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VG Finley&Paul Ricoeur

Brokat

2
Staff member
#1
Hallo zusammen,

beim Thema Rennmaus-VG fühle ich mich immer noch unsicher, deshalb wäre es schön, wenn ihr mich ein wenig unterstützt. *Käse*
Eigentlich habe ich bei meinem Finley und Paul Ricoeur (den Namen hat mein Freund ausgesucht... *roll*) ein gutes Gefühl, aber die zwei finden nicht so richtig zusammen.

Finley kam als Jungtier zu mir, lebte zuerst mit seinem Vater und seinem Bruder zusammen und sollte dann zu einem anderen Böckchen ziehen. Die VG ist gescheitert, Finley kam zu mir zurück und wurde mit dem Jungtier Oliver vergesellschaftet. Nach etwa einem Jahr gab es eine Palastrevolution und ich musste die beiden trennen. Mit Finleys neuem Partner Billy war es Liebe auf den ersten Blick, sie haben quasi sofort gekuschelt. Leider ist Billy vor einem Monat gestorben und Finley ist - wieder einmal - allein. Er ist inzwischen zwei Jahre alt.

Paul Ricoeur ist aus dem Berliner Tierheim, wo er schon eine ganze Weile allein saß. Nach Schätzung der Tierpflegerin ist er über zwei Jahre alt.

Vor etwa ungefähr drei Wochen habe ich beide Mäuse ans Trenngitter gesetzt. Jeder blieb auf seiner Seite (80x50 cm). Sie haben sich freundlich beschnuppert, es gab keinerlei Aggressionen. Nach einer Woche haben sich die zwei zum ersten Mal in der Badewanne getroffen. Anfangs war alles ziemlich friedlich. Finley wollte offenbar der Boss sein und hat Paul auch Futter geklaut, was der aber geduldig hingenommen hat. Er hat sich auch mehrmals ohne großen Widerstand von Finley auf den Rücken drehen lassen. Nach einer Weile kam es leider doch zum Kugeln. Dabei hat Finley Paul einen ordentlichen Kinnbiss verpasst. Natürlich habe ich sie gleich getrennt.
Danach habe ich sie wieder ans Trenngitter gesetzt, wo sie friedlich waren. Immer nach zwei Tagen habe ich die Seiten getauscht, weil ich dachte, dass sie sich so "besser riechen" können. Dabei haben beide die Hälfte des anderen immer ordentlich umgestaltet. Mittlerweile klappt es aber ohne Hausputz.
Diese Woche gab es noch vier Dates im leeren Aquarium (ca. 115x55 cm). Das erste dauerte nur wenige Minuten und verlief friedlich. Ich versuche jetzt, die Zeit etwas zu steigern. Mittlerweile hat auch Paul Chefambitionen entwickelt. Er läuft Finley viel hinterher, ist dabei aber nicht zu forsch. Oft schiebt er seinen Kopf unter Finleys Bauch. Der wirkt mittlerweile nervöser und trommelt auch mal. Gestern hat Paul Finely auch gejagt, bzw. wollte Finley von Paul weg und am Ende gab es wieder eine Kugel.
Jetzt weiß ich nicht so richtig weiter. Eigentlich habe ich ein ganz gutes Gefühl und beide Mäuse begegnen sich nicht aggressiv. Trotzdem schaukeln sie sich gegenseitig hoch und kommen bisher nicht zu einer netten Interaktion.

Meint ihr, die beiden Nasen schaffen das noch? Habt ihr noch Ideen, wie ich dazu beitragen kann, dass die Treffen harmonischer verlaufen? Welche Prognose könnt ihr aus eurer Erfahrung abgeben?

