Mäuse machen Geräusche !

#1
Moin moin Allerseits,
Ich habe da mal ne ernsthafte Frage.
Eins vorweg, lest bitte den Text komplett BEVOR Ihr antwortet.

Also, meine Frau hat seit 1Jahr 3 weibliche Farbmäuse aus einem Wurf von einem Züchter mit guter Reputation(waren ursprünglich 4 aber eine hat sich doch als mänlich herausgestellt, diese hat der Züchter ohne Aufwand zurückgenommen und ihr das Geld zurück gegeben). Der Käfig ist ein auf Mäuse zugeschnittener(ist geschlossen aus Holz mit Frontglasscheibe und zwei Lüftungsgitter)steht nicht im Zug und im Kinderzimmer unseres Sohnes(mit der wärmste Raum in der Wohnung)
Jetzt is es aber so, das wenn ich(Katzenbesitzer) am Wochenende da bin und an den offenen Käfig trete,das immer eine von den drei Mäusen anfängt zu meckern. Ich kann meine Hand in den Käfig halten worauf hin sie an meinen Fingern riecht dann kurz lauter meckert aber dann wieder normal schnattert. Sie rennt aber nicht weg oder verhält sich irgendwie aggressiv.kann sie sogar leicht berühren wenn ich nicht mit der Hand von oben und direkt in ihr Gesichtsfeld greife. Dies Verhalten zeigt sie nur bei mir. Das ist aber noch nicht alles. Wenn ich mich zum Beispiel ein Meter vor dem Käfig positioniere und mit Lippe und Zunge schnalzende und Pieps Geräusche mache kommen alle drei raus, das machen sie aber auch nur bei mir. Des weiteren reagiert die Maus die gerne Meckert auf mein Piepsen und Schnalzen, soll heißen sie variiert und moduliert die Frequenz und aber auch die Lautstärke und scheint sich fast mit mir zu unterhalten.
P.s.:meine Frau erwähnt aber das sie das Geräusch auch schonmal war genommen hatte als sie Nachts das Licht im Zimmer angemacht hat. Da wars aber eine andere von den dreien und sie schien sich über die Störung beim Schlafen zu beschweren.
Ansonsten verhalten sich die drei völlig normal.
Habe mich schon viel belesen, auch in diversen Foren aber da ist es meist so wie wenn man nach Menschlichen Symptomen googlt am Ende hat man Krebs nur das es bei Mäusen immer Atemwegserkrankungen sind.
Kurz noch ein Wort zu mir, ich komme aus der Humanmedizin, und bin mit Tieren(Hunden&Katzen) aufgewachsen.
Bin also durchaus in der Lage krankhaftes Verhalten durch Ausschlussverfahren aus zu schließen und Fremdamnanesen zu erstellen.
Es sind nicht: Atemwegsinfekt, Allergie, zu kleiner Käfig, zu großer Käfig,
Also, hat jemand schon mal so ein Verhalten erlebt?

Danke für ehrliche und sachliche Antworten
 
#2
Hallo Katzenmann,
es gibt für das von Dir beobachtete Verhalten der Maus im Grunde nur eine Erklärung. Mäuse meckern und schnattern nicht und sie unterhalten sich auch nicht mit ihren Besitzern. Mäuse kommunizieren untereinander in einem Frequenzbereich, der für menschliche Ohren nicht hörbar ist. Hörbar ist nur das Angstfiepen oder das Fiepen bei Auseinandersetzungen. Dann gib es noch ein Putzfiepen, mit dem die Maus ihrer Artgenossin signalisiert, daß das Putzen zu heftig ausfällt. Alle anderen Geräusche sind pathologisch und in der Regel der Ausdruck von Schleim in den Atemwegen, wie man es in der Humanmedizin beispielsweise beim Asthma kennt ("Giemen, Pfeifen, Bummen"). Das "Schnattern", "Meckern" oder auch "Zwitschern" und "Knattern" ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ausdruck einer Bronchitis, die man schon zu den Atemwegsinfekten zählen muß. Die unterschiedlichen Frequenzen hängen u.a. von der Atemfrequenz und dem akturellen Durchmesser der Atemwege ab. Die Mäuse sind aufgeregt, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt und sie zeigen tatsächlich auch Vorlieben oder Vorbehalte bestimmten Personen gegenüber. Das erklärt dann die Variation der Atemgeräusche.

