• Unser Mausebandekalender kann jetzt bestellt werden.

    Der Kalender wird gedruckt werden, die Anzahl steht durch die bisher erfolgten Vorbestellungen fest. Zukünftige Bestellungen können nur noch berücksichtigt werden, so lange der Vorrat reicht. Wer also auf jeden Fall einen oder mehrere abbekommen möchte, sollte sich beeilen :) Stand 20.11.2020: es suchen noch 23 Kalender ein neues Zuhause.

    Auch ein paar Postkarten und 3 Mousepads (auch hier Stand vom 20.11.2020) aus dem letzten und vorletzten Jahr suchen noch ein schönes neues Zuhause.

    Hier geht es zum Info-Thread.

stronghold / ivomec --- info

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ingeli

Guest
#1
huhu
dachte das sei mal ganz wichtig :D
diese zusammengefassten infos sind :
(c) Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie,

die kaum verständlichen viel zu wissenschaftlichen kram
hab ich zum besseren verstehen rausgenommen


Stronhold/selamectin

Wirkungsmechanismus allgemein
Selamectin paralysiert und/oder tötet ein breites Spektrum invertebraler Parasiten dadurch, dass es eine Erhöhung der Permeabilität von Chloridkanälen bewirkt und dadurch die Erregungsübertragung in den Neuronen unterbricht. Hierdurch wird die elektrische Aktivität erregbarer Zellen von Nematoden und Arthropoden gehemmt, so dass es zur Paralyse und/oder Tod kommt

Selamectin tötet adulte Flöhe und verhindert das Ausschlüpfen der Floheier (Hair 2000; Anonymous 2000). Der Lebenszyklus der Flöhe wird dadurch unterbrochen und ein erneuter Flohbefall wird verhindert

Wirkdauer

Eine einzelne topische Dosis von mind. 6 mg/kg Selamectin ist bei Hunden und Katzen gegen adulte Flöhe während mindestens 27 Tagen hoch wirksam


Indikationen

Allgemein
Selamectin ist ein Endo- und Ektodektizid mit guter Effektivität
Der Wirkstoff ist wirksam gegen Flöhe, Zecken, Milben, intestinale Haken- und Spulwürmer sowie gegen unreife Herzwürmer

Kontraindikationen

Nur zur Applikation auf die Hautoberfläche bestimmt. Nicht oral und nicht parenteral verabreichen! - Tiere, die unter 6 Wochen alt sind, dürfen nicht behandelt werden (Demuth 1999). - Vor der Verabreichung von Selamectin sollten Hunde auf eine bestehende Herzwurminfektion untersucht werden. Falls dies der Fall ist, müssen die Tiere zuerst gegen Herzwürmer behandelt werden (Anonymous 2000).

Toxizität

Anwendungssicherheit

Die Sicherheit bei Hunden und Katzen nach topischer Verabreichung oder akzidenteller oraler Aufnahme ist unabhängig von Alter und Rasse gut Selamectin wird von allen Hunderassen und auch von Avermectin-sensitiven Collies gut toleriert.
Der Wirkstoff wird auch von trächtigen und säugenden Hündinnen und Katzen, von Zuchttieren sowie von Welpen in Alter von sechs Wochen und älter gut vertragen.
Mäuse

30 mg/kg: Keine klinischen Nebenwirkungen
100 mg/kg:
Wirkstoff wird gut toleriert, doch milde und vorübergehende Symptome (erhöhte Respirationsrate und Muskelschwäche) treten auf, doch bei allen Mäusen verschwanden diese innerhalb von 24 h nach Behandlung
300 mg/kg:
Milde Nebenwirkungen, Ptosis und Piloerektion bleiben bis 24 h bestehen

Hund
Eine Studie wurde durchgeführt, um die Sicherheit von Selamectin bei der empfohlenen Dosierung von 6 - 12 mg/kg zu bestimmen:

Selamectin zeigte keine negativen Auswirkungen auf die Reproduktion von adulten männlichen und weiblichen Zuchthunden
Die Behandlung von Zuchthündinnen während der Trächtigkeit und
Es kam zu keinen Nebenwirkungen bei mit adulten D. immitis infizierten Hunden

