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Rennmaus am Abend noch total schlapp, heute wieder fit! Wie geht das?

#1
Huhu,
ich bitte um eure Einschätzung, denn unsere Rennmaus gibt mir echt Rätsel auf!
Die beiden Mädchen sind schon 4 Jahre alt, also rüstige Omis. Gestern fanden wir unsere Toffi plötzlich in einem ihrer Gänge reglos liegen. Zwei Stunden vorher hatte sie noch gefressen. Wir haben sie sofort herausgeholt. Ihre Augen waren geschlossen, sie war leicht unterkühlt, hatte nur noch eine sehr flache Atmung und bewegte sich nicht. Da sie sehr zahm ist, habe ich sie ersteinmal in meinen Händen gewärmt. Da ich früher Farbmäuse hatte und mir diese Situation sehr bekannt vorkam, dachten wir, dass es jetzt nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie stirbt. Sie lag auf der Seite in meiner Hand, zwischendurch ging der Kopf mal kurz hoch, aber ansonsten keine Bewegung und wegetreten. Da es gestern Abend schon sehr spät war, sind wir nicht mehr zum Tierarzt gefahren. Ich dachte, dass sie sowieso in der nächsten Stunde einschlafen wird. Wir haben ihre Partnerin dann in eine Transportbox gesetzt und sie warm gebettet in ein Nestchen dazu gelegt. Heute morgen bin ich dann ganz früh um 5 Uhr aufgestanden. In der Erwartung, ein totes Mäuschen vorzufinden, stürmte mir eine topfitte und sehr lebendige Maus entgegen. Keine Bewegungseinschränkung, sie lief völlig normal, schöne offene Augen, glattes glänzendes Fell, als wenn nichts gewesen wäre, kam sie mir aus der Transportbox auf die Hände geklettert. Auch jetzt läuft sie munter durch ihren Käfig und läuft in ihrem Rad als wenn nichts gewesen wäre. Gefressen und getrunken hat sie auch bereits. Was ist da passiert? Ich kann es wirklich nicht glauben. Ich bin wahnsinnig froh, dass wir gestern nicht mehr zum Tierarzt gefahren sind, weil ich glaube, jeder Tierarzt, der sie in diesem Stadium gesehen hätte, hätte sie nur noch erlöst. Kann mir jemand sagen, ob er schon so etwas ähnliches erlebt hat? Wie kann das sein?

Liebe Grüße!!!!
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#2
Ich habe schon viele Renner beim Sterben begleitet, aber eine solche "fast Wiederauferstehung" habe ich noch nie erlebt.
Eine Freundin hat bei einem Hamster allerdings schon eine ähnliche Erfahrung gemacht, nur krasser: Der war eigentlich tot, es war kein Herzschlag mehr zu spüren und er war auch schon ganz ausgekühlt. Sie hatte ihn dann in einer Pappbox gebettet und über Nacht im Badezimmer gelassen - morgens kam er ihr den quietschfidel entgegen. :) Ich weiß jetzt nicht mehr, ob er danach noch lange gelebt hat.

Aber erstmal ist es schön für Toffi und für euch - wobei ich mich darauf einstellen würde, dass es vermutlich nur noch ein kurzes "Aufblühen" ist! Die beiden sind ja auch schon echte Seniorinnen.

Ich würde in so einer Situation auch gar nicht zum TA fahren. Wenn es so deutlich nach Sterben aussieht und die Maus ruhig ist und anscheinend auch keine Schmerzen hat - wozu dann der ganze Stress?
Ich finde, ihr habt das genau richtig gemacht! *Daumen hoch*
Wärme ist gut, wenn das Schlafnest in der Ecke des Stalls ist, stelle ich eine Wärmflasche an die Holz- oder Aquarienwand. Ein gut verschlossenes Glas gefüllt mit warmem Wasser kann man als Wärmequelle auch reinstellen.

Wenn alles friedlich verläuft, lasse ich meine Renner in ihrer gewohnten Umgebung im Stall sterben, auch wenn es manchmal ein paar Tage dauert. Solange ich den Eindruck habe, es gibt kein Leid - außer dass Sterben sicherlich nicht "schön" und in manchen Momenten auch anstrengend ist - gibt es aus meiner Sicht nichts zu tun.
Der Sterbeprozess gehört wie die Geburt (und auch die ist anstrengend) zum Leben dazu, aus meiner Sicht ist es ein Weg, ein "Ausklang" und Tiere können das oft besser als Menschen, sie "wissen" instinktiv, worum es geht und wie es geht - so meine Beobachtung.
"Das Erlösen" durch einen TA ist manchmal sinnvoll, keine Frage, um unnötiges Leid abzukürzen. Aber es ist auch ein sehr invasiver Eingriff in das gesamte "System".
 
#3
Danke nonin für deine ausführliche Antwort!
Ich war dann gestern doch noch mit den beiden beim Tierarzt, weil unsere Toffi nach Bewegungsphasen doch ordentlich am pumpen war und auch die Augen ihrer Schwester deutlich kleiner und etwas verschmiert waren. Es war gut, dass ich da war. Toffi hatte beim Abhören Knackgeräusche auf der Lunge und ihre Schwester Lissi leicht eitrige Augen. Außerdem sind beide altersbedingt etwas dünn. Dazu fehlt Toffi oben ein Zahn, was ihr wahrscheinlich die Nahrungsaufnahme erschwert. Sie bekommen jetzt täglich Baytril, gemischt mit Nutri von mir, außerdem nun zusätzlich Möhren- und Haferbrei mit geriebenen Nüssen. Zum Glück fahren sie total drauf ab und alle Töpfchen sind leer. ;) Heute morgen machen beide auch einen ganz munteren Eindruck.
Wir bereiten den beiden jetzt einen schönen Lebensabend. Zwei Omis haben wirklich ihren ganz eigenen Reiz und ich hoffe, sie bleiben uns noch ein wenig erhalten. ❤️
Ganz liebe Grüße!
 
#4
Du machst das toll!!!!!!!

Die dürfen nicht auskühlen - ich hab einen mal fast eine Woche! gewärmt, aber danach war er komplett wiederhergestellt (weiß gar nicht mehr , was das war und was sonst noch alles getan...)

Alles Gute euch!
 
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