Ich bin schon gespannt! *Maus*
 

Brokat

2
Staff member
#2
Gerade sitzen beide wieder zusammen im Aquarium. Und sie beschäftigen sich einfach nicht miteinander! Es gibt halbherzige Annäherungsversuche von Paul und sehr beherzte Ausbruchsversuche von Finley. Ein paar Mal habe ich Ansätze von Schulterdrücken gesehen, das ist auch gleich vorbei. Sobald ich meine Hand ins Aqua lege, klettern beide auf mir herum.
Ich habe einen Pappkarton reingestellt, den finden sie auch nicht spannend und schon gar nicht zusammen.

Die sollen mal kuscheln! *pieks*
 
#3
Hallo Brokat,

ich bin kein ausgesprochener Experte in Sachen Rennmaus-VG (meine VG's waren hauptsächlich mit einer Maus und auch - zum Glück - noch nicht so viele). Aber vielleicht helfen Dir meine Gedankengänge trotzdem weiter ;)

Gute Erfahrungen habe ich mit der Etappenmethode gemacht, die Du anscheinend auch anwendest, wenn ich das richtig verstanden haben. Allerdings versuche ich die jeweilige Etappe zu beenden, bevor sich die Situation aufgeschaukelt hat. Manchmal merkt man ganz gut, wenn eine Maus hektischer wird, mehr wegläuft etc. Ich vergleiche das dann immer mit uns Menschen, bei denen in stressigen Situationen auch irgendwann man die Nerven und Gelduld aufgebraucht sind und man überreagiert.

Im Idealfall sollte man mit einem positiven Erlebnis der Rennmäuse (z.B. kurzes gegenseitiges Putzen oder das Erdulden von Schnuppern ohne Weglaufen etc.) die Etappe beenden, bevor die Situation eskaliert. Je nach Rennmaus kann es auch sinnvoll sein, sie dann in getrennten Behausungen unter zu bringen, so dass beide Mäuse richtig abschalten können. Ich habe sie allerdings - wie Du auch - immer zurück ans Trenngitter gesetzt.

Während der jeweiligen Etappen habe ich stets beobachtet, wie sich die Mäuse verhalten und versucht, durch Veränderung der Einrichtung zusätzlichen Stress zu nehmen. Es kann also sein, dass z.B. ein Laufrad zum Stressabbau von einer Maus genutzt wird. Sollte es jedoch dazu führen, dass die Mäuse sich um das Laufrad streiten, habe ich es wieder heraus genommen.

Bei mir hat die Dauer der jeweiligen Etappen sehr variiert. Am Anfang sind die Etappen nur sehr kurz, steigern sich dann im Regelfall. Aber er gibt auch immer wieder Tage, an denen es Rückschritte gab, nur kurze Etappen oder "unschönes" Verhalten der Mäuse. Das hängt natürlich auch mit der Tagesform der Mäuse, aber auch sehr mit der des Halters zusammen. Gerade wenn ich sehr gestresst war, vielleicht nicht so viel Zeit hatte, wurde das im Regelfall mit einer Zusammenführung auch nichts. Ich bin dann dazu übergegangen, an solchen Tagen gar keine Zusammenführung mehr zu versuchen - bringt eh nichts.

Ob Deine 2 Mäuse mal irgendwann ein Paar werden, kann ich leider nicht beurteilen. Ich finde es jedoch schon mal sehr positiv, dass die Zusammenführungen bisher nicht eskaliert sind. Deshalb würde ich es weiter probieren mit den Etappen. Wenn Du allerdings nach einiger Zeit merkst, dass es gar keinen Fortschritt gibt (weder von der Dauer der Etappen noch hinsichtlich positiver Interaktionen der Mäuse), scheinen die Mäuse doch nicht füreinander geschaffen worden zu sein.

LG
Karin

Edit: Wenn ich feststelle, dass eine der Mäuse anfängt zu jagen oder sich seitlich aufzubauen, versuche ich das bereits im Ansatz zu unterbinden, d.h. ich schiebe ein Stück Pappe dazwischen und versuche sie abzulenken.