Leider haben Farbmäuse eine Neigung sowohl zu Tumoren, als auch zu Atemwegsinfekten. Im Gegensatz zum Menschen stehen für Mäuse nur wenig sinnvolle diagnostische Methoden zur Verfügung (Röntgen ist meist nur in Narkose möglich, Blutuntersuchungen werden aufgrund des geringen Blutvolumens in der Regel nicht durchgeführt ), so daß man sich meist nur an den klinischen Symptomen orientieren kann. Wenn die Maus zusätzlich zu den Atemgeräuschen ein struppiges, aufgeplustertes Fell aufweist, die Futteraufnahme reduziert und Flankenatmung auftritt, dann muß man davon ausgehen, daß die Bronchitis in eine Pneumonie übergegangen ist, was dann einen Notfall darstellt, da die kleinen Mäuse an einer Pneumonie innerhalb von wenigen Tagen versterben können.

Aus diesem Grund werden die Atemwegsinfekte bei Mäusen in der Regel mit AB behandelt. Dabei ist es sinnvoll die Geräusche aufzunehmen, ehe man mit der Maus einen Tierarzt aufsucht, da viele TÄ über keine großen praktischen Erfahrungen in der Behandlung mit Mäusen verfügen. Das gängigste und für Mäuse sehr gut verträgliche AB ist Baytril (Enrofloxacin). Zusätzlich kann ein Schleimlöser (z.B. Bromhexin/Bisolvon) gegeben werden. Davon am besten die Injektionslösung, die auch oral verabreicht werden kann.

An diesen Teil meiner Antwort anschließend: Herzlich willkommen hier im Forum!
In der Regel werden hier alle Fragen vollständig gelesen, da sie sonst ja nicht sinnvoll beantwortet werden können. :)
Falls noch Fragen auftreten, gerne!
Viele Grüße
Fufu

Epilog: Jetzt kann ich mir leider nicht verkneifen, eine Anmerkung zu den Züchtern nachzuschieben. :cool: Der Begriff "Züchter" ist, was die Vermehrung von Mäusen angeht, nicht geschützt, es gibt keine Richtlinien zur Mäuszucht und die Züchter werden auch von keiner Behörde überwacht. Jeder kann sich "Züchter" nennen. Die Leute sind in diesem Forum nicht sehr "beliebt", Mäuse sind Massenware und viele in Zooläden gekaufte Tiere landen anschließend in Tierheimen und Pflegestellen. Viele User hier fahren regelmäßig die TH ab, lassen Mäuseböcke teilweise auf eigene Kosten kastrieren und suchen dann geeignete Endplätze für die Tiere, während gleichzeitig von Züchtern und Tierläden ständig neue Tiere "nachproduziert" werden. Es gibt ein, für den Normalverbraucher meist unsichtbares, "Mäuseelend" in Zooläden, Hinterzimmern und auch in den Gehegen von Mäusebesitzern. Wir haben uns hier in diesem Forum entschieden, dem gegenzusteuern und die Lage der Mäuse zu verbessern, wo immer es möglich ist. Also ein bißchen über die Mäusehaltung aufzuklären. Sorry! Deshalb noch ein kleiner Hinweis: Mäuse sind eigentlich Gruppentiere, die sich nur unter vielen Artgenossen wirklich wohlfühlen. Die schlafen ja auch gerne gestapelt - möglichst drunter, drüber und rechts und links daneben auch Maus! Für die Mindestgröße einer Gruppe werden 4 Mäuse empfohlen. Wenn von Euren Mäusen ein Tier stirbt, sind nur noch zwei Mäuse übrig. Spätestens dann ist es Zeit, über die Aufstockung der Gruppe nachzudenken (bitte die Mäuse dann nach allen Regeln der Kunst vergesellschaften). Vielleicht bekommen dann ja auch Tierheim- oder Pflegestellenmäuse eine Chance? No bad feelings!