Avermectin-sensitive Collies
Die Anwendung ist auch bei Hunden sicher, die gegenüber anderen Avermectinen empfindlich reagieren. Auch nach der Applikation der 5-fachen therapeutischen Dosis traten keine Nebenwirkungen auf

Avermectin-sensitive Collies tolerieren Selamectin in viel höheren Dosierungen als Milbemycinoxim oder Dihydroavermectin
Trotzdem erfolgte bei einem Hund nach einer oralen Verabreichung von 5 mg/kg eine milde Ataxie

Katze
Selamectin zeigt bei adulten männlichen und weiblichen Zuchtkatzen und bei mit Herzwürmern infizierten Katzen keine Nebenwirkungen

Die orale Verabreichung der topischen Rezeptur, die akzidentell erfolgen könnte, verursachte milde, intermittierende, selbstlimitierende Salivation und Erbrechen

Selamectin ist sicher in der Anwendung bei jungen Katzen im Alter von 6 Wochen

Chronische Toxizität

Hund
Selamectin wurde Hundewelpen (ab dem Alter von 6 Wochen) 7 x monatlich topisch mit der dreifachen, fünffachen und zehnfachen empfohlenen Dosis (6 mg/kg) verabreicht. Die Behandlung zeigte keine Nebenwirkungen (Hair 2000). Die topische Verabreichung von Selamectin einmal monatlich während 3 Behandlungen mit der 3fach empfohlenen Minimaldosierung von 6 mg/kg wurde von Hunden, infiziert mit lebenden adulten D. immitis, problemlos vertragen

Avermectin-sensitive Collies
Drei topische monatliche Applikationen mit der einfachen, dreifachen und fünffachen empfohlenen Minimaldosis (6 mg/kg) werden von Avermectin-sensitiven Collies problemlos vertragen.

Katze
Selamectin (6 mg/kg topisch monatlich appliziert) ist in der Anwendung bei jungen Katzen im Alter von 6 Wochen, bei herzwurminfizierten Katzen sicher (
Selamectin wurde Katzenwelpen (ab dem Alter von 6 Wochen) 7 x monatlich die einfache, dreifache, fünffache und zehnfache empfohlene Dosierung (6 mg/kg) verabreicht.
Dabei sind keine Nebenwirkungen aufgetreten
Die viermalige empfohlene Dosierung monatlich während 6 Monaten an Katzen, infiziert mit lebenden adulten D. immitis, verabreicht wird von den Tieren gut vertragen


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ingeli

Guest
#2
Ivomec /Ivermectin

Eigenschaften / Wirkungen

Ivermectin gehört zur Familie der Avermectine die eine endektozide Wirkung besitzen. Durch Ivermectin werden Nematoden und Arthropoden aufgrund einer Hemmung der Impulsübertragung zwischen Nervenzellen und zwischen Nerven- und Muskelzellen gelähmt und sterben schliesslich ab. In therapeutischen Dosen zeigt Ivermectin beim Rind keine Nebenwirkungen, da es deren Zentralnervensystem kaum erreicht. Ivermectin wirkt nicht gegen Leberegel und Bandwürmer


Dosierung / Anwendung
OPTIMECTIN Pour-On darf nur in der empfohlenen Dosis von 0,5 mg Ivermectin pro kg KGW entsprechend 1 ml pro 10 kg KGW auf die Haut aufgetragen werden.


