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Angstmaus und Mördermaus - komplette Überforderung

#1
Hallo zusammen,

Es ist lange her, dass ich hier zuletzt was geschrieben habe.
Mittlerweile ist mein Rennmausbestand geschrumpft, ich habe nur noch 2 Renner. Getrennt natürlich.

Mo ist 3 Jahre alt und hat panische Angst vor Menschen. Das macht eine normale VG und Beobachten unmöglich, gerade weil es wieder schlimmer geworden ist, seitdem er alleine ist. Ich hab ihn übernommen als er 1 war und mit meinem Charly vergesellschaftet. Ich kann nicht beurteilen, wie glücklich die beiden zusammen waren, ich konnte sie nicht oft sehen. Irgendwann nach 2 Jahren Frieden hat Charly plötzlich Mo gejagt und wurde gebissen, habe getrennt. Wiedervergesellschaftung erfolglos. Mo blieb vorübergehend alleine, Charly bekam einen neuen Partner:
Marius, der ein Jahr alt ist. Er hat sich einige Wochen mit dem 4-jährigen Charly verstanden, es war die große Liebe. Die haben alles zusammen gemacht und sind beide so aufgeblüht, seitdem sie sich das erste Mal am TG gesehen haben. Dann plötzlich lag Charly tot mit Bisswunden drin, das Laufrad ganz blutig. Ich denke nicht, dass er wirklich totgebissen wurde, aber der Stress wird ihm den Rest gegeben haben.

Das Erlebnis hat mich langsam endgültig dahin gebracht, dass ich das in Zukunft nicht mehr will. Ich habe sehr an Charly gehangen und kann jetzt irgendwie gar keine Bindung mehr aufbauen zu den anderen. Ich muss mich irgendwie um sie kümmern, aber es macht mir keine Freude, sondern zieht mich nur runter oder nervt. Das ist weder für mich noch für die Renner optimal. Ich weiß auch nicht mal, ob das überhaupt in Zukunft so weitergehen kann, wenn ich in eineinhalb Jahren ausziehe.
Maximal einer stabilen Gruppe kann ich auf Dauer gerecht werden. Ich muss also eigentlich irgendwie den Ausstieg aus der Rennerhaltung schaffen, oder ein Wunder geschieht und ich komme auf eine stabile Gruppe.
Auf der anderen Seite habe ich Verantwortung und kann die nicht einfach so abschieben. Vermittlung ist nicht so einfach, dass man da jemanden findet. Und womöglich ist der dann genau so überfordert wie ich mit den Mäusen und wird ihnen auch nicht gerecht. Gerade bei Mo, der ist 3 und hat lange gebraucht, hier halbwegs Fuß zu fassen.

Die Optionen sind eigentlich:
Mo alleine behalten
Mo vergesellschaften mit Jungtier
Mo vergesellschaften mit Marius (oder anderer Adultmaus, aber ich hab da gerade eigentlich keine Kapazität dazu)
Mo vermitteln?

Marius könnte zurück zu seiner Besitzerin notfalls.
Ich könnte noch per Etappenmethode eine VG mit Mo probieren. Ich habe aber Angst, dass das wieder blutig endet. Marius hat schon genug Blutbad angerichtet und Mo hat auch Zähne.

Ich habe eben versucht, sie zusammenzuführen, nachdem ich sie einige Wochen am TG hatte. Marius hatte erst Interesse, Mo nur Angst. Die Angst ist immer schlimmer geworden. Die letzten Tage hat er nur zitternd in der Spalte zwischen Weidenbrücke und Gehegerückwand verbracht, wenn ich da war. Er tut mir so Leid, das ist auch kein Leben. Ich kann da nur leider wenig machen, außer mich fern halten. Dann kommt er auch mal raus.
Ich dachte mit Partner wird er wieder sicherer, das wäre die einzige Hoffnung gewesen. Er ist auch mal kurz rausgekommen, aber es gab dann trotzdem eine Beißerei. Marius verletzt. Eingreifen ging schlecht, musste erst freiräumen. Ohne Unterschlüpfe wäre Mo noch ängstlicher. Ich kann auch nicht die ganze Zeit daneben stehen sondern musste mich unauffällig machen.
Marius bedrängt Mo wohl entweder zu sehr, weil er sich langeweilt und einsam ist oder Mo ist so verstört, dass er mit anderen Mäusen überfordert ist und einfach Ruhe will.