Edit: Falls es Dich interessiert: Mäuseböckchen werben um ihre Partnerin tatsächlich mit einer Art "Gesang", allerdings auch in für menschliche Ohren nicht hörbaren Frequenzen. Einfach "Mäusegesang" bei google eingeben! Wissenschaftler haben diesen "Balzgesang" u.a. durch Verlangsamung der Frequenzen hörbar gemacht.
 
Last edited:
#3
Danke für die schnelle Antwort und Danke für den Herzlichen Empfang
So, jetzt anschnallen und schon gehts los.
Zuerst einmal möchte ich das euch klar ist das diese Post, auch wenn er euch teilweise Persönlich betrifft, kein persönlicher Angriff darstellen soll.

Aber, ich kann nicht nachvollziehen, wieso die Leute immer als erstes selbstsicher behaupten Mäuse komunizieren nur im Ultraschallbereich. Die Fachübergeordnete Literatur sieht das anders.

Ultraschall-Kommunikation

Mäuse sind imstande, Töne zu hören, die außerhalb des menschlichen Bereichs liegen (Ultraschall). Zum Zweck der Kommunikation produzieren Mäuse Töne im für den Menschen hörbaren Bereich und im Ultraschallbereich.

Quelle: https://www.humane-endpoints.info/de/maus/sinnesorgane-und-kommunikation

(ja, ich weiß das es da um Tierversuche geht und NEIN das heißt nicht das ich sowas übermäßig unterstütze.
Ich greife nur gerne auf sämtliche Sichtweisen zurück.)

Ich glaub ihr unterschätzt eure kleinen Lieblinge.
Verhaltensforscher haben z.b. erst vor einem Jahr entdeckt das auch Mäuse bzw. Ratten zu kooperativen Verhalten fahig sind.

Ich zitier mich mal selbst;)
Es sind nicht: Atemwegsinfekt, Allergie, zu kleiner Käfig, zu großer Käfig,

Causa: Atemwegsinfekt; zu lange Inkubationszeit ohne weitere Symtomatik (wie gesagt den kleinen gehts seit 11 Monaten ohne Unterbrechung gut) kein Ausfluss; gute Futteraufnahme; keine negativen Verhaltensänderung, gute Sozialisierung der Gruppe, keine Ausgrenzung, keine großen Rangelein(ausser die Chefmaus beansprucht beim Fressen genau das Kornstück welches eine anderer gerade im Maul hat, dann kommt kurz Unruhe rein, aber das regelt sich immer kurzweilig und unblutig. :´) )

Zitat FuFu:
"Die unterschiedlichen Frequenzen hängen u.a. von der Atemfrequenz und dem akturellen Durchmesser der Atemwege ab. Die Mäuse sind aufgeregt, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt und sie zeigen tatsächlich auch Vorlieben oder Vorbehalte bestimmten Personen gegenüber. Das erklärt dann die Variation der Atemgeräusche." Zitat ende.
Das erklärt aber nicht die steigenen und/oder sinkenden Lautstärke. Wenn man Atemnot hat wird man nicht mal Lauter und mal Leiser sondern nur sehr Leise, oder sehr Laut je nachdem ob die Entzündung in den oberen oder unteren Bronchien zu finden ist.
Des weiteren erklärt es nicht wieso das dann auch eine andere Maus machte, quasie stellv. wenn die "Chefmaus" nicht zu sehen ist und ich nicht da bin.
wieder Zitiere ich mich selbst:
"P.s.:meine Frau erwähnt aber das sie das Geräusch auch schonmal war genommen hatte als sie Nachts das Licht im Zimmer angemacht hat. Da wars aber eine andere von den dreien und sie schien sich über die Störung beim Schlafen zu beschweren. "


Des weiteren bin ich auch kein Freund davon mal eben auf Verdacht irgendeinem Lebewesen Antibiose zu geben. Das macht der Humanmediziner meist auch nur auf drängen seiner Pat. oder weil er schon vermehrt die Erfahrung gemacht hat das die Menschen denken, man müsse bei jedem husten oder niesen sofort was verschrieben bekommen.

