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Spielzeug aus Filz

#1
Hallo mal wieder.

Ich wollte mal anfragen, was ihr von Filz als Einrichtungsmaterial haltet.

Neben den Mausis habe ich natürlich auch noch andere Hobbys und eine davon ist das Filzen, sowohl Nassfilzen als auch das Nadelfilzen. Ich nehme dafür Schafswolle, die mit Lebensmittelfarben eingefärbt wird.

Mir ist bewusst, dass man so keine Wolle oder Watte verwenden sollte, damit die Mäuse sich nicht irgendwas abschnüren. Gilt das aber auch für verfilzte Wolle, die nicht flust und so fest verbunden ist, dass sich keine einzelenen Fäden lösen lassen?

Anbei mal eines der Werkstücke, noch nicht nachgenadelt und "unrasiert"
 

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#2
Hallo, guten Morgen,

das Material ist wohl ungefährlich, aber die Mäuse werden so ein Teil wahrscheinlich schnell vollpinkeln. Dann stinkt es, und das Teil ist hinüber. Wäre schade drum. Außerdem sieht es zwar sehr dekorativ aus, aber ich weiß nicht, ob die Mäuse wirklich etwas davon haben. Ein ordinärer Pappkarton zum Zernagen ist da schon mehr nach Mäusegeschmack *rrr*
 
#3
Ich dachte jetzt auch nicht unbedingt nur an solche Säcke, sondern vielleicht auch eher Kletterseile, Hängematten, Verbindungen. Obwohl ich damit tatsächlich jede beliebige Form erstellen kann, die dann auch tragfähig ist.

Filz ist ohne Probleme waschbar. Und das beste - er geht nicht mehr bei hohen Temperaturen ein ;)

Um den Filz nach dem Nassfilzen von der restlichen Seife zu säubern und weiter zu verfestigen nimmt man ohnehin Essigwasser. Sollte also auch was das angeht recht einfach vom Geruch zu befreien sein.

Es geht eigentlich mehr darum, ob die Wollfaser ihnen schaden könnte. Ich weiß nicht inwiefern es die Maus schafft versehentlich verschluckte Haare zu verdauen, die nicht ihre eigenen sind.

Der Vorteil wäre halt, dass man die Stellen, die angenagt wurden, sehr schnell wieder reparieren kann, indem man drübernadelt mit Ersatzwolle.

Und sooo aufwendig ist das eigentlich gar nicht ;) Eher Zeitvertreib. Sofern Interesse bestehen würde und das ganze als unbedenklich eingestuft wird, könnte ich auch mal dann und wann Inventar, dass aus Langeweile entstanden ist, abgeben.
 
#5
die einzige Gefahr die von der mit lebensmittelfarbe gefärbten Wolle aus geht ist die physikalische Abschnürung von Gliedmaßen.
Wenn du wirklich garantieren kannst, dass sich auch keine einzelnen Woll-Schlaufen bilden können, dann spricht IMHO nichts gegen die Verwendung von Filz.
Ob das wirklich ausgeschlossen werden kann, kann ich so nicht beurteilen, dafür kenn ich mich mit Filz zu wenig aus.
Die Verschluckungsgefahr ist relativ gering, da Mäuse beim Nagen den Rachenraum verschlossen halten. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass größere Mengen Wollfasern in der Maus landen. Einzelne Fasern dürften für die Verdauung wohl unproblematisch sein.

Edit: Ein Probeesxemplar, das von der Stiftung Maustest mal genau unter die Lupe genommen wird wäre aber schon interessant :D
Unterscheidet sich der handgemachte Filz von der Beschaffenheit von industriell hergestelltem Filz?
 
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#6
Alles was noch übersteht wie beim Werkstück oben wird mit einer Filznadel (fiese Dinger...) noch tiefenverfilzt und der Rest mit einem Damenrasierer (^^) entfernt. Wäre zumindest wohl schonender für die Füsschen als das was am Sisal raushängt. Und man kann das ganze recht problemlos vernähen oder schneiden, um Ösen für die Aufhängung zu bekommen

Wenn Wolle ersteinmal verfilzt ist, dann bekommt man nichts mehr auseinander (lernt man meist auf traurige Weise mit den Lieblingspullis beim Waschen :( )

Ich werde wohl einfach mal ein Teststückchen fertig stellen und dann lade ich davon mal was hoch. Vielleicht kann ich da auch Holzelemente mit einbringen.