Beim Hund können bei der Behandlung von Dirofilaria immitis schock-ähnliche Reaktionen durch absterbende Mikrofilarien hervorgerufen werden.
Als häufigste Symptome wurden Schock (blasse Schleimhäute, Tachypnoe, schneller, schwacher Puls, Schwäche), Dyspnoe, Erbrechen, Pyrexie und Ataxie beobachtet. Diese treten etwa 5 Stunden nach der Behandlung auf
Lethargie/Anorexie:
Lethargie und/oder Anorexie werden häufig bei Vögeln beobachtet. Besonders Finken und Wellensitiche sind empfindlich gegenüber Ivermectin
Auch Ratten sind häufig am Tag nach der Ivermectinbehandlung sehr träge

Toxizität


Ursache einer erhöhten Empfindlichkeit
Die Ivermectinintoxikation wird durch eine erhöhte Konzentration von Ivermectin im ZNS ausgelöst. Bei den meisten Säugetieren verhindert die Blut-Hirn-Schranke den Eintritt von Ivermectin in das ZNS. Bei Ivermectin-empfindlichen Tieren wurden jedoch extrem hohe Ivermectinkonzentrationen im Hirn gemessen

Die Ursache für eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke ist ein genetischer Defekt in Form einer (Verlust-) Mutation am sogenannten multi-drug-resistance-Gen (MDR1). Das Proteinprodukt dieses Gens, das P-Glykoprotein, ist ein wichtiges Bestandteil der Blut-Hirn-Schranke.
Es kommt in grossen Mengen in der apikalen Membran der Endothelzellen der Kapillaren des ZNS vor und ist eine Transportpumpe innerhalb der Blut-Hirn-Schranke. Verschiedene grosse, hydrophobe Substrate, wie Ivermectin, Loperamid, Cyclosporin und Digoxin binden an dieses P-Glykoprotein und werden aktiv von den Endothelzellen in das Kapillarlumen zurücktransportiert .
Bei Hunden und Mäusen fehlt bei Ivermectin-empfindlichen Individuen das P-Glykoprotein in den Endothelzellen der Hirnkapillaren; sie verfügen somit nicht über diesen Schutzmechanismus.


Symptome der Ivermectinintoxikation

Die häufigsten Symptome der Ivermectintoxikation beim Hund sind:

Allgemein: Schwäche, Hypothermie
Gastrointestinaltrakt: Hypersalivation, Sabbern, Erbrechen
Respirationsapparat: Atembeschwerden
ZNS: Ataxie, Hypermetrie, Tremor, Verhaltensstörungen, Konfusion, Blindheit, Mydriasis, fehlender oculomotorischer Drohreflex, fehlender Pupillarreflex, Koma, Tod

Die Symptome treten 6 - 24 Stunden nach Applikation auf und entwickeln sich über mehrere Tage, je nach Stärke bis zu komatösen Zuständen bzw. zum Tod. Im allgemeinen gilt, dass je schneller die Toxizitätssymptome nach oraler Gabe auftreten, desto schwerer der Verlauf der Intoxikation ist. In einer Studie wurde beobachtet, dass Hunde, deren Symptomatik zwischen 4 - 6 Stunden nach Applikation begann, komatös wurden. Zeigten sich die ersten Symptome jedoch erst 10 - 12 Stunden nach Applikation, schritt die Intoxikation in der Regel nicht bis zum Koma fort

Katze
Die Symptome sind identisch mit denen beim Hund und bestehen zu Beginn in Aufregung, Lautäusserung, Diarrhoe, Anorexie, Miosis oder Mydriasis, Lähmung der Hintergliedmassen, Ataxie, Tremor, Desorientierung, Blindheit, verlangsamte, unvollständige oder fehlende Reflexe, Hypothermie, erniedrigte Atem- und Herzfrequenz, Koma.
Die neurologischen Symptome verringern sich in der Regel innerhalb mehrerer Tage und die meisten Tiere erholen sich nach 2 - 4 Wochen In schweren Fällen können Todesfälle auftreten

Fallbeispiele:

Nach der Gabe von 1 mg Ivermectin per Injektion an 7 Wochen alte Kätzchen traten 18 Studen später Diarrhoe, milde Ataxie der Hintergliedmassen und Miosis auf. Innerhalb der nächsten 72 Stunden fielen 2 Tiere in ein tiefes Koma. Nach weiteren 48 Stunden waren erste Zeichen der Erholung sichtbar. Die komatösen Kätzchen reagierten auf physische Reize mit Muskelzuckungen und Lautäusserungen. 7 Tage nach der Ivermectingabe hatten die Tiere sich vollständig erholt und waren klinisch normal. Während dieser Zeit wurden die Tiere in einem Inkubator bei 28°C gehalten, stündlich gewendet und mit 1 mg Dexamethason täglich behandelt. Alle 12 Stunden wurden 10 ml physiologische Kochsalzlösung subkutan verabreicht, die Ernährung erfolgte über eine Magensonde (