Und mit sich mit nur einem Symtom direkt in eine Verdachtsdiagnose zu stürzen ist auch nicht die Ideale Vorgehnsweise und wirkt unseriös.
Vor allen Dingen nicht wenn man dann auch noch mit Kanonen auf Spatzen schießt.
Baytril (Enrofloxacin) ist übrings in der USA in der Massentierhaltung verboten weil es im Verdacht steht Resistenzien zu forcieren.
http://www.cbgnetwork.org/1132.html
Und bevor jetzt einer Argumentiert das ist nur die USA der hat wohl die "Glyphosat Debatte" in Deutschland verpasst, an der man gemerkt hat wie stark sich die Deutsche Regierung von der Pharmaindustrie beeinflussen lässt.
Funfakt: Übrings, inzwischen zufällig der gleiche Hersteller.
Und ja, ich weiß auch das Frabmäusebesitzer keine Massentierhaltungsbetreiber sind, aber die Faktoren die eine Resestenzienbildung begünstigen, sind auch meist bei Mäusegruppen vorhanden. (Große Gruppen, hygieneischen Umstände[ohne negative Wertung aber die kleinen makieren nunmal mit ihrem Urin ihre Laufwege sowie besondere Punkte und Kot landet auch gerne mal beim scharren im Futter-oder Trinknapf]
Kurze Frage die zum Nachdenken anregen soll, wascht ihr euch immer die Hände bei Stallübergreifenden Aktionen wenn ihr z.B.: Füttert, Tränke auffüllt, irgendwas hinein stellt oder herausholt? Stehen eure Ställe in unterschiedlichen Räumen oder eher nebeneinander?


Die Idee mit dem Tumor war mir leider noch nicht gekommen, dagegen spricht aber das auch eine von den beiden anderen Mausis das Geräusch machen kann, aber nur wenn der Chef nicht da ist und das nach 11Monaten keine Wucherungen zu sehen sind.
Des weiteren würde ein Tumor große Schmerzen auslösen was mit hoher Wahrscheinlichkeit zur sozialen Isolation usw. führen würde.

Quelle:https://www.humane-endpoints.info/de/maus/schmerzverhalten
Chronische Schmerzen

Bei chronischen schmerzen, zum Beispiel wegen der Anwesenheit von Tumoren fallen eine geschwächte Kondition, piloerektion, soziale Isolation und eine kauernde Haltung auf. Die Tiere magern ab und sind weniger aktiv. Bei Krankheit nimmt das Tier meist weniger Wasser auf und trocknet dadurch schneller aus.


An dieser stelle Danke für den Tip mit der Gruppengröße, aber deswegen sind sie aus einem Wurf.
Und ein 2,5 Jahre Alte Maus würde ich ungerne wieder pauschal Vergesellschaften wollen. Stellt euch mal vor wie euch zu Mute wäre wenn Ihr 80 seid und man reißt euch von heute auf morgen aus eurer gewohnten Umgebung und setzt euch in eine fremde Umgebung mit wild fremden Menschen ohne euch zu fragen?