Bisher habe ich öfter mal Kinderspielzeug daraus hergestellt, daher hab ich halt auch darauf geachtet, dass da keine giftigen Färbemittel genommen wurden und es wenig fusselt.
 
#7
Nachtrag zu der Frage wie es sich da verhält mit Handarbeit und industriell:

Ich kann halt im Gegensatz zum industriellen Filz auf Naturwolle komplett zurückgreifen. Aus Kostengründen wird dort sonst oft künstliche Faser verwendet. Vom Färbemittel ganz zu schweigen.

Und ich kann halt genau festlegen, wie dick, wie stabil und wie locker oder fest das Werkstück werden soll. Zudem der Kreativität da wenig Grenzen durch das Material gesetzt sind.

Klassisch als Seilersatz wären Dreads. Mal dünner, mal dicker. Der Filz ist auch im Gegensatz zu den wohl aus dem Bastelshop bekannten Filzmättchen stabiler und reißfester.

Ein Spielball von mir hat mittlerweile den Krallen einer Katze seit mehr als einem 1/2 Jahr standgehalten ;)
 
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#8
Sisalfasern sind wesentlich gröber als Wollfasern. Daher sind da Schlingen nicht so tragisch, da sie zum einen kaum einschnüren, da sie wesentlich großflächiger ansetzen, zum anderen können sie im Falle eines Festhängens leicht durchnagt werden. Das ist bei den dünnen Wollfasern auch weitaus schwieriger - und eine Maus in Panik wird es u.U, nicht schaffen, zielgerecht das richtige Haar zu durchtrennen.

Im Wiki wird an mehreren Stellen von Gegenständen mit aufgeklebtem Filz auf der Stellfläche abgeraten - allerdings weiß ich jetzt nicht, wieso... das könnte auch am Klebstoff liegen. Das sollte allerdings noch ein wenig hinterfragt werden.

Ich hab so jetzt konkret nichts gegen Filz finden können. Wird das nicht auch in der Rattenhaltung gerne benutzt? :unsure:
 
#9
Ratten habe ich mir so nie gehalten, da kann ich nichts zu sagen.

Verkleben sollte man das gute Zeug ohnehin nicht. Sowas näht oder schraubt man am besten fest. Oder man umfilzt die Unterlage gleich mit. Ich denke auch der Filz würde den Kleber aufsaugen und damit zum einen komplett steif und brüchig machen und zum anderen gifitg. Aufgeklebter Filz kann dann natürlich auch nicht mehr gereinigt werden.

Hm, das stimmt schon beim Sisal. Ist aber auch immer so schmerzhaft sich nach der arbeit damit die spitzen Fasern aus der Haut zu ziehen ^^ Aber die Mäuschen haben das Zeug auch im Gehege, schon alleine weil ich damit auch meine Hängebrückchen bastel.
 
#10
- ich find Filzen toll, und das Foto oben zB auch!! -

Bei den Mäusen wäre ich ein bisschen unsicher (und da könnte auch viel von den Individuen abhängen):
Du filzt das alles zwar fest - aber eine fleißig nagende und mit den Pfötchen arbeitende Maus kriegt das schon wieder gelockert :D
Und könnte sich dabei darin verheddern...oder Krallen ausreißen - davor hätte ich wahrscheinlich doch so Bammel, dass ich es ihnen vorenthalten würde
 
#11
Da kommt Stiftung Maustest wieder ins Spiel: einfach mal ein Filzteil unter Aufsicht zerschdeddern lassen... :D

Schwierig so vorher zu sehen, wie sich Filz im harten Alltagseinsatz verhalten wird...
 
#12
Operation Maustest läuft.

Die nagewütigen Jungs haben das Werkstück von dort oben seit gestern in der Mangel und mittlerweile ist es ein beliebter Kuschelplatz.

Mal sehen, wann sie es schaffen, das Teil zu zerfleddern und ab wann ich es reinigen muss.

Die Mädels haben derweil meine "Facehugger"-Filzpuppe im Beschlag. Da das ganze recht leicht ist, wird sie öfter durch den Käfig geschleppt. Schaut auch noch ganz fit aus, aber die Spähne hängt halt mal leichter dran.
 

