VZM-Mann mit Farbimädels vergesellschaften?

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#1
Hallo in die Runde,

im Aachener TH sitzt seit geraumer Zeit ein kastrierter Solo-VZM, der zuvor wohl auch schon alleine gelebt hat. Da sich seit Längerem nun schon nichts ergeben hat für ihn und er auf der TH-HP mittlerweile als "Notfall" deklariert wird - https://tierheim-aachen.de/karl/ -, hier mal die Bitte nach Meinungen und Erfahrungen zu artfremder Gesellschaft.
Die betreffenden 5 Mädels sind alle schon älteren Datums (1,5 Jahre alt), eine davon leider mit Tumor, alle ganz lieb und sozial, bis auf eine, die manchmal kurzfristig einen kleinen Jagdkoller bekommt.

Was wäre besonders zu beachten hinsichtlich einer eventuellen VG und in Bezug auf Unterbringung, z. B. Gehegegröße (100 x 50 cm stehen zur Verfügung), Inventar, Futter etc.? Was würdet Ihr überhaupt halten von dieser Konstellation? Der kleine Mann tut mir einfach nur leid, und da ich ja eh um die Ecke sitze...
 
#2
Bist du denn sicher, dass das Tierheim die Maus in Einzelhaltung vermittelt? Deine Farbmausdamen helfen einer Vielzitzenmaus ja nun auch nicht weiter.

100cm x 50cm finde ich für Vielzitzenmäuse etwas klein, es sei denn es sind mehrere Etagen.

Wenn du ihn nimmst dann brauchst du auf jeden Fall noch mindestens 2 (besser mehr) weitere Vielzitzenmäuse. Die würde ich aber getrennt von deinen Farbmäusen halten.

Wenn du ihn alleine halten willst dann kann er meiner Meinung nach auch genauso gut weiter im Tierheim alleine sitzen und drauf hoffen, dass ihn jemand nimmt der noch andere Vielzitzenmäuse hat.
 
#3
Eine Artengesellschaft von Vielzitzenmäusen und Farbmäusen ist möglich und du hast Erfahrung mit Mäusen, eben bis jetzt noch nicht mit einer Artengesellschaft. Das lässt sich immer ändern und ist immer das erste Mal.

@Nagerchen: Angelus kann dir da bestimmt mit vielen Informationen und Ratschlägen weiterhelfen. Wer, wenn nicht Angelus... Dann siehst du ja, macht das Sinn, eine VG zu starten oder nicht? Vorab mit dem Tierheim abklären, inwieweit der Solo zu dir kann.

@Fischbrötchen: Wie geht es denn deiner Vielzitzenmaus?
 

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#4
Hallo SFischbrötchen, hallo Moni,

danke für Eure Antworten.

Ja, es sind ja durchaus funktionierende Lebensgemeinschaften zwischen VZM und FM bekannt, und bevor der arme Kerl da ganz alleine im TH vergammelt... Die Leute dort kennen mich übrigens, habe dort schon etliche "Restposten" eingesammelt, und ich bin sicher, sie werden diese Meinung teilen, er käme ja auch nicht in "Einzelhaltung", das wäre also das geringere Problem. Und bisher hat es ja nun wirklich keinen Run auf den Kleinen gegeben :(, und VZM-Halter hier in der Gegend wären mir jetzt auch keine bekannt. Da wäre diese Notlösung wohl immer noch die bessere Alternative für ihn.

Drum halt die Frage nach Erfahrungen beim Zusammenleben, was beim Inventar zu beachten ist (größere Größe der Ein- und Durchgänge bei Häusern, Röhren... evtl., wie groß?, Laufradgröße? das Gehege hat übrigens zwei Etagen), Vorgehen bei der VG... Da es alles ältere und ruhige, soziale, friedliche Mädels sind, teils auch nicht mehr ganz fit (Tumore, Herzchen), käme allerdings nur eine möglichst stressarme "VG light" in Frage, wie ich sie hier bei ähnlicher Konstellation schon öfter praktiziert habe, also keine wochenlangen Experimente auf kleinem Raum und ohne Inventar, dafür ist die vermutlich noch verbleibende Lebenserwartung der Kandidaten einfach zu kurz. Sie sollen nun also einfach "leben" dürfen. Die VG der in Frage kommenden Gruppe war auch soft und in sehr stark abgekürzter Form und ist zudem noch nicht lange her. Weitere VZM kämen allerdings wohl nicht in Frage. Moni, wegen Angelus schau ich mal.:) (Sie hatte sich hier ja auch selber mal angeboten als eventuelles neues Zuhause, was bestimmt die optimalere Lösung wäre.)
 