Kurz zum Thema Kastration.
Wir hatte schon 2 Böcke die wir Kastrieren lassen wollten. Leider hat keiner der beiden die Prozedur beim Fachtierarzt für Kleintiere überlebt.
Und das Gesicht meines damals 6jahrigen Sohnes als wir ihm erklären mussten das seine beiden neuen Kumpels die er seit 2 Wochen hatte nicht mehr wiedersehen kann, möchte ich so schnell nicht wieder blicken.
Das Geld war natürlich nebensächlich, aber es wurde uns aus Kulanz nur ein Teilbertrag berechnet.
Als ich mich dannach mit Fachärzten der Anästesie darüber unterhalten haben haben die gelacht, weil die Rechnerische Letalität bei Mäusen selbst mit der erheblich Teureren Gasnarkose über 50% liege.
Bei einer Injektionsgesteuerten Narkose würde alleine dem geringen Gewicht(für die exate Dosierung müsste man die Maus schon im µg wiegen) der Mäuse geschuldet.
Eine Tolleranz die über Komplett schmerzfreie Narkose oder den sicheren Tod entscheiden würde, würde fast schon im Monukülanzahlbereich liegen und wäre ohne ein Vitalmonitoring nicht einwandfrei feststellbar.

Soll heißen: das Tier ist relaxiert,(die Reflexe sind komplett unterdrückt,Ausnahme der Atemreflex) selbst wenn es stärkste Schmerzen während der OP hat äussert sich das nicht nach Aussen sonder kann nur anhand der Hirnströme gemessen werden.
Das gilt übrings für beide Narkosen.
Im Umkehrschluss können wir also auch nicht auschließen das die OP immer zu 100% Schmerzfrei ist und wenn sie es nicht war, kann uns die Maus auch leider kein Feedback geben.
Und ja solche Fälle gab es vermehrt in den 90igern unter Narkosegas im Humanmedizinischen Bereich weswegen man heute gerne zusätlich zu EKG, Blutdruck, SpO²-Sättigung sowie Atemgase auch die Hirnströme bei einer OP überwacht.

Selbst nur die Maschiene kostet mehrer tausend Euro, von dem Problem das man die Elektroden auch an dem Köpfchen befestigen müsste ganz zu schweigen. Könnt also nochmal 100€ pro Op hinzurechen, damit ihr sicher sein könnt das das Tier dabei nicht leidet.


Der Züchter: War kein 0815 -Züchter und belieferte an die Zoohandlung nur die Mänchen nach kontrollierter humaner Tötung, zertifizert durch einen TA. Wir waren bei Ihr Zuhause und durften uns alles anschauen sowie frei in der Wohnung bewegen.
Muss kurz dazu sagen das ich selbst nicht sehr begeistert bin von Züchter. Das gilt in meinem Fall für alle Züchtungen in den der Mensch in eine Tierklasse eingreift um bestimmte Merkmale zu einer eigenständigen Rasse zu forcieren.

Zitat FuFu:
"Es gibt ein, für den Normalverbraucher meist unsichtbares, "Mäuseelend" in Zooläden, Hinterzimmern und auch in den Gehegen von Mäusebesitzern. Wir haben uns hier in diesem Forum entschieden, dem gegenzusteuern und die Lage der Mäuse zu verbessern, wo immer es möglich ist. Also ein bißchen über die Mäusehaltung aufzuklären. "
Tut mir Leid wenn ich das so sagen muss, aber da ihr die Tier immer schön aus den TH holt und dann unter hohem eigenem finaziellem Einsatz (Kastration, ihr investiert eure Zeit)vermittelt, wird es von Gesetztgeberseite so wahrgenommen als wäre der Badarf da und alles gut so das es keiner Gesetze benötigt.

Zusätzlich erhöht ihr die Nachfrage was das Angebot verstärkt.

Wäre es da nicht sinnvoller auf dieser Seite zwar zu Beraten aber das halten von Farbmäusen abzuraten?
Zumal sie eine von Menschen gezüchtet Variante der Hausmaus ist und so vom Genpol so ungefähr auf dem Niveu der neueren Hunderassen stehen müsste, was sich ja auch schon durch die von dir selbst beschriebenen (Zitat FuFu:"Leider haben Farbmäuse eine Neigung sowohl zu Tumoren, als auch zu Atemwegsinfekten." Zitat ende) erhöhte Neigung zu Tumoren als auch Atermwegsinfektionen dargestellt wird.
Die erhöhte sterblichkeit oder pathologische Veranlagung einer bestimmten Unterqart in einer Rasse spricht, so weit ich weiß, für Überzüchtung zugunsten einer oder mehrere Merkmale durch Inzest.