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#14
Ephelides, wenn das Ding von Stiftung Maustest für gut befunden wird und den Belastungstest besteht, dann darf ich bei Dir Bestellungen aufgeben, ja? Oder Du gibt's einen Maus-Filz-Workshop und trägst mich schon mal als Teilnehmer ein, bitte. ;)
 
#16
Rausnehmen wird tatsächlich schwierig, irgendwer schlummert immer darin ;) Zwischenzeitig habe ich das Ding mit heißen Essigwasser durchgespült (natürlich gut mit sauberem Trinkwasser danach ausgespült) und es nach dem Trocknen (kann auch gefönt werden) den Mädels überlassen.

Die Jungs haben nach den ersten Nageversuchen davon abgelassen und sind wieder ihr restlichen Inventar zerstören gegangen.

Bei den Mädels hab ich jetzt quasi ständig irgendwen, der damit rumkuschelt oder dran herumnagt. Bisher geschreddert wurde nur ein kleines Büschel, siehe Anhang. Die abgefallenen Flusen hab ich mal neben den Sisalopferstücken von Floh der letzten Nacht fotografiert.

Die darin schlummernden Mäuse konnte ich nur mittels Bestechung durch Mehlwürmer aus dem Kuschelnest herauslocken ^^

Geruchstechnisch ist jetzt trotz geschlossenem Boden auch noch nicht wirklich etwas festzustellen. Nur das Einstreu und das in den Beutel geschleppte Heu müssten wenn man es reinigen will von Hand nochmal expliziter abgesammelt werden.

Ansonsten, das Teil ist jetzt ein relativ weiches und biegsames Stück, die Kletterdreadlock muss ich nochmal einbauen und fotografieren ;) Aber gestern wurde erstmal das Haselnussgedöns verbaut.

So im Allgemeinen würde ich sagen es gefällt ihnen schon ganz gut, Farbgebungen der Wolle ist reiner Körnergebergeschmack und leiden tut das Zeug nicht mehr als alle meine anderen Einrichtungsgestände auch. Ich behalte das mal weiter im Auge.
 

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#17
Bis jetzt sieht's gut aus.
Allerdings kann man erst nach wirklich stärkerem Benag Genauerees sagen. Das kann in den nächsten Minuten oder in den nächsten 5 Jahren passieren. Fakt ist nur: irgendwann ist es so weit. Zu genau diesem Zeitpunkt musst du unbedingt dabei sein und notfalls eingreifen können.
Da Wollfäden aber eben unbeaufsichtigt zu Amputationen und Erdrosselungen führen können, wäre alles Andere sehr gefährlich für die Tiere.
 
#18
Ich weiß die Besorgnis wirklich zu schätzen, aber ich bin auch kein Freund von Panikmache.

Ich hab ebenso einen Hamster damals gehabt, der sich seine Pfote beinahe mit dem ach so sicherem Sisal abgetrennt hätte. Hätte ich da nicht eingegriffen, hätte ich zwei Narben vom panischen Beißen weniger und der Hamster wäre plötzlich Dreibeiner gewesen. Einem meiner damaligen Kanninchen steckte das Zeug auch mal im Hinterlauf, weil es sich manchmal wie Splitter in die Haut bohren kann.

Ich weiß nicht, wie sie das geschafft haben, Fakt ist aber, dass keine Faser vollkommen unbedenklich sein kann.

Ich hänge jetzt ja keine losen Wollstränge auf aus endlos langen Haaren oder benutze die rohe Wolle wie andere Hamsterwatte (grauenhaftes Zeug) als Nistmaterial.

Soweit ich das sagen kann gibt es keine absolut sichere Art der Käfiggestaltung. Eine meiner Farbis hat sich das Genick gebrochen, ja, aber das auf völlig unverhersehbare Weise und einer Prise Tollpatschigkeit - einfach beim Toben und blöd fallen.

Generell muss ich nur so manche Bilder von Eigenbauten ansehen und dann stehen Spitter raus, unsaubere Metallkanten, schlecht geschnittenes Acrylglas, mies verarbeitetes Gitter und raus- oder vorstehende Nägel oder Schrauben.

