenig besser wurde, hieß es ich solle die Gabe von Baytril nochmals um 10 Tage verlängern. Auf Nachfrage sagte sie, ihr sei kein anderes Antibiotikum bekannt, das sie der Maus geben dürfte, und sie wollte sich nochmal danach erkundigen.

Außerdem würde ich der Maus zusätzlich kalorienreiche Nahrung anbieten, z.B. Nutrical (eine kalorienreiche Vitaminpaste) und oder ihr täglich einen Päppelbrei kochen, damit die Maus während ihrer Krankheit nicht zu sehr abbaut.
Ich denke, das dürfte nicht nötig sein, da Hedy dauerhaft eher zugenommen hat und 5-10g mehr wiegt als die anderen drei (ca 45g mittlerweile, die Tierärztin hat das auch bestätigt).

Ich werde es in Kürze wohl nochmal mit einem anderen Tierarzt versuchen müssen, wenn sie mit der aktuellen Auswahl nicht gesund wird...
 
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