Versteht mich nicht falsch, das soll keine Anklage sein und auch nicht ne Aufforderung eure Mäuschen ins Klo zu werfen und die Spülung zu ziehen sondern mich intresiert Eure Meinung dazu und hoffe zum denken an zu regen.

MfG
Katzenmann
 
#5
Ich fasse mich bei meiner Antwort jetzt mal kurz, damit das hier nicht ausufert.

1. ich habe nicht gesagt, daß Mäuse nur über Ultraschall kommunizieren. Aber sie kommunizieren in einem für menschliche Ohren nicht hörbaren Bereich. Diese Studien über das kooperative Verhalten sind mir bekannt und anderen hier auch - gibt, glaube ich, sogar einen Link, den ich mal eingestellt hatte.

2. Deinen Hinweis, es sei kein Atemwegsinfekt, hatte ich nicht überlesen. Ich empfehle die einschlägige Fachliteratur zu lesen, wenn Dir die Kompetenz hier nicht ausreicht, oder einen TA aufzusuchen. "Gute Sozialisierung der Gruppe, keine Ausgrenzung, keine großen Rangelein" sind keine Gegenargumente zu einem Atemwegsinfekt. Im Gegenteil, häufig kümmern sich Mäuse rührend um kranke Gruppenmitglieder. "Zu lange Inkubationszeit" - dieses Argument trifft auf chonische Atemwegsinfekte nicht zu. "ohne weitere Symtomatik (wie gesagt den kleinen gehts seit 11 Monaten ohne Unterbrechung gut) kein Ausfluss; gute Futteraufnahme" spricht dafür, daß es sich nicht um eine Lungenentzündung handelt. Es schließt einen Atemwegsinfekt im Sinne einer Bronchitis nicht aus.

3. Enrofloxacin ist in der Mäusehaltung ein gängiges Medikament, da die Mäuse es gut vertragen und es einfach zu dosieren und zu verabreichen ist. An einer Pneumonie erkrankte Mäuse sterben manchmal schon innerhalb weniger Tage, wenn sie nicht behandelt werden.

4. Ich habe nicht behauptet, daß ein Tumor die Ursache der Atemgeräusche sei, sondern lediglich erwähnt, daß neben Atemwegsinfekten Tumoren zu den häufigsten Erkrankungen bei Mäusen gehören. Deshalb spare ich mir einen Kommentar zu Deinem Ausflug in die Schmerzsymptomatik bei Mäusen.

5. Von zwei Mäusen stirbt irgendwann die vorletzte. Ich habe hier ein Altenheim für Mäuse, um zu verhindern, daß eine Maus den Rest ihres Lebens allein verbringen muß. Die VG von alten Mäusen läuft oft problemlos und steht in keinem Verhältnis zu dem Streß restlebenslanger Einsamkeit.

6. Es gibt keine Alternative zur Kastration von Böckchen. Man muß nur einen TA finden, der das auch kann. In der Regel werden die Mäuse in Isoflurannarkose kastriert. Die Letalität der Op in erfahrenen Händen ist sehr gering. Die über den FÄ für Anästhesie in der Humanmedizin erhaltenen Informationen über die Narkose bei Kleinnagern sind unkorrekt. Mir sind auch schon Mäuse bei der Kastration an der Narkose (das war die Injektionsnarkose) gestorben. Man sollte sich rechtzeitig vor Anschaffung von Mäusen darüber informieren, daß unkastrierte Böckchen in der Regel nicht zusammen gehalten werden können und diese erst gar nicht anschaffen. Es gibt genügend bereits kastrierte Tiere in den Pflegestellen. Wenn nicht immer wieder Leute in Zooläden oder von Züchtern unkastrierte Böckchen, oder vermeintliche Weibchen oder schwangere Weibchen kaufen würden, dann gäbe es das Problem in dem Umfang gar nicht. Das zertifizierte Töten überflüssiger Böckchen beim Züchter halte ich nicht für die Lösung des Problems.