12 Stunden nach der subkutanen Gabe von Ivermectin in einer Dosierung von 0,3 mg/kg wurde ein 3 Monate altes Kätzchen komatös, reagierte nicht mehr auf externe Stimuli und zeigte eine Miosis. Die myotaktischen Reflexe und die Hirnnerven waren normal, der Würgereflex fehlte. Das Tier wurde symptomatisch und supportiv behandelt: Lagerung in sternaler Position, intravenöse Flüssigkeit, Aufrechterhalten der Körpertemperatur, befeuchtende Augensalben, künstliche Ernährung per Sonde. 7 Tage nach der Ivermectingabe starb das Kätzchen (Lewis 1994).


Ein 4 Wochen altes, 300 g schweres Kätzchen wurde nach der Gabe von 15 mg Ivermectin (250-fache Überdosierung) komatös, zeigte Salivation und starb nach 2,5 Stunden.

Ein ebenfalls 4 Wochen altes, 300 g schweres Kätzchen zeigte 2 Stunden nach der Gabe von 7,5 mg Ivermectin (125-fache Überdosierung) Ataxie und Salivation, wurde am nächsten Tag komatös und zeigte Mydriasis, leichtes Fieber, Tachypnoe und Tachykardie. Es wurde mit Neostigmin (25 µg) und 20 ml 5%ige Dextroselösung zweimalig im Abstand von 30 Minuten behandelt, starb jedoch 12 Stunden später.

2. Ein 2-jähriger, 4 kg schwerer Kater erhielt 15 mg Ivermectin (16,6-fache Überdosierung) subkutan. Er entwickelte daraufhin folgende Symptome: leichte Salivation, Lakrimation, Mydriasis, Vorfall des 3. Augenlids, Tachypnoe, Tachykardie und Ataxie. Die Behandlung bestand aus der Gabe von Neostigmin (150 µg), 100 ml 5%ige Dextroselösung und 200 ml Hartmanns-Lösung intravenös. Dies wurde nach 6 Stunden wiederholt. An den folgenden 2 Tagen wurden Neostigmin und Dextrose weiterhin 1 x täglich intravenös verabreicht. Es kam zu einer vollständigen Erholung nach 5 Tagen
 
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ingeli

Guest
#7
und wie lange ist angebrochendes ivomec noch haltbar??
das weiß ich nciht weil ich es niemals benutzen würde viel zu gefährlich ...da sind schon mäuse bei umgekommen
ausserdem hats kein depotwirkung ist also ne recht hektische sache

sara doch -> frontline (spray ) keinesfalls der spot on
 
#11
Aber es gibt ja viele Milbensorten die sehr hartnäckig sind und von nur einmal Punkten nicht sterben.

Und mit dem Punkten tötet man ja nur die aktuell auf dem Tier lebenden Parasiten, nicht aber deren Nissen und Larven und Eier welche ein paar Wochen später dann schlüpfen.

Es gibt nur wenige Milbensorten welche nach einer einzigen Behandlung dann endgültig weg sind. Bei den meisten Milbensorten muss man ja leider Wochenlang oder Monatelang jede Woche behandeln, in der Hoffnung, dass der Mist irgendwann hoffentlich vorbei sein wird. Davon zeugen ja viele Beiträge im Gesundheitsbereich.

Ich habe schon mehrmals gehört, dass es Tierheime oder Leute gibt, welche Notfalltiere wenn sie reinkommen, kurz einmal Punkten, damit dann keine Milben eingeschleppt werden... aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das hilft, wenn es nur einmal gemacht wird.
ich weiß, dass Stronghold eine Langzeitwirkung hat...aber ist die ausreichend???

Und was ist mit frontline???
 