Es geht hier eigentlich vor allem um Mo. Ist er gestört genug, dass ich aufgeben sollte, ihn in das Leben einer normalen Maus zu pressen? Ist es in dem Fall besser für ihn, wenn er einfach alleine bleibt? Er ist 3, vielleicht hat er auch noch irgendeine unsichtbare Krankheit, die dazu geführt hat, dass Charly ihn nach 2 Jahren Frieden verjagt hat?
Es erscheint mir noch zu egoistisch, Mo aufzugeben, da ein Mäuseleben allein - wie ich finde - wenig Sinn macht. Man kann ihm ja nicht mal Auslauf geben. Jedoch ist es mir auch zu riskant, noch weitere Mäuse ins sinkende Schiff zu holen. Ich selber zerstöre mir auch die Zukunft, wenn das so weiter geht. Vielleicht bin ich wirklich zu selbstaufopferungsvoll, wenn ich zögere, ein Mauseleben aufzugeben, um mein eigenes zu "retten".


Marius könnte ich dann auch behalten und vergesellschaften. Mit einer anderen armen Maus oder so. Oder ich vermittle ihn. Ich ahne aber, dass niemand hier mehr so bekloppt ist wie ich und eine Mördermaus aufnimmt. Eigentlich war es ja ein "Unfall", wenn man es so sieht. Aber er hat davor seinem 1. Partner auch bleibende Schäden zugefügt. Ihn würde ich aber nicht aufgeben. Ich weiß nicht, ob ich mich in der Lage sehe, ihn professionell zu vergesellschaften. Immerhin hat er keine Angst vor mir und erscheint sehr sozial und toll, wenn man von den 2 heftigen Beißereien absieht.
Mann, ich war drauf und dran, die Mäuse irgendwo hinzugeben, weil ich es nicht mehr schaffe. Und dann tu ich es doch nicht.
Die Frage ist, geht's mir überhaupt damit besser, dass ich Marius abgebe oder macht es das nicht noch schlimmer? Wenn ich mit Marius eine stabile Gruppe bilden kann, dann geht das. Dann kann ich später immer noch sehen, wie ich den Ausstieg schaffe. Oder es werden wieder mehr Gruppen...
Es ist eine endlose Denkerei. Ich lasse es am besten einfach laufen, wenn er woanders ein tolles Zuhause findet, ist das gut und ich habe ein Problem weniger; Wenn nicht, dann behalte ich ihn und mach das beste draus. Vielleicht kann ich einer stabilen Gruppe dann auch wieder Liebe entgegenbringen und Spaß mit denen haben. Ansonsten findet sich für eine stabile junge Gruppe bestimmt auch irgendwann jemand.


So, wenn sich jemand diesen Mäusekrimi durchgelesen hat, bitte bestärkt mich mal irgendwo drin. Und wenn nicht, dann hat mir das Schreiben auch schon weitergeholfen.
Etappenmethode mit total verstörter Angstmaus und kontaktfreudiger Mördermaus ist wohl nicht so die zuverlässigste Option? Sollte man lieber nicht noch riskieren, oder?
 

Cola

im Selbstgespräch
#2
Hey,

Ganz spontan ist mir für Mo jetzt eine ruhige, ältere Maus in den Sinn gekommen, die ihm Halt gibt. Ein Jungtier würde wahrscheinlich schnell gehen, aber das kleine wird von ihm dann eher "verzogen", wenn du weißt was ich meine.

Marius würde ich nicht als Mörder abstempeln. Ich hatte zwar schon durchaus Renner, die wirklich sehr aggressiv gegenüber anderen waren, auch umgebracht haben, aber bis auf einen (!!) Fall hat jeder SEINEN Partner gefunden. Manchmal stimmt irgendwas im zwischenmäuslichen BEreich nicht, einer tritt dem anderen im falschen Moment auf den Fuß, und schon endets in einer Beißerei.
Gerade hab ich auch Edi da, kastriert, der jetzt plötzlich mit unkastrierten besser kann als mit Mädels. Bzw, bei genau diesen Mäusen war/ists jetzt halt so.
Das wäre natürlich auch noch was für Marius, Kastra. Birgt ein gewisses Risiko, ja, aber wenn er dadurch eine größere Partnerauswahl hat und vlt ein Mädchen findet?

Woher kommst du denn? Wahrscheinlich nicht aus dem Süden, wenn Doch, könnte ich evtl auch bisschen aushelfen. Oder es meldet sich noch jemand, der vlt die Passende Maus bei dir in der Nähe hat?

Kopf hoch!
Cola
 
#3
Vielleicht würde es was bringen, Marius kastrieren zu lassen (er ist noch jung genug) und dann könnte man versuchen ihn mit Mo zu vergesellschaften. (Aber vorsichtig und nicht alleine lassen die Beiden)

Ich habe auch einen männlichen Renner kastrieren lassen, das Restrisiko ist zwar da, aber meine Farbmäuse (noch viel kleiner) lasse ich ja auch kastrieren. Seit der Kastra ist der Renner eine lammfromme Maus.