Dass beide auf Deiner Hand rumklettern, ist doch toll. Vielleicht kommen sie sich so etwas näher? Ansonsten kannst Du auch versuchen auf Deiner Hand leckere Sonnenblumenkerne anzubieten. Vielleicht fressen sie die zusammen?
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#4
Brokat, ich war gestern gar nicht am Rechner, daher erst jetzt eine Einschätzung von meiner Seite.

Dein ursprünglicher Pflegemäuserich Finley hat ja nun schon einiges erlebt in Sachen VG. Die aktuelle VG würde ich noch nicht als gescheitert verbuchen, auch wenn sie für beide Jungs sicher nicht ganz einfach ist.
Wir wissen nicht, was Paul erlebt hat und er war jetzt länger alleine. Finley hatte endlich einen Freund gefunden und den gleich wieder verloren. Ich denke also, beide bringen ein Päckchen mit und vor diesem Hintergrund ist es schon ein Fortschritt, dass sie trotz der Kugelei am Anfang nicht mehr aufeinander losgehen.
Vielleicht brauchen beide einfach länger, um sich auf eine völlig fremde Maus einzustellen - insofern ist es genau richtig, dass du Etappen machst.
Anscheinend sind beide sehr vorsichtig und daher findet aktuell wenig Interaktion statt - wobei ich finde, sie probieren schon einiges miteinander. Und sie halten es immerhin miteinander aus, auch wenn Kuscheln allmählich natürlich genial wäre.

Little Cleos Tipps kann ich nur unterstreichen, die Begegnung abbrechen, wenn sie sich hochschaukeln, und mit Leckerlies lässt sich manches ein bisschen steuern.
Also verwöhn sie damit, lobe viel und stell vielleicht mal eine flache Weidenbrücke mit ins Aqua (so flach, dass sie sich nicht darunter aufstellen können und so kurz, dass du sie halbwegs im Blick hast), rein, dieses enge Containment hilft manchmal bei den ersten Begegnungen, da drunter würde ich auch ordentlich Leckerlies streuen.
Klopapierrollen zum durchrennen und schreddern wären sicher auch gut, damit Finley auf andere Ideen kommt und nicht nur mit Ausbruchsversuchen beschäftigt ist.

Und ich finde, du begleitest die beiden für eine noch nicht so Renner-VG Erfahrene vorbildlich! *Daumen hoch**knuddel*
 

Brokat

2
Staff member
#5
Danke für eure Ratschläge. *blumen*

Hier ein kurzes Update von mir:
Nachdem sie am Samstag richtig lange zusammen im Aquarium waren (viele Ausbruchsversuche und wenig Interaktion), dachte ich, dass sie vielleicht ein bisschen enger zusammenrutschen müssen. Blöder Gedanke von mir. Im kleineren Käfig haben sie sich sofort gejagt und gekugelt, sodass ich sie trennen musste. Paul hatte einen Kratzer, Finley eine oberflächliche Bisswunde. Da wollte ich wohl zu schnell zu viel... *motz*
Heute habe ich sie wieder ins gewohnte Aquarium gelassen. Wären sie dort gleich wieder aufeinander losgegangen, hätte ich die Vergesellschaftung beendet. Es ist soweit gut gelaufen. Sie sind nervöser gewesen als sonst, was ich gut verstehen kann. Trotzdem haben sie sich auch friedlich beschnuppert und nur kurz aufgebaut, sich aber gut durch "Schimpfen" und meine Hand ablenken lassen. Nach ein paar Minuten habe ich sie wieder getrennt. Langsam steigern und mit positiven Begegnungen aufhören, sagt ihr ja auch.

