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Rennmaus nicht vergesellschaftbar?

#1
Hallo,
ich bin neu hier und muss ein bisschen ausholen...
Vor ca 1,75 Jahren haben wir uns 2 weibliche Rennmäuse geholt, sie waren zu dem Zeitpunkt ca 3 monate alt.
Es klappte alles ohne Probleme, gehalten wurden sie in einem 1m Aquarium mit Aufsatz mit allem gängigem Zubehör.
3 Monate später war eine Maus tot. Kotuntersuchung ergab nichts, sie hatte auch keine Verletzungen. Wir versuchten die zweite Maus nach einer Weile mit einer Jungmaus zu vergesellschaften (Trenngittermethode), was schwierig war, da die 1. Maus agressiv war. Mit viel Zeit/Geduld klappte es, sie schliefen in einem Nest und nach 12 h Beobachtung lies ich sie über Nacht alleine, bzw. meine Tochter schlief im Zimmer. Am Mogen war die Jungmaus tot, keine Bisswunden.
Ich kontaktierte eine Züchterin, da ich mir keine weitere Vergesellschaftung zutraute und brachte ihr die Maus. Sie probierte es mit verschiedenen Mäusn und gab auf, weil meine Maus zu agressiv war.
Vor ca 1 Jahr meldete sie sich und bot an es mit einer älteren/gleichalten Maus zu probieren, die sie aufgenommen hatte. Nach anfänglichen Problemen klappte es. In dem letzten Jahr musste ich sie 2 mal wegen Streitigkeiten trennen, auf verkleinerten Gehege klappte es immer, aber ich musste geduldig vergrößern, da sie sonst wieder anfing zu zanken. Seit einem halben Jahr lebten sie stabil zusammen, vor 2 Tagen kuschelten sie noch im Nest zusammen.
Gestern fiel meiner Tochter auf, dass sie die 2. Maus seit 24 h nicht gesehen hat. Wir durchsuchten das Streu und fanden sie tot mit Bisswunde.
Einen Streit haben wir nicht bemerkt.
Wie soll ich weiter vorgehen? Ich möchte eigentlich keine weitere Maus ‚opfern‘, die Züchtern sagte damals auch, dass unsere Maus ziemlich agressiv sei und ihr das noch nie passiert ist, dass eine Maus so schwer zu vergesellschaften ist.
Andererseits ist sie ja erst 2 Jahre alt und ich möchte sie daher auch nicht alleine lassen.
Gibt es auch unter Rennmäuse Einzelgänger? Hat jemd. ähnliche Erfahrungen gemacht?

Danke, Mia
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#2
Hallo Mia, erstmal *welcome* hier im Forum!

Ich kann deine Überlegungen gut verstehen ... schön, dass du dir Unterstützung holst.

Ich kann dazu Folgendes sagen:
Vor mehreren Jahren habe ich ein Soloweibchen übernommen, von einer Rennmaushalterin mit viel Erfahrung. Sie hatte Maja mit Geschwistern und Mutter aus einem Notfall bekommen. Maja wurde mit ihrer Mutter vergesellschaftet, nach mehreren Monaten hat sie diese mit einem Kehlbiss getötet. Anschließend wurde sie erneut vergesellschaftet, was zunächst gut klappte. Aber auch diese Maus wurde nach mehreren Monaten ohne vorherige Anzeichen getötet.
Um nicht weitere Tiere zu "opfern" - was dich ja auch beschäftigt - hat die Frau entschieden, Maja als Solomaus weiterzuvermitteln und so kam sie zu mir.
Ich hätte genauso entschieden, in so einem Fall geht der Opferschutz vor. Da die Tiere sich in Gefangenschaft nicht aus dem Weg gehen können, wäre jeder weitere VG-Versuch ein viel zu hohes Risiko für das Partnertier.

Ob man das nun Einzelgängertum nennt oder Verhaltensstörung nennt: Jedenfalls scheinen manche Tiere mit den Gegebenheiten von "Gefangenschaft" - und das ist diese Haltung nun mal - nicht zurechtzukommen, zumal ja auch die gleichgeschlechtliche Paarung nicht "freiwillig" ist.
Vielleicht gibt es auch genetische Vorbelastungen, da könnte man jetzt wild spekulieren.

Und ich würde mit meinem Blick von außen sagen, dass Maja alleine gut zurechtgekommen ist und ganz zufrieden wirkte. Zumal sie auch mir gegenüber wenig aufgeschlossen war - ich durfte der Buddeletage nicht zu nah kommen, dort hat sie auch mich angegriffen.