7. Solange es Mäuse in der Heimtierhaltung gibt, werden die Besitzer hier beraten. Ob sie den Rat annehmen oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

So und nun eine dringende Bitte an Dich: Wir diskutieren hier recht gerne, ich jedenfalls schon. Aber bitte mach doch zu Deinen zu diskutierenden Fragen jeweils einen eigenen Thread auf, sonst wird das hier schnell unübersichtlich.

Ich empfehle Dir den Bereich "kontroverse Diskussionen" https://forum.mausebande.com/index.php#kontroverse-fachbereichuebergreifende-diskussionen.174, da Du ja im Grunde keine Hilfe suchst, sondern eine Diskussionsrunde.

Dann könntest Du im jeweilig passenden Bereich z.B. folgende Threads zu eröffen:

1. Sinn oder Unsinn von AB-Therapie bei Atemwegsinfekten bei Mäusen - Rettung oder Hilfe zur Resistenzbildung?
2. Sinn oder Unsinn der Kastration von Böckchen - ist eine schmerzfreie Narkose bei der Kastration eigentlich gewährleistet?
3. Tierliebe oder Tierquälerei - muß von der Heimtierhaltung von Farbmäusen nicht eigentlich abgeraten werden?

(das ist nicht ironisch gemeint! Solche Titel können ruhig etwas provokativ sein.)

oder was Dir sonst noch so einfällt. Hier in diesem Bereich sollen eigentlich User beraten werden, die Hilfe für ihre Mäuse suchen, da passen Deine Beiträge im Grunde gar nicht hin.
Fufu
 
Last edited:

CaptainC

Mausbesitzer Level 3
#6
Hallo Katzenmann!
Erst mal vorab spreche ich in dem Text der Einfachheit halber von "deinen" Mäusen und nicht "den Mäusen deiner Frau". :)
Ich habe mir dein Video angesehen und du wirst das nicht hören wollen, aber genau so klingt meine Schnupfenmaus auch bzw so klang sie ganz am Anfang, bevor es dann stärker wurde.. Dieses fast schon gurrende Geräusch beim Atmen (Mäuse atmen sehr sehr schnell), dieses leichte Knattern.. Das klingt wirklich ganz genau so wie meine kranke Maus bzw auch die kranken Mäuse einer Bekannten, die davon leider eine ganze Gruppe hatte. Das Geräusch intensiviert sich dann bei Aufregung (zB wenn ich meine Hand rein halte und sie guckt, ob was leckeres drauf ist). Als Warnung bei Gefahr wird eher nicht gequiekt, sondern wild mit dem Schwanz gepeitscht und getrommelt. Meine gesunden Mäuse sind auch beim Schnuppern und bei Aufregung komplett lautlos bis auf die von Fufu genannten Geräusche.
Das Video habe ich zu ihrer schlimmsten Schnupfenzeit aufgenommen:
Achte mal nur auf die Schnuppergeräusche und nicht das Niesen, denn das scheinen deine Mäuse ja noch nicht zu zeigen. Natürlich klingt das bei deinen Mäusen viel schwächer, aber bei meiner hat es ja auch langsam angefangen und wurde dann immer extremer, sie trägt nicht umsonst den Namen "Tröti". Ich finde es auch ein bisschen schade, dass du Fufus Beitrag so abschmetterst, weil sie sich wirklich gut mit Mäusen auskennt und sehr viel Erfahrung hat.
"Causa: Atemwegsinfekt; zu lange Inkubationszeit ohne weitere Symtomatik (wie gesagt den kleinen gehts seit 11 Monaten ohne Unterbrechung gut) kein Ausfluss; gute Futteraufnahme; keine negativen Verhaltensänderung, gute Sozialisierung der Gruppe, keine Ausgrenzung, keine großen Rangelein"
Traf und trifft auch alles bei meiner Gruppe zu, trotzdem ist eine ganz eindeutig krank geworden und hat die anderen noch mit angesteckt. Und ich will dir deine Erfahrung in der Humanmedizin und mit Tieren nicht absprechen, aber meine Schwester ist auch Oberärztin mit zwei Hunden und wäre vollkommen überfragt mit der medizinischen Versorgung einer Maus :p Ich musste in meiner eher kurzen Zeit als Mäusehalter leider schon lernen, dass die Kleinen wirklich eine Nummer für sich sind und selbst Tierärzte teilweise keine Ahnung haben.

