Milbenbefall ohne Juckreiz?

Lasiusniger

Körnchengeberin
Staff member
#1
Hallo zusammen,

ich brauche eure Hilfe.

Vor ein paar Wochen, nein, inzwischen sind es wohl schon Monate, habe ich drei Seniormäuschen aus Haltungsaufgabe aufgenommen. Sie sahen eigentlich gut aus, kein Kratzen, gesunde Augen und Ohren, das Fell vielleicht ein bisschen schütter, was aber aufgrund des Alters nicht ungewöhnlich sein könnte. Zwei von ihnen hatten allerdings im Nacken eine Stelle, wo ich die Haut durchschimmern sah, was ich so noch nicht gesehen habe. Im Pobereich schien bei allen dreien stellenweise das Unterfell durch, so als hätte jemand mit einer Minischere winzige Büschel Deckhaar gekürzt. Juckreiz gab und gibt es keinen, es krabbelt nichts sichtbar herum, weder auf den Tieren noch im Nestbereich.

Also ab zum TA, wo Milbenbefall vermutet wurde. Behandelt wurde mit Prinovox, das ich zuvor noch nie benutzt hatte (Standard bei den anderen TÄ hier sind eigentlich Stronghold oder Advocate). Die Wirkstoffe sind Moxidectin und Imidacloprid. Die Behandlungen wurden gut vertragen, der Haarausfall ging jedoch weiter. Mir komisch erscheint jedoch, dass nach wie vor kein Juckreiz vorhanden ist. Lichtlupe sagt, dass die Haut super aussieht, Rötungen oder Schuppen sind auch keine zu sehen.
Als nächstes wurde auf Pilzverdacht (Woodsche Lampe negativ) behandelt, weil das Prinovox eigentlich alles abgedeckt haben sollte, was krabbeln könnte. Wieder keine Verbesserung, der Haarausfall geht langsam weiter.
Parallel immer wieder Streuwechsel, Einrichtungsauskochungen...

Verdacht auf was Stoffwechseltechnisches, aber erstens sind Blutuntersuchungen bei Mäusen zumindest bei den ansässigen TÄ hier nicht machbar, weil nicht genug Probenmaterial entnommen werden könnte, und zweitens sollen nur zwei der drei miteinander verwandt sein.
Mangelerscheinungen können es nicht sein, dafür sind sie zu lange hier und fressen, was meine anderen Mäuse auch fressen.
Rasiermaus? Eher unwahrscheinlich, da alle drei betroffen sind und wenn ich die Bilder mit denen im Wiki vergleiche, passen die Stellen meiner Mäuse auch nicht wirklich dazu.

Der Allgemeinzustand ist super. Bis eben auf das Fellproblem.

Die Idee ist jetzt, es noch mit Ivomec zu versuchen.
Aber bevor ich versuche, einen TA zu finden, der das Zeug hat (im Ort keiner) und bevor ich erneut die kleinen Monster in Chemie "bade"... was meint ihr dazu? Habt ihr noch eine Idee, was es sein könnte? Ist (Grab)milbenbefall ohne Juckreiz und mit anscheinend intakt aussehender Haut überhaupt wahrscheinlich?

Hoffnungsvolle Grüße
 

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Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#2
Ich würd' sie wohl erst mal in Ruhe lassen, v. A. nachdem ja jetzt schon "Bomben" eingesetzt wurden und es überhaupt keine Diagnose gibt und noch nicht mal einen wirklichen Verdacht. Stoffwechselstörung oder auch Hormonstörung könnte schon auch sein, die Nachwirkungen eventueller Ernährungsfehler o. Ä. können ja noch lange bis dauerhaft anhalten. Gut beobachten würde ich sie natürlich weiterhin. Alle Gute für die Senioren, süße Näschen! <3
 
#3
Auf dem ersten Bild sieht es für mich schon ein wenig Verdächtig nach Rasieren aus. Wäre zwar ungewöhnlich, dass es glich mind. 2 Mäuse von 3 sind, die rasieren aber nicht unmöglich.

Weniger wahrscheinlich finde Stoffwechselerkrankungen oder Hormonstörungen, da sowas seltenst bei allen gleichzeitig auftritt.

An sich könnte es noch ein Pilz sein, sieht für mich aber weniger danach aus. Diese Lampe erkennt nicht alle Pilzarten, ein reiner Ausschluss von Pilzen wäre nur mit einer angelegten Pilzkultur möglich.