Meine Einschätzung ist eindeutig: Ich würde eure kleine Problemmaus nicht noch einmal vergesellschaften. Das ist zwar traurig, andererseits hat vermutlich auch eure kleine Killerin viel Stress in den Situationen mit einem Artgenossen ... ohne "subjektiv empfundene Not" tötet eine Maus normalerweise nicht.
Und für das Partnertier wäre es vermutlich, selbst wenn es überlebt, kein entspanntes Zusammenleben. Das hat sich ja auch bei euch in der Vergangenheit gezeigt - wenn jede Veränderung zu Stress führt, ist das für beide Tiere anstrengend.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. *knuddel* Und es kommen sicher noch weitere Rückmeldungen...
 
Last edited:
#3
Ich würde, glaube ich, genauso entscheiden.

Ich hatte hier 2016 Rennerin Anna, die schwierig war. Maus 1 hat sie angegriffen, danach hat Anna Maus 2 angegriffen. (die Versuche waren nacheinander)
Letzte Option war ein Jungtier. Auch auf das reagierte Anna aggressiv am Gitter (weshalb ich die Zeit auf 4 Tage verlängert hatte). Das klappte dann, weil das Jungtier sich richtig verhalten hat.
Ich muss dazu sagen, dass Anna ein Fundtier war (Koffer unter einer Brücke) und vom Verhalten keine anderen Renner kannte. Sie hatte anfangs sogar Angst vor der kleinen. Wenn sie kuscheln wollte, ist Anna aufgesprungen...
Hätte die VG mit dem Jungtier nicht geklappt oder sie es gar getötet, dann wäre sie allein geblieben.

Ich würde ihr eine schöne Zeit machen, sie viel beschäftigen und Abwechslung bieten.
Ist sie zahm? Dann erleichtert das natürlich die Beschäftigung nochmal.
 
#4
Danke für Eure Antworten. Das bestärkt mich ja ein bisschen. Ich habe ja irgendwie ein schlechtes Gewissen, ich versuche ja immer, meine Tiere sortgerecht wie möglich zu halten, aber habe jetzt auch keine bessere Lösung.
Richtig zahm ist sie nicht (aber auch nicht komplett scheu), wir haben sie immer viel in Ruhe gelassen, um nicht noch mehr Unruhe rein zubringen, aber wir können jetzt versuchen mehr Kontakt mit ihr aufzubauen, um sie zu beschäftigen und ein wenig Abwechslung zu bieten .
Liebe Grüße und danke!
 
#5
Jetzt komme ich auch noch so, wenngleich äußerst ungern.
An einem Tier bin ich auch restlos gescheitert (unsozialisiert, Wanderpokal, menschenbezogen),
und ich ärgere mich rückwirkend,
den, die vielen armen anderen Renner und mich selbst dauernd in VG-Versuche gequält zu haben.......

Jetzt bist Du aber dran, das Tier selbst zu bespaßen ;) !
 

trulla

Krabbeltier
Staff member
#6
Hallo Mimau,

schön dass du zu uns gefunden hast, auch wenn der Anlass kein schöner ist *knuddel*

Ich glaube jeder langjährige Rennmaushalter kommt früher oder später an eine Rennmaus die "schwierig" im Sinne von verhaltensauffällig ist. Auch ich habe da so meine Erfahrungen, wobei es mir durch Hilfe von außen gelungen ist, die richtige Partnerin für meine Maus zu finden und die beiden zusammenzubringen. Das gelingt aber nicht immer, da kann ich mich den anderen anschließen. Ich finde vor allem gravierend, dass es bei euch keine vorherigen Anzeichen gab. Wenn man Renner hat, die sich irgendwie hochschaukeln, dann hat man ja die Chance rechtzeitig einzugreifen. Das war bei euch offensichtlich nicht der Fall, daher stehe ich hier auch hinter dem Opferschutz. Es tut schon weh ein so soziales Tier wie eine Rennmaus allein zu lassen, ich kann dich gut verstehen *seufz*. An eurer Stelle würde ich aber wohl auch so handeln.

Informiere dich doch mal über Clicker-Training, vielleicht wäre das was für eure Dame. Oder habt ihr die Möglichkeit ihr einen Auslauf zu gewähren?

Viele Grüße
trulla
 
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