Bleibende Symptome bei Myco-Mäusen?

#1
Hallo allerseits,

als erstes, wenn mein Post hier irgendwie falsch ist tut es mir sehr leid, ich bin neu hier.
Ich habe seit knapp einem Jahr Farbmäuse. Eine davon hat vor einigen Wochen angefangen zu niesen und bekam Atemgeräusche. Ich bin sofort zum Mäusekundigen Tierarzt, welcher Mycoplasmose vermutet und meiner Kleinen Antibiotika verschrieben hat. Die Atemgeräusche sind jetzt weg. Allerdings niest sie hin und wieder immernoch. Daher meine Frage. Muss das Niesen jetzt weiter mit Antibiotik behandelt werden, wenn sie außer dem Niesen putzmunter ist und keine weiteren Probleme zeigt? Ich weiß, dass Mycoplasmose nicht heilbar ist, aber heißt das, dass die Symptome dauerhaft bleiben oder gibt man bis zur Symptomfreiheit Antibiotika?
Viele Dank im Voraus.
 
#2
Hallo Leawys,
und erst einmal herzlich willkommen im Forum!

*willkommen*

Mycoplasmen sind Erreger, die v.a. bei Ratten große Probleme bereiten und chronische Atemwegsinfekte verursachen. Wie weit sie unter Mäusen schon verbreitet sind, darüber gibt es im Grunde keinerlei Untersuchungen. Da der Nachweis von Mycoplasmen bei den kleinen Atemwegen der Mäuse sehr schwierig ist, läßt sich ein Befall auch nicht sicher feststellen.

Es ist also zwar nicht ausgeschlossen, daß tatsächlich ein Mycoplasmenbefall bei Deinen Mäusen vorliegt, es kann sich aber auch um irgendwelche anderen Erreger, in der Regel sind es Bakterien, handeln, die bei den Mäusen die Atemwegsinfektionen verursachen.

Letztlich muß man dann pragmatisch vorgehen. Also AB geben bis zur Besserung und im Zweifelsfall bei erneut auftretenden Atemproblemen mit einem weiteren AB behandeln. Atemwegsinfekte können (unabhängig vom Vorliegen der Mycoplasmen) nach AB Gabe ausheilen, sie können wieder auftreten, sie können chronisch werden und sie können zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen. Alles ist möglich. Also ist es beim erstmaligen Auftreten von Atemwegsinfekten geradezu unmöglich zu sagen, wie sich das weiter entwickeln wird.

Ich würde das Niesen der Maus erst einmal beobachten. Wenn wieder verstärkt Atemgeräusche auftreten, könnte man mit einem AB einer anderen Wirkstoffklasse erneut behandeln. Wichtig ist, bei den betroffenen Mäusen auf Zeichen einer erneuten Verschlechterung zu achten, vor allem auf mögliche Zeichen einer Lungenentzündung, weil die für die Maus potentiell lebensbedrohlich ist. Dazu gehören Bewegungsunlust, verminderte Nahrungsaufnahme, Buckelbildung und gesträubtes Fell, kleine Augen, zusammengekniffene Augen, tränende Augen, vermehrtes Auftreten von Atemgeräuschen (Knacken, Zwitschern, Knattern, etc.) und v.a die Zeichen von Atemnot, wie Flankenatmung oder im Extremfall eine Atmung durch das geöffnete Mäulchen. Bei Anzeichen von Atemnot muß die Maus umgehend behandelt werden und zwar noch am gleichen Tag. Wenn nicht anders möglich, muß der tierärztliche Notdienst aufgesucht werden.

Es gibt aber viele Mäuse, denen es trotz etwas Niesen und auch mit einer chronischen Bronchitis lange Zeit gut geht.
Liebe Grüße
Fufu

Edit: Wie lange hat die Maus das AB bekommen und welches AB wurde eingesetzt?
 