#12
Von wem ist denn das Zitat, Sara?

Stronghold hat extra eine Depotwirkung, um die neu schlüpfenden Milben oder Läuse auch noch zu erwischen.

Ich persönlich mache es so:

- Bei bestätigtem Befall mit Ektoparasiten wiederhole ich die Stronghold-Behandlnung nach 3 Wochen, obwohl es heißt, die Depotwirkung mache dies überflüssig, ich mach`s trotzdem.

- Bei Neuankömmlingen, die ich ja alle mit Frontline-Spray behandle, wiederhole ich nicht --- es sei denn, sie geben mir einen begründeten Verdacht, ist aber zum Glück noch nie passiert. Bei Labormausis darf ich auch sicherlich davon ausgehen, daß sie nichts mtibringen...


Meiner Meinung nach ist das hier:

Original von Sara
Es gibt nur wenige Milbensorten welche nach einer einzigen Behandlung dann endgültig weg sind. Bei den meisten Milbensorten muss man ja leider Wochenlang oder Monatelang jede Woche behandeln, in der Hoffnung, dass der Mist irgendwann hoffentlich vorbei sein wird. Davon zeugen ja viele Beiträge im Gesundheitsbereich.

... insofern falsch verstanden, daß es nicht an der Stronghold-Behandlung liegt, wenn Milben nicht verschwinden, sondern daran, daß der Mensch zu nachlässig desinfiziert hat. Man muß immer die gesamte Umgebung der Tiere mitbehandeln. Ein einziges eiertragendes Milbenweibchen, das man übersehen hat, reicht völlig aus, um die Plage neu aufleben zu lassen.

Genauso wichtig: gepunkete Mäuse müssen unbedingt mindestens eine halbe Stunde, besser länger, in eine TB oder Duna auf Zellstoff, falls es Parasiten gibt, die versuchen, die Maus zu verlassen (je nach Milbenart machen das einige). Der Zellstoff muß danach sofort aus der Wohnung gebracht werden und die TB mit Bactazol desinfiziert. Wenn ich die Maus nur punkte und zurück in die Voli setze, brauche ich mich nicht zu wundern, daß die Milben nach 2 Wochen wieder da (bzw. immer noch da) sind.

Was auch gern falsch gemacht wird:
Die Leute haben eine Gruppe (Mäuse, Ratten, Ninchen, Meeries...), finden an einem Tier Ektoparasiten und behandeln nur dieses eine Tier. Das ist falsch, es muß immer die gesamte Gruppe behandelt werden. Denn auch wenn man es vielleicht nicht sofort sieht, so sind doch alle Tiere der Gruppe befallen. Aber viele Leute behandeln nur ein Tier und wundern sich dann, wieso nach mehreren Wochen die Milben "wieder da" sind, dabei waren sie in Wirklichkeit nicht wieder, sondern immer noch da.

Wenn man alle Tiere punktet und penibel die gesamte Umgebung desinfiziert, das heißt nirgendwo auch nur ein Fitzelchen unbehandelten Inventars übrigbleibt, dann bekommt man jede Milben- oder Läuseplage in den Griff. Und ehrlich gesagt fände ich es sehr bedenklich für die Mäusegesundheit, wenn man wochen- oder gar monatelang immer wieder die Behandlung wiederholen würde!! Es ist jedesmal Gift fürs Tier. Man muß schlichtweg gründlich sein, und falls irgendwas nicht zu desinfizieren ist: wegwerfen oder tagelang einfrieren.

Meiner Erfahrung nach liegt es jedenfalls nicht an den Mitteln gegen Milben, wenn Milben wiederkommen, sondern an der Nachlässigkeit der Menschen. Es ist immer eine Sauarbeit, gegen Parasiten anzukämpfen, aber Hygiene und Gründlichkeit sind halt enorm wichtig. Ich habe (zum Glück) bisher nur zweimal gegen Milben ankämpfen müssen und hatte keine Probleme, das in den Griff zu bekommen. Von wöchentlicher Wiederholung über Monate hinweg keine Rede. Alles gründlich durchgezogen, alles hintereinander weg (denn wenn man zB heute die Häfte macht und morgen den Rest, ist wieder alles umsonst), ich habe trotz Depotwirkung von Stronghold nach 3 Wochen alles (also auch die Umgebungsbehandlung) wiederholt (obwohl sich keiner mehr gekratzt hat), fertig. Nach der Entmilbung Klamotten wechseln und sofort so heiß wie möglich waschen oder in einen Müllsack stecken und tagelang einfrieren. Auch den Standort des Käfigs einsprühen.