Wenn sie sich nicht kratzen oder sonst wie beeinträchtigt sind, würde ich sie erstmal auch zufrieden lassen und nichts weiter machen. Lediglich beobachten, ob sich da etwas entwickelt.
Sitzen die drei noch mit anderen Mäusen zusammen? Falls es sich um rasieren handelt, kann es auch langeweile sein und da wären weitere Mäuse und eine Verändeurng der Gruppenstruktur hilfreich. Wirkt nicht immer, aber ist eine Chance, vor allem da drei Mäuse eh keine gute Kombi auf langer Sicht sind. :)
 

Lasiusniger

Körnchengeberin
Staff member
#4
Danke schon mal für eure Eindrücke :)

"Rasieren" wäre mir ehrlich gesagt die allerliebste Idee, weil ich sie dann langsam mal vergesellschaften könnte, ohne meine anderen Mäuse zu gefährden. Ich hatte noch nie eine Rasiermaus, daher kenne ich mich nicht damit aus.
Aktuell sitzen sie wegen der vielen Streuwechsel auf 60cm, aber wenn eure Einschätzung letztendlich auf nicht-ansteckend hinausläuft, würde ich sie probehalber größer setzen, dann hätten sie auch mehr Abwechslung in der Einrichtung. Wächst dann Fell nach, geht es an die eigentlich geplante VG.

Ich weiß leider nicht, wie das Pilzmittel heißt, das sie bekommen haben, aber es gab über die gesamte Behandlungsdauer keine Verbesserung, auch keine kurzfristige. Von einer Pilzkultur wurde mir abgeraten, weil dabei bei kleinen Probenmengen wohl oft falsch-negative Ergebnisse herauskommen sollen.

Die drei sitzen noch "alleine", bzw. zu dritt zusammen. Es haben alle drei Fellprobleme, weshalb Rasieren, wenn es wirklich als Dominanzgeste (mit Tendenz zur Verhaltensauffälligkeit/störung) zu verstehen ist, eher unwahrscheinlich ist, oder? Weil nur die dominante Maus die anderen (oder ausgesuchte Opfermäuse) rasieren würde oder aber, wenn sie sich auch selbst rasiert, dann nicht ebenfalls auf Kopf und Rücken, sondern eher an üblichen Putzstellen wie beispielsweise dem eigenen Hals. Die dritte Maus hat auch Stellen auf dem Kopf, ich bekomme sie aber nicht scharf aufs Foto. Das ist Nummer drei:
 

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#5
Hallo,

wie lange wurde denn mit Pilzmittel behandelt? Und vll fragst du nochmal nach dem Mittel. IdR dauert es mind. 1-2 Wochen bis sich da was sichtbares tut.

Nochmal zur möglichen Diagnostik:
Wegen der Probenmenge: Was eine zulässige Methode ist, ist eine sterile Zahnbürste zu nehmen und die Mäuse (am Besten alle 3 nacheinander) "abzubürsten. Den Bürstenkopf dann in ein Röhrchen + ein paar ausgezupfte Haare aus dem Rand bereich dazu. Damit erhält man durchaus eine repräsentative Aussage.
Wenn deine Tierärztin etwas Erfahrung hat, kann man auch ein s.g. "Trichogramm" machen, sprich sich die Haare unter dem Mikroiskop anschauen. Da kann man u.U. sehen, ob Haare wirklich abgebrochen sind, in welcher Wachstumsphase sie sich befinden, ob evtl die Haarstruktur verändert ist, etc.
Als letzte Möglichkeit (aber da momentan ohne Symtome eher etwas übertrieben) kann man natürlich auch eine Hautbiopsie nehmen. Minikurzes Iso-Schläfchen + Schmerzmittel und dann kann sich die Region ein Pathologe anschauen und mit etwas Glück eine Ursache finden. Aber wie gesagt, wenn ohne Symptome würde ich mir das schwer überlegen.

Ansonsten noch eine ganz doofe Frage: es haben ja alle am Kopf, oder? Gibt es irgendwo eine Stelle wo sie sich immer durchquetschen, die evtl etwas "scharfkantiger" ist? Ich hatte das tatsächlich mal bei einer Katze, die sich immer unbedingt durch eine ganz enge Stelle durchzwängen wollte..

Liebe Grüße,
Mia
 
#6
Hallo Lasiusniger,
ja, ich würde auch zu dem Trichogramm raten und keine weitere Therapie ohne Befund empfehlen.
Gerade auf dem letzten Foto bin ich recht sicher, daß das rasierte Stellen sind. Ich hatte mal eine Gruppe kastrierter Agouti, da sah das absolut identisch aus! Das Trichogramm würde ich nur zur Sicherheit (zum Ausschluß) machen, damit man nichts übersieht.
Milbenbefall ohne Juckreiz halte ich für ausgeschossen.
Pilzbefall kann mit unterschiedlich starkem (oder schwachem) Juckreiz einhergehen.
Also keine weitere Therapie ohne Befund. :)
Viele Grüße
Fufu
 