Last edited:
#3
Entschuldigung, dass ich mich hier so rein presche, doch diese Frage liegt mir schon lange auf der Zunge und hat gerade mit diesen Mycoplasmen zu tun.

Alle zwei meiner Tierärzte hatten in der Vergangenheit gesagt, dass es sich bei den Mäusen bei einem Atemwegsinfekt immer um Mycoplasmen handelt. Dazu habe ich gegoogelt und alles was ich heraus gefunden habe, dass es sich bei Mycoplasmen um die kleinsten Bakterien handelt und dass es nicht erwiesen ist, dass Mäuse grundsätzlich Mycoplasmen in sich haben müssen. Eine Untersuchung ist nur am toten Tier möglich, Fufu, das hattest du ja schon geschrieben.

Ich würde den Tierärzten gerne eine Antwort darauf geben, aber ich konnte nur mit dem Kopf nicken und habe gedacht, nein, da habt ihr nicht recht.
 
#4
Hallo Moni,
ich würde den TÄ sagen, daß Dich diese Frage sehr beschäftigt und würde sie nach den entsprechenden Veröffentlichungen fragen.
Sag einfach, daß es hier im Mauseforum immer wieder Diskussionen über die Frage nach dem Mycoplasmenbefall gibt und Du schon lange nach den entsprechenden Veröffentlichungen suchst, damit die dort geäußersten Mutmaßungen mit Fakten unterlegt, bzw. widerlegt werden können. Wenn die TÄ dann nichts vorweisen können, dann merken sie vielleicht von selbst, daß es keine Fakten gibt, die eine Durchseuchung mit Mycoplasmen in der Heimtierhatung belegen.
Falls es wider Erwarten doch Untersuchungen dazu geben sollte, könnte uns diese Info hier auch etwas nützen.
Ich hatte schon öfter die Organe von Mäusen zur pathologischen Untersuchung eingesandt und es wurden auch recht häufig bakterielle Infekte beschrieben mit dem Nachweis von Kokken oder Stäbchenbakterien (allerdings ohne weitere Differenzierung der Erreger). Das waren aber sicher dann keine Mycoplasmen.
Liebe Grüße
Fufu
 
#5
Ich danke dir Fufu, das werde ich machen und bin auf die Antwort gespannt. Die Frage ist nur, ob sie sich tatsächlich die Zeit nehmen möchten, um ihre Aussagen untermauern zu können.

Vielen Dank
 

Nagerchen

Equiden- und Mäuseheim :)
#6
Hej,

ich klink mich hier dann auch noch mal ein... Stand der Dinge ist für mich immer noch, dass Mycoplasmen an der lebenden Maus nicht nachgewiesen werden können, lt. MB, lt. Tierärzten. Ferner gilt angeblich für Ratten eine Quote von ca. 90 % M.-Befall, für Mäuse wird das Gleiche angenommen. Hatte mich da vor einigen Jahren mal mit beschäftigt und auch Quellen im Netz gefunden, hab' ich aber leider nicht mehr vorliegen. Persönliche Erfahrung meinerseits ist jedoch, dass anhand etlicher pahtologisch untersuchter Mäuse ein Befall mit M. nicht nachzuweisen war. Ich muss allerdings ergänzen, dass das Institut in Krefeld, wo die Untersuchung gemacht wurden, eine entsprechende gezielte Untersuchung gar nicht vornehmen kann. Ich hatte es auf dem Untersuchungsformular zwar explizit erwähnt, aber diese Info kam tatsächlich erst nach gezielter Nachfrage meinerseits, weil eine ausdrückliche Erwähnung, ob M. positiv oder negativ auf dem Ergebnisbogen dann fehlte. Es wurde mir aber gesagt, dass auch anhand bestimmter Veränderungen ein M.-Befall angenommen werden kann; solche Veränderungen waren aber bei keiner der von mir zur Untersuchung gegebenen Mäuse erkennbar, auch keine Hinweise auf andere direkte Atemwegserkrankungen, obwohl bei allen typische Symptome eines Atemwegsinfektes vorlagen, Atemwegsgeräusche, Luftnot, schlechter Allgemeinzustand. Es lagen immer andere Krankheiten oder Tumore vor, entweder direkt in der Lunge entstanden oder gestreut. In all diesen Fällen hätte es tatsächlich auch keinerlei Behandlungsmöglichkeiten gegeben. *seufz*
Das ist einerseits frustrierend, hilft aber andererseits auch bei der "Akzeptanz", wenn Antibiotika oder andere Mittel einfach nicht anschlagen. Die diagnostischen Möglichkeiten bei den winzigen Nagern sind einfach allzu eingeschränkt und unbefriedigend... :/