Ich hab sogar nach der Entmilbung geduscht...
 
#14
Aber wenn jetzt nissen im Fell sind...ich nehm Frontline(nach vorschrift, mit Wartezeit etc), die Milben sterben...kann es sein, dass ich nach nen paar Wochen durch diese Nissen einen Befall bekomme?
 
#17
Hallo,



ich wollte gerne noch ein paar Infos hinzufügen.

Es steht zwar hier im Infothread schon drin, wird aber offenbar übersehen, deswegen hier noch mal ganz explizit:

Für Mäuse darf man auf gar keinen Fall Frontline Spot-on benutzen! Selbst die niedrigste Dosierung ist für Mäuse noch 40fach überdosiert. Mehrere Leute, die es verwendet haben, berichten von Todesfällen danach.

Verwendet werden dürfen Stronghold als Spot-on (Dosierung für Katzenkinder, 1 Tropfen pro Maus in den Nacken) und Frontline Spray (1 Sprühstoß in die Hand und den Rücken der Maus damit einreiben). Nicht Frontline Spot-on!!

Richtig angewendet, führen weder Stronghold Spot-on noch Frontline Spray zu Todesfällen!


Weil es immer wieder gefragt wird, hier ein Leitfaden zur Vorgehensweise:


1) Alles vorbereiten. Stronghold verdunstet sehr schnell, deswegen muß hintereinander weg gearbeitet werden. Am besten geht das zu zweit.

2) Der erste Helfer fängt die Maus raus und setzt sie auf das Knie des zweiten. Es empfielt sich, die Maus während der kurzen Zeit an der Schwanzwurzel zu halten. 10 Sekunden am Schwanz festgehalten zu werden ist für die Maus angenehmer, als eine halbe Stunde im Zimmer gejagt zu werden, weil sie weggesprungen ist.

2) Der zweite Helfer tropft den Tropfen in den Nacken der Maus. Der erste Helfer läßt die Maus die ganze Zeit nicht los. Wenn man Frontline Spray nimmt, sprüht der eine Helfer dem anderen einen Sprühstoß in die Hand (Einmalhandschuhe tragen!). Das Spray wird auf den Rücken der Maus gerieben (vorsichtig!).

3) Die Maus wird am Schwanz sofort in eine vorbereitete Transportbox gesetzt, die mit sauberem Zellstoff (Küchenrolle) auslegt ist.

4) Die nächste Maus wird gefangen und so weiter, bis die ganze Gruppe in der Transportbox sitzt.

5) Die Mäuse bleiben mind. eine halbe Stunde in der verschlossenen Transportbox. Bitte ausreichend große TB benutzen und solche, die nicht allzu hoch sind, damit gute Belüftung gewährleistet ist. Frontline riecht sehr unangenehm.

6) Das gesamte Gehege muß gereinigt und desinfiziert werden (zB mit Bactazol einsprühen). Nistmaterial, Streu, Stroh und Heu werden weggeworfen und aus der Wohnung gebracht. Das Inventar muß gereinigt werden. Macht euch klar, daß ein einziges eiertragendes Laus- oder Milbenweibchen ausreicht, die Plage erneut aufleben zu lassen. Lieber einmal alles wirklich gründlich tun, als immer wieder und wieder den Befall nur eindämmen!

7) Stronghold wirbt mit Depotwirkung. Frontline hat keine Depotwirkung! Die ganze Aktion muß also nach ca. 3 Wochen exakt wiederholt werden, um auch die neu schlüpfende Generation zu vernichten. Das heißt, nach ca. 3 Wochen muß auch das Gehege noch mal komplett desinfiziert werden.