liebe Grüße
~CC

P.S.: Der zweite Beitrag von Fufu kam leider, während ich meinen geschrieben habe. Sorry!^^
 
#7
Edit: Meiner Ansicht nach sind das pathologische Atemgeräusche. Ich würde es mit Bisolvon versuchen. Entweder über einen TA oder ansonsten kannst Du - falls erwünscht - die Dosierungsempfehlung hier bekommen.

Yes - macht gar nichts, CaptainC. Im Gegenteil. Erstens ist es erwünscht, daß jeder seine Erfahrungen beiträgt und zweitens finde ich die Idee einer Hörprobe prima - das hätte ich jetzt so nicht hinbekommen. :)
 
Last edited:
#8
Hi Katzenmann =)

Wenn deine Mäuse (sag ich jetzt auch mal ^^) so klingen -oder vielleicht noch nicht so deutlich, jefoch ähnlich- wie die in dem Video von Captain C dann darf ich euch nebenfalls zur Schnupfenmaus "gratulieren".
Ich hatte 10 Jahre lang Farbis und in den letzten Jahren waren immer mehr Mäuse dabei die binnen dem ersten Jahr eine Atemwegserkrankung entwickelt haben.
Ich hatte eine halboffenhaltung mit fadt Bodentiefen Gittereinsätzen, also kann man nicht sagen das es wegen korrekter Haltung oder Herkunft von woanders als dem ZooLa nicht auftreten kann.

Wie zu Anfang schon jemand erwähnt hat sind Mäuse sehr anfällig für sowas. Das und Tumore haben bei mir zuletzt wesentlich öfter zum Tod/dem Einschläfern von Farbis geführt als ein natürlicher Alterstod.

Ich hoffe es ist bei deinen Mäusen nicht der Fall, aber bei meinen haben auch sämtliche Behandlungsversuche nichts geholfen. Leider ging es nie weg - oder nicht für lange. Über kurz oder lang (meist geht es sehr schnell) hat man dann eine ganze Schnattergruppe. Viellwicht gibt es jetzt neue Media dagegen? K.A., ich bin schon seit ein paar Jahren raus aus der Farbi-Haltung.
Falls es sich nicht gut behandeln lässt ist es schwer zu sagen wie lange die Mäuse damit leben. Manche von meinen sind trotzdem nich relativ alt geworden, andere haben schneller abgebaut.

Und zum Thema Kommunikation kann ich auch nur zustimmend sagen: Mit dem Menschen wird nie hörbar kommuniziert. Ich hatte viele mitunter sehr zahme Mäuse in der Vergangenheit aber keine hat je mir gegenüber einen hörbaren Pieps verlauten lassen.
Da sind Mäuse nicht wie Katzen, die ja bekanntlich das Miauen als Kommunikationsmittel mit dem Menschen verwenden.

Auch was die TÄ angeht und die Erfahrung mit Mäusen: Ich stimme zu. Die meisten haben keine bis unzureichende Erfahrung und probieren dann einfach drauf los.
Meine alte Tierärztin hat gesagt Mäuse kommen in Studium so gar nicht vor. Hunde und Katzen, vielleicht noch Kaninchen (wie es sich mit Vögel verhält weiß ich nicht, da hatten wir nicht drüber gesprochen). Das war's dann.
 
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