Gerne würde aber auch ich aktuelle Informationen (meine "Forscherphase" liegt mittlerweile schon einige Jahre zurück...) oder Erfahrungen hierzu sehen.
 
#7
Also ich hatte mal eine Maus nach ihrem Ableben auf Mycoplasmen untersuchen lassen. Die TÄ hatte die Lunge eingeschickt und ich - muß noch mal nachsehen - aber ich meine es wurde eine PCR Untersuchung gemacht. (???) War aber negativ.
Da müßte man noch mal recherchieren. *denk*
 
#8
Hallo Leawys,
und erst einmal herzlich willkommen im Forum!

*willkommen*

Mycoplasmen sind Erreger, die v.a. bei Ratten große Probleme bereiten und chronische Atemwegsinfekte verursachen. Wie weit sie unter Mäusen schon verbreitet sind, darüber gibt es im Grunde keinerlei Untersuchungen. Da der Nachweis von Mycoplasmen bei den kleinen Atemwegen der Mäuse sehr schwierig ist, läßt sich ein Befall auch nicht sicher feststellen.

Es ist also zwar nicht ausgeschlossen, daß tatsächlich ein Mycoplasmenbefall bei Deinen Mäusen vorliegt, es kann sich aber auch um irgendwelche anderen Erreger, in der Regel sind es Bakterien, handeln, die bei den Mäusen die Atemwegsinfektionen verursachen.

Letztlich muß man dann pragmatisch vorgehen. Also AB geben bis zur Besserung und im Zweifelsfall bei erneut auftretenden Atemproblemen mit einem weiteren AB behandeln. Atemwegsinfekte können (unabhängig vom Vorliegen der Mycoplasmen) nach AB Gabe ausheilen, sie können wieder auftreten, sie können chronisch werden und sie können zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen. Alles ist möglich. Also ist es beim erstmaligen Auftreten von Atemwegsinfekten geradezu unmöglich zu sagen, wie sich das weiter entwickeln wird.

Ich würde das Niesen der Maus erst einmal beobachten. Wenn wieder verstärkt Atemgeräusche auftreten, könnte man mit einem AB einer anderen Wirkstoffklasse erneut behandeln. Wichtig ist, bei den betroffenen Mäusen auf Zeichen einer erneuten Verschlechterung zu achten, vor allem auf mögliche Zeichen einer Lungenentzündung, weil die für die Maus potentiell lebensbedrohlich ist. Dazu gehören Bewegungsunlust, verminderte Nahrungsaufnahme, Buckelbildung und gesträubtes Fell, kleine Augen, zusammengekniffene Augen, tränende Augen, vermehrtes Auftreten von Atemgeräuschen (Knacken, Zwitschern, Knattern, etc.) und v.a die Zeichen von Atemnot, wie Flankenatmung oder im Extremfall eine Atmung durch das geöffnete Mäulchen. Bei Anzeichen von Atemnot muß die Maus umgehend behandelt werden und zwar noch am gleichen Tag. Wenn nicht anders möglich, muß der tierärztliche Notdienst aufgesucht werden.