Lasiusniger

Körnchengeberin
Staff member
#7
Hi,

gegen Pilzbefall wurde von Ende Februar an behandelt, nicht ganz drei Wochen lang. Eine Besserung hätte sich inzwischen schon zeigen müssen, wenn Problem und Lösung zueinander gepasst hätten.
Mikroskopieren scheint leider nicht so die Sache der derzeit ansässigen TÄ zu sein, meine vorherige TÄ hat alles, was sie unter die Finger bekam, unters Mikroskop gestopft, aber die anderen, die es hier noch gibt, schicken nur Proben ein. Das mit dem Bürstenkopf behalte ich im Hinterkopf, falls ich sie doch noch beproben lasse. Narkosen möchte ich den dreien nicht zumuten, sie sind nicht mehr die jüngsten und sie quälen sich ja nicht. Wir stehen nicht unter Zugzwang.
Wisst ihr, wie lange man nach einer Pilzbehandlung warten muss, damit das Anlegen einer Kultur brauchbare Ergebnisse liefern kann?
Der Milbenverdacht ohne Juckreiz und bei gesunder Haut erschien mir von Anfang an merkwürdig, schön, dass ich damit nicht voll daneben lag.

Die Einrichtung (gute Idee) ist leider nicht anders als die bei meinen anderen Mäusen und bisher hat sich noch nie jemand daran aufgeschubbert.

Fufu, das beruhigt mich, dass du schon ähnlich aussehende Rasiermäuse hattest! Im Wiki: https://wiki.mausebande.com/farbmaus/rasieren sehen die Stellen ganz anders aus.
Meinst du, es kann sein, dass sich alle drei gegenseitig rasieren?

Mein Plan sieht jetzt ohnehin vor, sie eine Zeitlang zur Ruhe kommen zu lassen. Sie leiden nicht, wenn es etwas ultraansteckendes wäre, hätte es schon jemand anderes im Haushalt auch bekommen, und sie hatten eine Menge Stress durch die TA-Besuche und die Behandlungen, der bestimmt auch nicht gut für das Allgemeinbefinden war. Sie sitzen jetzt im Meterkäfig und haben viel Einrichtung bekommen. Ich werde außerdem für viel Abwechslung und Beschäftigungszeugs sorgen, vielleicht hilft das. Und in zweidrei Wochen schau ich mal, wie es weiter geht.
 
#8
Hallo Lasiusniger,
meine Mäuse sahen genauso aus, v.a. am Kopf, diese kleinen kreisrunden kahlen Stellen. Ich hab nie herausgefunden, wer die Rasiermaus war und vermute, daß mehrere Mäuse einen Rasierzwang entwickelt hatten. Jedenfalls gab es keine Maus ohne kahle Stellen. Die Bereiche am Rücken sehen für mich auf dem Foto nicht so typisch nach Rasieren aus, aber vielleicht sind Deine Mäuse beim Rasieren ja auch kreativ? *denk*
Viele Grüße
Fufu

Edit, wenn ich Zeit finde, schicke ich Dir ein Rasiermaus-Foto von meinen Mäusen.
 

Lasiusniger

Körnchengeberin
Staff member
#9
Oh ja, ein Bild irgendwann wäre toll :)

Sie sollen aus schlechter Quelle (ehemalige Tierschutztiere, also nix Züchter) kommen, eine hat einen Laufradschwanz und alle drei kommen aus einer ehemaligen Großgruppe, die nie richtig friedlich war. Es soll viel Zoff unter den Mäusen gegeben haben. Chronischer Stress begünstigt Verhaltensauffälligkeiten, das würde also passen.
Vielleicht sind die Rückenflecke auf alte Behandlungen zurück zu führen. Es ist die typische SpotOn-Stelle. *denk*
 
#10
MIt der Pilzbehandlung bin ich etwas verwirrt. Hast du es durchgängig gegeben? Das häufigste verwendete MIttel ist Itrafungol für Katze (Wirkstoff Itraconazol) und sollte eigentlich 7 Tage gegeben werden und 7 Tage Pause und das Ganze 3*. Oder hast du eine Waschlösung bekommen?
Da sich unter Pilzmittel nichts getan hat, ist es unrelevant wenn der Test wiederholt wird, da das Mittel ja offensichtlich (noch) nichts bewirkt hat. Wichtig zu wissen ist, dass man bei der Kultur 4 Wochen Geduld braucht, bis das Ergebnis da ist (es sei denn, es wir eher positiv). Bitte wirklich trotzdem Kultur machen und nicht PCR - die ist viel zu oft falsch positiv, da sie zT auch auf Schimmelpilze reagiert.

Berichte auf jeden Fall man, was sich tut. Würde mich sehr interessieren. Man lernt gern dazu.
@Fufu: vll kannst die Bilder hier rein stellen, würde ich auch gern sehen.
 

Lasiusniger

Körnchengeberin
Staff member
#11
Nix Verwirrung, die Antwort hast du dir schon selbst gegeben. ^^ Aber statt eines Bades habe ich sie mit dem Mittel eingesprüht, und dann kamen sie für einzwei Stunden auf die Wärmematte unter eine Wolldecke. War ein Mittel für Meerschweinchen, mit dem meine TÄ die nachhaltigsten Behandlungen erlebt hat.
Danke für die Infos zur Kultur.
 
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