Wenn die Tiere anfangen sich gegenseitig zu jagen, sieht man das eigentlich (aus meiner bisherigen Erfahrung) schon lange bevor sie sich totbeißen. Aber keiner steckt in seiner Maus.

Für Mo ist alleine bleiben schon keine Option, weil er auch zu dir keine gute Bindung hat, sondern nur Angst vor Menschen.

Wenn dich das alles nervlich zu sehr runter zieht und belastet, wäre es vielleicht eine Option, lieber für beide ein neues Zuhause zu finden.
 
#4
Hallo Cola und Hugo,
Danke dass ihr so schnell geantwortet habt.
Kastra sehe ich gerade skeptisch, weil man da die Maus ja gegen ihren Willen "verändert". Würde ich nur machen, wenns nicht anders geht, und ich denke Marius hat noch gute VG-/Vermittlungschancen.
Ich hab jetzt auch ein bisschen überreagiert, natürlich sehe ich Marius immer noch als Marius und nicht als Mördermaus ;)

Ich werde mich also auf die Suche nach einer eher ruhigeren älteren Maus für Mo machen. Auf den Charakter habe ich tatsächlich nie wirklich geachtet bei VGs, da die Auswahl nicht so groß war und ich meinte, das kann man nicht richtig einschätzen, sondern muss man probieren. Aber das ist ein guter Ansatz, danke!

Ich komme aus Sachsen, wenn jemand ganz erfahrenes Mo aufnehmen und vergesellschaften würde, wäre eine Überregionale Vermittlung bestimmt auch möglich. Ansonsten würde ich Marius vermitteln und Mo in seiner gewohnten Umgebung lassen.
Er hat sich jetzt auch wieder beruhigt, seitdem er alleine im Gehege ist und schläft sogar offen.
Das Problem bei der VG war ja, dass Mo einfach nicht konnte. Ich bin schon mit einem schlechten Gefühl rangegangen, so "wenn ich es jetzt nicht tue, dann muss ich es die nächsten Tage machen". Wenn ich nächstes Mal mehr Rücksicht auf Mo nehme klappt es vielleicht sogar.
Womöglich hätten er und Marius sich auch in einer anderen Situation besser verstanden...
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#5
Ach mensch, das tut mir leid mit Charly.

Bei Marius fällt mir spontan auch eine Kastration ein. Ich habe das bisher nur einmal gemacht und würde das grundsätzlich auch als eine der letzten Möglichkeiten, weil eine solche OP natürlich ein Risiko bedeutet. Und es muss auch nicht dazu führen, dass es danach funktioniert. Bei Kolle habe ich es aber letztes Jahr gemacht, er hatte 4 gescheiterte VG-Versuche hinter sich, davon sogar eine externe von einer anderen Person. Aber mit zwei Jahren wollte ich ihn nicht alleine lassen und mit Lia hat die VG super funktionert - ich habe den Eindruck, dass er ein Weibchen nicht als Konkurrenz erlebt.
Und wenn Lia heiß ist, haben die beiden manchmal noch richtig Spass - das hat er also nicht vergessen.;)

Die Kastra hat er gut überstanden, die TA ist allerdings auch wirklich top! Allerdings hat er ordentlich zugelegt im Zuge der Hormonumstellung, der Schlankste war er aber auch vorher nicht.
Und das mit dem "gegen den Mausewillen" finde ich insofern vernachlässigbar, dass wir die Tiere ja auch nicht fragen, ob sie in Gefangenschaft und in natürlicher Umgebung nicht vorkommender gleichgeschlechtlichen Paarung leben wollen. Aber natürlich sollte jede OP gut überlegt sein

Marius ist mit einem Jahr wirklich noch jung, die OP wird er bei einem erfahrenen TA vermutlich gut überstehen - auch wenn es natürlich trotzdem schiefgehen kann.
Bei Mo bin ich mir nicht sicher ... auf jeden Fall wird ihn ein Umzug und die Gewöhnung an eine neue Umgebung vermutlich noch mehr als andere Mäuse stressen, wenn er so ängstlich ist. Andererseits bringt ein Ortswechsel manchmal auch eine positive Veränderung mit sich und alleine bleiben sollte er nicht, das sehe ich wie ihr.