8) Falls ihr das Inventar einfriert, könnt ihr den Mäusen währenddessen als Übergangslösung zB Kartons als Verstecke anbieten, die ihr wegschmeißt, wenn ihr das eigentliche Inventar wieder benutzen könnt.



Häufige Fehler:


- Es müssen immer alle Tiere der Gruppe behandelt werden, nicht nur diejenigen, die sich am meisten kratzen. Die Tiere kuscheln zusammen, dabei wechseln die Parasiten von einem Tier aufs nächste. Milben gehen nur zum Blutsaugen ans Tier und sitzen ansonsten in dunklen Ritzen des Geheges, so daß sie nachts im Schlafnest auf alle Tiere der Gruppe krabbeln können.
Wenn die Plage schon länger währt, empfielt sich sogar, alle Mäusegruppen im Haushalt zu behandeln, wenn man mehrere Gruppen hat, denn auf der Suche nach neuen Wirten legen Milben durchaus erstaunliche Strecken zurück.

- Alles muß auf einmal gemacht werden, also nicht heute die Mäuse punkten und morgen das Gehege reinigen. Nehmt euch für die ganze Aktion ausreichend Zeit. Es ist ätzend, aber nur so wird man die Krabbeltierchen wirklich los.

- Bei Verwendung von Stronghold: hintereinanderweg arbeiten, weil es rasch verdunstet und dann nicht mehr seine volle Wirkung entfalten kann.

- Auch die Umgebung des Geheges desinfizieren (zB mit Bactazol oder Paral-Spray). Die Tiere währenddessen aus dem Zimmer nehmen!

- Nach der ganzen Aktion Kleidung wechseln und sofort einfrieren oder so heiß es geht waschen. Hände gründlich waschen oder am besten duschen gehen.

Die Rattenmilbe habe ich schon munter auf Menschen herumlaufen sehen. Es ist also keine Paranoia, wenn ich empfehle, daß man sich danach selbst umzieht.


Ich lese häufig, daß Milben nach der Behandlung mit Stronghold die Maus verlassen würden. Das stimmt nur zur Hälfte, denn es kommt auf die Milbenart an. Die Rattenmilbe krabbelt danach tatsächlich von der Maus herunter und versucht, sich zu retten. Man kann sich neben die TB setzen und nacheinander alle Milben, die man sieht, mit dem Daumen zerdrücken (lecker, ich weiß). Aber wenn nichts von der Maus krabbelt, heißt das nicht, daß auch kein Befall vorlag. Bei Pelzmilben zB habe ich beobachtet, daß diese Milben (die sehr klein sind und gerade noch so mit guten Augen gesehen werden können) an den einzelnen Haaren hinaufklettern und an der Spitze sitzenbleiben. Man erkennt sie als weißliche Punkte an den Haarspitzen (auf Albinos also nicht, auf dunklem Fell schon), oft auch an den Vibrissen.

Weil es Parasitenarten gibt, die versuchen, die Maus zu verlassen, ist es also wichtig, die Mäuse nach dem Punkten noch einige Zeit in der TB zu lassen. Ansonsten würden sie nämlich sofort im Gehege das Weite suchen und warten, bis die Maus nicht mehr nach Stronghold riecht bzw. die Wirkung nachgelassen hat (Milben können wochenlang ohne Nahrung ausharren!).
Die Küchenrolle aus der TB wird danach sofort weggeschmissen und aus der Wohnung gebracht, und die TB wird sofort mit heißem Wasser und Bactazol gereinigt.