Es gibt aber viele Mäuse, denen es trotz etwas Niesen und auch mit einer chronischen Bronchitis lange Zeit gut geht.
Liebe Grüße
Fufu

Edit: Wie lange hat die Maus das AB bekommen und welches AB wurde eingesetzt?
Vielen vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir sehr weiter.
Meiner Tori wurde beim ersten Mal 7 Tage Marbocyl verschrieben. Dann war es nicht besser und sie hat nochmal 7 Tage Marbocyl bekommen. Das war am 06.02. Dann war das Niesen erstmal weg, kam aber wieder und am 04.02 habe ich nochmals für 14 Tage das gleiche AB bekommen. Hilft das?
 
#9
Vielen vielen Dank für deine Antwort. Das hilft mir sehr weiter.
Meiner Tori wurde beim ersten Mal 7 Tage Marbocyl verschrieben. Dann war es nicht besser und sie hat nochmal 7 Tage Marbocyl bekommen. Das war am 06.02. Dann war das Niesen erstmal weg, kam aber wieder und am 04.02 habe ich nochmals für 14 Tage das gleiche AB bekommen. Hilft das?
Edit: 04.03 meinte ich natürlich. Sorry 😅
 
#10
Hallo Leawys,
also ich neige dazu ein AB eher etwas länger zu geben, wenn es eine Wirkung zeigt. Aber jetzt hast Du die Gabe ja schon beendet. Ich würde also erst einmal abwarten, wie sich das Niesen weiter entwickelt. :)

Du kannst übrigens Deine Antwort einfach in das Fenster unter dem letzten Post schreiben. Wenn Du auf "Antwort" klickst, dann wird der letzte Beitrag zitiert, also überflüssigerweise noch mal eingefügt. Das macht aber nur Sinn, wenn man sich auf eine frühere Antwort beziehen will. Wenn man einfach nur auf den letzten Beitrag antworten will, ist das im Grunde nicht nötig und macht das Ganze nur unübersichtlicher. :)
Viele Grüße
Fufu
 
#13
Hallo ich bins wieder,
ich weiß nicht ob das zu meinem ursprünglichen Problem dazu gehört, deshalb schreib ich es mal hier her.
Mir ist jetzt aufgefallen, dass meine niesende Maus an der Schnauze ein kahle Stelle hat. Sie hat nur diese eine Stelle und die anderen Mäuse haben gar nichts. Ich hab mal 2 Fotos angehangen. Sie hat die Stelle schon ein paar Wochen aber ich glaube es wird schlimmer. Weiß jemand was das sein könnte? Ich habe erst gedacht sie wurde dort zu sehr geputzt, aber es geht halt nicht weg. und wenn es doch zu starkes putzen ist, wie unterbinde ich das?
Ansonsten allen noch einen schönen Rest-Sonntag
leawys
 

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#14
Hallo Leawys,
es sieht ein wenig blutig aus, v.a. unter dem Auge. Seitlich an der Schnauze scheint sie 3 rote "Pickelchen" zu haben.
Manchmal werden Mäuse von ihren Mitbewohnern regelrecht "rasiert", aber so sieht das nicht aus. Da hat die rasierte Maus oft richtig runde kahle Stellen im Fell. Die Mäusezähne funktionieren sozusagen wie ein Rasierapparat.
Ich denke eher, daß sich die Maus das selbst durch Kratzen zugefügt hat.
Möglicherweise hat sie an dieser Stelle einen Juckreiz.
Beobachte mal bitte, ob sich die Maus öfter kratzt.
Als erstes würde man vermutlich auf Milben untersuchen bzw. behandeln und sehen, ob es dann besser wird.
Liebe Grüße
Fufu
 
#15
Hallo Fufu,
Ja sie kratzt sich öfter mal. Es war allerdings noch nicht so extrem, dass ich mir sorgen gemacht habe. Dann gehts also doch wieder zum Tierarzt.
Danke für die super schnelle Antwort.
Liebe Grüße
leawys
 
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