Jetzt schalte ich also wieder einen Gang runter und gebe ihnen noch mehr Zeit. Ehrenwort! *heilig*

Plan B gibt es dennoch schon. Im Tierheim Halle gibt es zwei zerstrittene Jungspunde, die frisch kastriert sind. Falls sich Finley und Paul in nächster Zeit so gar nicht anfreunden können, lassen sich da vielleicht neue Konstellationen finden. Aber vorher will ich den beiden noch ihre Chance geben.
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#6
....dachte ich, dass sie vielleicht ein bisschen enger zusammenrutschen müssen. Blöder Gedanke von mir.
So blöd finde ich den Gedanken grundsätzlich gar nicht. Manchmal kann sich das positiv auswirken, aber leider nicht immer, wie du erleben musstest.
Eine Möglichkeit für dieses kleiner setzen ist, einen Wäschekorb zu nehmen. Wenn man zu zweit ist, kann man das Teil dann schaukeln und rumtragen - so sind die Mäuse erstmal mit was anderem beschäftigt. Aber auch da sollte man die Handschuhe parat haben und bei deinen beiden würde ich das auch nicht versuchen!

Aber es ist gut, dass sie sich nicht stärker verletzt haben und heute auch nicht gleich wieder aufeinander losgegangen sind.
Ich würde auch noch ein paar Begegnungen versuchen, aber wenn die Spannung nicht nachlässt und sie immer wieder kurz vor dem Knall sind, macht es keinen Sinn, sie noch länger zusammenzwingen zu wollen.
Manchmal passt es einfach nicht und bei Rennern leider gar nicht so selten. *seufz*

Plan B gibt es dennoch schon. Im Tierheim Halle gibt es zwei zerstrittene Jungspunde, die frisch kastriert sind. Falls sich Finley und Paul in nächster Zeit so gar nicht anfreunden können, lassen sich da vielleicht neue Konstellationen finden. Aber vorher will ich den beiden noch ihre Chance geben.
Bedeutet das, du überlegst evtl. zwei Jungsgruppen aufnehmen? :)
 

Brokat

2
Staff member
#7
Lieb, dass du mich so unterstützt... *knuddel*

Die beiden hatten am Dienstag ein weiteres Date. Paul war interessiert, wenn auch nicht übermäßig, aber Finley wollte nur raus aus dem Aquarium. Seitdem habe ich das Gefühl, dass es nichts wird mit den zwei Nasen... Die Treffen werden nicht entspannter und sie gehen kaum aufeinander zu...

Eigentlich wollte ich es bei zwei Jungs belassen. Ich habe ja noch die zwei Farbmausgruppen im Zimmer. Die sollten schon lange vergesellschaftet sein, aber das geht noch nicht - Mädels und der einen, ein Halbkastrat in der anderen Gruppe. So ist kein Platz für ein weiteres Rennmausgehege. Es würde mir nur sooo Leid tun, Paul zurück ins Tierheim zu schicken! *Abschied*Ich würde da gern eine bessere Lösung finden. Zumal beide Mäuse sich ja soweit sozial und verträglich zeigen. Es scheint nicht zu passen, aber dafür gehen sie ja nett miteinander um.

Gerade schreibt Tobo, dass eine Rennmaus in Leipzig ein Zuhause sucht. Das wäre sicher noch eine Option...
 
Last edited:

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#8
Ich habe es bisher auch nie geschafft, eine Maus zurückzugeben, wenn es nicht funktioniert hat - außer, wenn sie von privat kamen und vernünftig gehalten wurden. *seufz*Für Paul wäre es natürlich schön, wenn er nicht zurück müsste.

Was ihn & Finley betrifft ... ich würde es auch lassen. Wenn eine Maus im Verlauf einer VG nur noch aus der Situation flüchten will, fühlt sie sich so offensichtlich nicht wohl, dass es unfair wäre, sie weiter hineinzuzwingen.
Du hast ihnen alle Chancen angeboten, aber sie mögen sich anscheinend nicht genug, um die anstrengenden Sozialregeln miteinander anzugehen - ich drücke es jetzt mal so menschlich aus. ;)

Viel Glück bei der Suche bzw. bei der Entscheidung, wer mit wem.
 
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