Einige Parasitenarten sind streng wirtsspezfisch (meistens sind es Lausarten). Andere Parasiten (zb Rattenmilbe, Vogelmilbe) befallen sehr unterschiedliche Wirte. Hier kann es sinnvoll sein, alle Säugetiere (und eventuell sogar Vögel, falls vorhanden, dann aber Befall durch TA bestätigen lassen) des Haushalts zu behandeln. Deswegen finde ich es durchaus wichtig, den Parasiten exakt bestimmen zu lassen, nur so kann man abschätzen, wie man ihn am besten bekämpft, indem man weiß, wie wirtsspezifisch er ist (d.h. befällt er nur nah verwandte Arten, befällt er nur Säuger, befällt er auch den Menschen, befällt er auch Vögel?).
Beispiel:
Jemand hat Mäuse und Hamster und stellt an den Mäusen einen Befall durch die Rattenmilbe fest. Er behandelt nur die Mäuse. Einen oder zwei Monate später ist der Befall bei den Mäusen wieder da, weil auch die Hamster befallen waren, aber nicht behandelt worden sind.

Die Parasiten sind nur unter dem Mikroskop und unter Verwendung von Fachliteratur zu bestimmen. Mit bloßem Auge ist das nicht möglich. Es gibt viele verschiedene Parasitenarten, die Mäuse befallen können.


Es wird oft argumentiert, daß Stronghold und Frontline Gift seien und man deswegen vorsichtig damit umgehen müsse. Das stimmt. Das heißt aber lediglich, daß man die Dosis einhalten muß, um keine Vergiftung zu riskieren. Das bedeutet NICHT, daß man gar nicht behandeln solle. Ein Befall mit Parasiten ist für das Tier schlimmer als eine einmalige, gründliche Aktion mit Stronghold oder eine wiederholte Aktion mit Frontline Spray.


Und zum Schluß für alle Betroffenen:
Kopf hoch, in die Hände spucken und ran an den Feind! *knuddel*
 
#18
Wie verteilt sich Stronghold auf dem Tier, und wie lange dauert es, bis die Milben dann sterben?

(Hab eben meine Aquagruppe gepunktet und mach mich ans Gehege dran, ich würd jetzt gerne wissen, wielange die kleinen Mistviecher noch leben...

edit: und langt es, wenn ich mich danach dusche falls nach der Gehegereinigung Milben auf mir sind??)
 
Last edited:
A

Alara

Guest
#19
Hallo,

Stronghold wirkt aus dem Tier heraus, es zieht in die haut ein, und gelangt über die blutlaufbahn wieder in die Hautschichten... soweit ich weiß...

man liest oft, dass es nur ca 30 Minuten dauert, meine TÄs sind der Ansicht, dass es deutlich länger bedarf... weil das Gift wie gesagt erst wieder von innen in die Haut muss... mehrere Stunden laut denen...

und da fällt mir gleich eine weitere Sache ein, die man mal beim Hersteller erfragen müsste: dieses Gerücht, dass geöffnetes Stronghold nur 3h ca hält.... ich benutze Stronghold generell nur einmal und schmeiße es dann weg, mein Doc ist aber auch hier der Meinung, dass vielleicht die flüssigkeit verfliegt, nicht aber der Wirktstoff und dass die Tube ja einen sehr festen Verschluss hat, so dass man Stronghold doch deutlich länger aufbewahren könnte... *rätsel*

klar, sicher ist sicher, ich würde es auch nie geöffnet aufbewahren... aber interessant wäre das schon...

zum Frontline fällt mir auch noch ein: ich hatte jetzt wohl einen Fall von Vergiftungserscheinungen nach der Anwendung von Frontline-Spray, obwohl es nicht überdosiert war... die Krämpfe traten über 24 Stunden nach Anwendung auf, ... mein doc meinte, dass sei bei Kaninchen und Meeris SEHR typisch nach der Anwendung, daher führen wir das auch darauf zurück.... gott sei dank hat die Maus sich sehr schnell erholt und ist seitdem wieder normal unterwegs...

grüße
sirius
 
N

nele

Guest
#20
mein doc meinte, dass sei bei Kaninchen und Meeris SEHR typisch nach der Anwendung
alle meine damals 18 meerschweinchen und 3 kanickel haben frontline bekommen und keines hat irgentdwelche krämpfe oder soweas gehabt...oder sonstige nebenwirkungen Ö.ö aber wo ist der unterschied zwischen frontline spot on und dem spray??
 
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