#5
Wenn ich das richtig sehe ist er doch erst seit 2 Monaten im Tierheim und musste ja auch erstmal kastriert und zeugungsunfähig werden. Das ist nun wirklich keine lange Zeit für Vielzitzenmäuse.
Ich sehe das jedenfalls als Einzelhaltung an. Einem Kaninchen hilft es auch nicht, wenn es mit 5 Meerschweinchen zusammenlebt. Im Tierheim hat er wenigstens noch die Chance auf eine Vermittlung zu Artgenossen.
 
#6
Ob der Bub noch zeugungsfähig sein könnte oder nicht, das ist hier nicht das Problem. Farbmäuse und Vielzitzenmäuse können sich miteinander nicht fortpflanzen.

Einzelhaltung ist das nicht im Sinne von der klassischen Einzelhaltung. Ich sehe das folgendermaßen: Die Farbmausmädels sind bereits 1,5 Jahre alt und werden sich langsam nach und nach auf die Reise ins Regenbogenland machen. Und bis es soweit ist, hat Nagerchen die Möglichkeit, sich nach Artgenossen umzuschauen, d.h. ihn zu vermitteln. In dieser Zeit sitzt er wenigstens nicht völlig allein im Tierheim. Warum soll der Bub hierdurch KEINE CHANCE auf eine Vermittlung haben, Nagerchen wird ihn nicht bis zum St. Nimmerleinstag alleine halten, wenn die Mädels nicht mehr sind.

Besser ist natürlich, er findet gleich einen Halter, damit er mit Artgenossen vergesellschaftet werden kann.

@Nagerchen Ich finde es toll, dass du dir hier Gedanken machst, wie dem kleinen Mann geholfen werden kann. Verstehe es völlig, dass es dann eine Light VG werden soll, habe das auch gerade mit meiner Farbmauskastratengruppe hinter mir.
VG Farbmäuse und VZM würde einiges an Aufwand bedeuten, alles für beide Mäusearten so zu gestalten, dass es passt. Und dann kommt ja noch, vertragen sie sich. Ich drücke die Daumen, egal wohin die Reise für den Kerl geht.

@Fischbrötchen Wie geht es deiner Vielzitzenmaus, warst du beim Tierarzt?
 

Cola

im Selbstgespräch
#7
ICh würde ihn erstmal zu den Farbis nehmen und dann nach einem Platz/Gesellschaft weiter ausschau halten. Vlt kann das Tierheim die Notfall-Anzeige ja drin lassen??

Auf jeden Fall eine Gute Idee. Zumindest zum Kuscheln hätte er dann was.
 

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#8
Danke für Euer Feedback,

ich bin da halt recht unsicher und müsste gut abwägen. Es soll ja auch für die vorhandenen 5 Mädels nicht zu viel Stress und Einschränkungen geben. In dieser Hinsicht bin ich auch ziemlich kompromisslos, schließlich habe ich auch eine Verantwortung diesen gegenüber, sie sollten darunter keinesfalls "leiden". Wie genau sollte/könnte denn solch eine artenübergreifende VG ablaufen? Die bisherigen mit den betreffendnen Mäusen liefen sehr easy ab. Erstes Kennenlernen im 60er Aqua auf neutraler Streu ohne Inventar, ein paar Stunden später T-Papier als Nistmaterial rein, wiederum ein paar Stunden später aufs hergerichtete Nest ein Häuschen drauf, nach 1 - 2 Tagen ins Endgehege, einmal tatsächlich bereits komplett eingerichtet, bei Zusammenführung der jetztigen 5 Damen (2 + 3) hatte ich dort zunächst nur das Kennenlernhäuschen mit reingesetzt + ein paar Verstecke wie Röhren, Weidenbrücke etc., aber ziemlich schnell dann auch den Rest. Den Mädels 2er hatte ich vormals auch einmal einfach nur direkt zu einem nach dem Tod seiner letzten Freundin verwaisten Opi in sein vorhandenes, voll eingerichtetes, nicht gereinigtes Gehege gesetzt, was überhaupt kein Problem darstellte. Möchte aber betonen, gerade für eventuelle mitlesende Neulinge in der Mäusehaltung, dass dieses Vorgehen tatsächlich nur in einigen speziellen Fällen ratsam/möglich ist! Es handelt(e) sich hier alles um liebe, ältere Tiere, die ich zumeist auch bereits über eine Zeitlang kannte und einschätzen konnte. Und ich bin sicher, die Sympathie untereinander spielt auch eine erhebliche Rolle! Wenn die nicht vorhanden ist, dann nützt die langwierigste VG nix, sondern bringt den Nasen nur unnötig Stress und raubt ihnen viel zu viel ihrer ohnehin schon so kurzen Lebenszeit. Und wenn sie sich untereinander mögen, dann klappt es eben einfach, auch mit "einfach zusammen setzen", so meine persönliche Erfahrung