Es werden auch gerne immer wieder feingliedrige Ketten als Aufhängmaterial genutzt, das ist dann ok, aber die Quetschungen erwähnt keiner.

Tschuldige, ich weiß, ihr habt alle eure Erfahrungen und meint es gut. Aber zu sagen "irgendwann ist es soweit, Du musst dabei sein!" ist meiner Meinung nach etwas zu überzogen. Denn irgendwann ist es auch soweit - Häuschen aus Holz werden zernagt und in schlechten Fällen auf Nägel dabei gestoßen. Der Zeh wird sich beim Rumturnen in den Kettengliedern gequetscht, eine Maus fällt unglücklich oder wie es bei der Ratte eines Freundes passiert ist: Das Auge wird ausgestochen am Strang der Koblenhirse.

Ich meine sowas echt nicht böse, aber niemand hier kann hellsehen und weiß, was alles passieren wird.

Soweit ich das momentan beurteilen kann fühlen sie sich wohl damit. Das was ich teilweise an langen Strängen anderer Fasern in den Kuscheleckchen finde ist dann auch nicht wirklich besser - auch wenn hier jeder das Material verwendet.

Deshalb bitte, keine Panikmache oder pauschale Unterstellung und Vorurteile a la "ich verwende das, und nur das ist gut und alles andere zu gefährlich".

Ich schau mir weiter an, was meine Mädels damit machen und mache hier zwischenzeitliche Statusaktualisierungen wie der Versuch läuft. Danach kann ich dann sagen, ob das wirklich brauchbar ist oder ob die Haltbarkeit zu gering ist und ob da vielleicht andere Probleme mit auftreten.
 

Lumi

Administrator
Staff member
#19
nunja.

Du hast recht: Man muss ein gesundes Mittelmaß finden.
Wer Häuser mit Nägeln abietet, ist selbst schuld ;) Wer kleingliedrige Ketten zum Aufhängen nimmt genauso. Kletterbereiche sinnvoll gestalten, keine allzugroßen Fallhöhen....
Da gibts einfach Risiken, die man mit ein wenig Aufmerksamkeit und Mitdenken sich und den Mäusen sparen kann.

Klar gibt es dann immer die Möglichkeit der unmöglichsten Unfälle.
ich glaube nicht, dass Filzfussel zum Strangulieren reichen. Da hat man die übliche Gefahr bei stoffartigem Inventar, dass eine Kralle hängen bleibt...
Aber es entstehen ja keine großen Schlaufen oder gar Fäden..

Das was ich teilweise an langen Strängen anderer Fasern in den Kuscheleckchen finde ist dann auch nicht wirklich besser - auch wenn hier jeder das Material verwendet.
öhm, was für Fasern welchen Materials?
wenn du schon so einen pauschalen Rundumschlag machst, dann doch bitte genauer.
 
#20
Natürlich können Unfälle passieren, nur sind Mäuse NAGEtiere. Sie Nagen. Massiv und sehr gerne. Daher ist es eben nicht die Frage, OB das Teil massiv benagt werden wird,sondern WANN das passieren wird. Und erst genau wenn dies eingetreten ist, lässt sich eine Prognose anstellen, ob Filz gefährlich oder ungefährlich ist.

Daher ist das einfach mal so unbeaufsichtigt drine lassen ein IMHO sehr gefährliches Tierexperiment. Wenn eine Maus ein Häuschen annagt und dort ein Nagel zum Vorschein kommt (im Wiki wird darauf hin gewiesen, dass Holzspielzeug KEINE Nägel enthalten darf), dann schießt der Nagel nicht plötzlich hervor. Bei 100 Fällen wird in 99 davon daher trotzdem nichts passieren.

Aber gerade die extrem dünnen Wollhaare bewirken durch die extrem geringe Auflagefläche, dass es schon bei geringsten Zugkräften zur Abschnürung der Blutzufuhr kommen kann.
Das hat nichts mit Panikmache zu tun. Laut TVT z.B. hat Wolle im Tierkäfig gar nichts zu suchen und gehört zum tierschutzwidrigen Zubehör.
Und hier wird herumexperimentiert, ob es nicht evtl. in dieser Form doch geht. Gerade in so einem Fall sollte man schon im Interesse des Tieres die allerhöchste Sorgfalt an den Tag legen!
 
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