- Zurück zum eigentlichen Thema, bliebe die Frage, ob eine VG in dieser Art hier auch möglich wäre? Gibt's da Erfahrungsberichte zu?
- Wie groß sollte das "Haupthaus" für 5 + 1 sein?
- Wie groß genau müssten z. B. Durchgänge etc. im Durchmesser sein?
- Klettern VZM gerne?
- Können beide Arten das gleiche Futter bekommen?
- Sonstiges, was mir jetzt grad nicht einfällt, aber unbedingt zu beachten wäre... ;)

Das Gehege (100 x 50 cm) sieht bzw. sah, als der jetzige 5er dort einzog, so aus:

DSCN3082.JPG

Mittlerweile sind noch mehr Häuser drin, 'ne Kokosnuss, paar Brückchen, Nestchen etc. und sehr viel mehr Streu unten, derzeit nix zum Klettern, da keins der Mädels das bisher genutzt hatte.

Die Ebenen voneinander abtrennen, geht bei dem Gehege leider quasi gar nicht, weil dadurch, dass der Draht von aussen angebracht wird, findige Nasen innen hoch und runter klettern könnten... Da fällt mir noch ein, könnte diese Lücke eine Steckenbleibgefahr für eine doch etwas großformatigere VZM darstellen?
 
#9
Hey,
stell dir VZM von der größe wie junge Ratten vor, die sich gern quetschen ;)
VZM kletern ganz gern, sind aber bei weiten nicht so geschickt wie Farbis (wobei es da auf die Maus selbst ankommt, ich hatte eine die ist die dünnsten Äste langgelaufen und welche die nur die Ebenen genutzt haben) Du solltest also für alles wichige einfache Aufsteige anbieten und Klettermateriallien alles eine nummer stabiler.
Laufrad sollte schon ein 30er sein.
Ich seh grad keine Lücke :unsure: allerdings sind VZM richtige Ausbruchskünstler und sehr nagewütig! Fast alle Ansatzpunkte werden genutzt um zu testen ob man rauskommt, wenn man da nochwas erweitert. Und bei mir haben sie es oft genug geschafft. Allerdings sind sie weitaus weniger scheu als Farbis, meine haben auf ihre Namen gehört und kamen dann immer zum Leckerchen abholen. Es sind richtige Characktertiere und man kann ihnen viel beibringen, wenn man da lust zu hat. Sonst sollten sie aber andere Möglichkeiten der Beschäftigung haben.
VZM neigen zum verfetten, sie sollten also nicht soviel Sonnenblumenkerne, Nüsse usw bekommen. Außerdem essen sie sehr gern Insekten, der Anteil war glaub ich etwas höher als bei Farbis.
Ich hatte damals übrigends auch über eine Artvergesellschaftung nachgedacht, bei meinen alten Tieren.
 

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#10
Rumoo,

wie gehst/gingst Du denn VG's bei Deinen VZM an? Meinst Du, eine "VG light", wie oben von mir beschrieben, könnte bei so eineer Artengesellschaft funktionieren?

Ja, das mit dem Laufrad war mir später noch eingefallen, da passt bei diesem Gehege leider nur 26(?) cm rein, war damals, als ich's gebaut hab, die "richtige" Größe für Farbis. Evtl. könnte man die Etage höher setzen, da hängen dann aber auch div. andere Leisten dran, weiß nicht, ob das funktioniert... :unsure:

"Live" erlebt hab' ich so'n VZMchem ja schon mal, hab' im TH eine abgeholt und sie zu 'nem Treffpunkt mit der neuen Besitzerin gefahren, die haben schon was mit ihren riesigen Knopfaugen und diesem speziellen Blick... <3
 
#11
Ich hab bisher keine Artenvergesellschaftung gemacht. Wenn eine der Mäuse mal länger auf abwegen war, gab es bei Rückkehr allerdings immer nur kurzes gerangel.
Ich hab mir sagen lassen das VZM Weibchen, meines waren ja Mädels, gegenüber kleineren Mäusen oft Muttergefühle entwickeln und die VG deswegen meist nicht so kompliziert ist. Wie das mit VZM Jungs aussieht, weiß ich aber nicht. Dazu sollte jemand erfahreneres schreiben. Ich weiß nur das VZM Jungs untereinander bei genügend Platz und mehreren Komplettebenen oder Käfigverbünden, dazu neigen können, Reviere zu bilden.
 

Cola

im Selbstgespräch
#13
Ich hatte bei allen Kombis VZ-Farbi bisher keine Probleme. VG light sollte auch dicke reichen (bei "normalen" Tieren)

Dass sie nagewütiger sind, stimmt. da musst du schauen. meine hier buddeln oder wühlen überhaupt nicht, und vom Fressen her sind sie ähnlich wie farbis. (Nur dass sie sehr schnell sehr dick werden, das stimmt. Aber wenn die Farbis ein gutes Futter bekommen, ist das in der Regel für Zitzen auch ok)
Krankheiten hatte ich bisher nur diese Pampillomen (oder so, warzen halt)
 

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#14
Danke Cola, für Deine mutmachende Einschätzung. Die Mädels zumindest sind alle lieb und nett. Karlchen wäre hoffentlich einfach froh, Gesellschaft zu haben (stammt allerdings wohl aus - lebenslanger? - Einzelhaft).

Im Moment sind wir gerade (wieder) dran, dass er zu Angelus kommt, falls das TH mitmacht, also da erst mal Daumen drücken, Artengesellschaft wäre ja doch feiner für den kleinen Kerl...
 

Cola

im Selbstgespräch
#15
selbst wenn er lange allein war - Artengesellschaft ist eben nicht gleiche gesellschaft, und somit ein zwischenschritt. Wenn er zu Angelus kommt, wärs natürlich gut, die hat viele Möglichkeiten. (Zur Not mir - haha) Und dann kann man schauen. Super aber, dass wieder etwas bewegung in die Sache kommt!
 

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#17
Ich bin ganz schwer verliebt... :love: Ich habe "Karl den Großen" gestern im Tierheim abgeholt - aber er blieb nur eine Nacht bei mir. Heute ist er dann weiter gereist *Abschied* zu Angelus und freut sich da hoffentlich bald über Gesellschaft von lieben Artgenossen... So ist's wohl noch das Beste für den süßen Kerl. Vor allem, nachdem mir noch mal bewusst wurde, wie groß der tatsächlich ist..., da hätte ich mit dem vorhandenen Gehege doch ein sehr schlechtes Gewissen gehabt und wohl auch einiges Inventar austauschen müssen, was wiederum für die Farbis Stress bedeutet hätte, den ich ihnen nicht antun wollte.

Cola, ich glaube, wir haben uns da irwie missverstanden bzw. ich hab' mich ungünstig oder falsch ausgedrückt; bei "Artengsellschaft" hatte ich schon VZM-Gesellschaft gemeint, also die gleiche Art. Allerdings, wäre Karl "richtig" hier eingezogen, sprich, mit den Farbis vgt, hätte ich ihn dann nicht irgend wann noch mal durch die Gegend geschickt, finde, der Stressfaktor für die Tiere ist da doch immer sehr hoch. Dabei hätte das TH wohl auch nicht mitgespielt.

Jedenfalls bin ich froh, das es nun geklappt hat, die Kooperation mit dem TH und natürlich mit "Familie Angelus"... :wink:*blumen*
 
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