Wichtig ist auch, was du dir momentan zutraust ... und ob du zur Zeit wirklich die Ruhe und Zeit hast, eine neue VG zu starten. Ich hatte vorletztes Jahr eine wirklich anstrengende Zeit, gefühlt eine VG nach der anderen und zwei Sterbefälle. Danach habe ich beschlossen, langfristig nur noch ein Duo zu haben und das war eine gute Entscheidung, die ich umsetzen konnte, als ich für Gustav ein gutes Zuhause gefunden und Django sich kurz danach aus der Welt verabschiedet hatte.
 
Last edited:
#6
Danke Nonin. Schön mal wieder von dir zu hören=)
Ich denke langsam wirklich über eine Kastra nach, allerdings nur, wenn die Vorbesitzerin von Marius damit einverstanden ist. Meine Eltern waren gestern auch sehr kritisch, muss ich mal sehen wie das wird. Unser TA scheint kompetent zu sein und kastriert soweit ich weiß immer mal Farbis. Ich mach mich auf jeden Fall schlau davor und lass nicht einfach so eine Maus kastrieren, weil es am einfachsten scheint.
Scheint aber echt eine Option zu sein. Vielleicht sind die Vermittlungs-/VG-Chancen für Marius doch nicht so gut.
Ihr konntet also wirklich beobachten, das durch eine Kastra der Charakter der Maus anders wird, dass sie ruhiger und friedlicher wird? Dann könnte das ja tatsächlich gut laufen, dass Marius sein Problem dadurch los wird und nicht als Solomaus endet.

Mo würde ich jetzt also behalten und entweder Marius vermitteln und eine ruhigere ältere Maus aufnehmen, oder ich versuche eine 2. VG mit einem kastrierten Marius.
Dann komme ich ja auf eine Gruppe, wenn es klappt.

Achja Nonin, das hab ich irgendwie gar nicht in Erinnerung, dachte du hast immer noch 2 Gruppen. Ich war immer ein bisschen neidisch auf die, die mehrere Gruppen haben. Jetzt finde ich es aber einfach schön, nur noch eine zu halten, auf die man sich dann voll und ganz konzentriert. Schön dass du die anstrengende Zeit überstanden hast, du tatest mir damals auch Leid mit den tausend VGs und so...
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#7
Ja, mein zweiter Eigenbau steht auch immer noch auf dem Dachboden - ich habe ihn inseriert, aber bisher hat sich niemand gemeldet. Mit einem Duo ist es klarerweise entspannter und vorletztes Jahr kam einfach viel gleichzeitig zusammen, weil ich ja meist Senioren hatte und die verabschieden sich nun mal irgendwann. Aber manchmal fehlt mir auch das Doppelgewusel und die Möglichkeit, mehrere mausige Persönlichkeiten zu erleben. :)

Ich kann nur von mir sprechen und wie meine TA sehr weise sagte: "Man schneidet mit den Hoden ja nicht den Charakter der Maus ab". Womit ich sagen will: Kolle ist immer noch Kolle und es kann sein, dass er einem gleichgeschlechtlichen Partner gegenüber wieder genauso schwierig wäre. Aber eine Kastra birgt eben die Möglichkeit einer Partnerschaft mit einem Weibchen.
Lia hat eindeutig die Hosen an, obwohl sie mit rund 70 g etwa zwei Drittel Kolle wiegt. Aber er lässt sich von ihr auch nicht alles gefallen.

Ich habe auch schon gelesen, dass VGs zwischen Weibchen und Kastraten nicht den gewünschten Erfolg bringen. Man sollte es also als Chance für Marius betrachten, nicht mehr und nicht weniger.
Ein guter TA ist schonmal sehr gut!

Ich hab nochmal rumgekramt, hier ist der Link zu meiner Kastradisskussion wegen Kolle, ab Seite vier - vielleicht hilft dir das weiter mit der Entscheidung...

https://forum.mausebande.com/index.php?threads/vg-kolle-fleck.41500/page-4

Mir ist auch nochmal durch den Kopf gegangen ... der arme kleine Mo, was der in seinem kleinen Mauseleben wohl schon erlebt haben mag. :confused:
 
#8
Hallo, es gibt Neuigkeiten und ich brauche wieder mal euren Rat.

Mo ist heute gestorben. Sein Auge ist rausgequollen, schätze ein Tumor. Es war schrecklich anzusehen und es tut mir so leid für ihn. Ich hatte jedoch keine Gelegenheit, ihm irgendwie zu helfen, da ich das erst heute früh gesehen habe. Wäre heute Nachmittag zum TA gegangen, aber da hatte er es schon geschafft. Ist echt blöd, wenn die Maus so viel Angst vor einem hat, dass Gesundheitskontrolle mit so viel Stress verbunden wäre, dass man es lieber lässt.

@nonin
Mo ist übrigens in einer Auffangstation aufgewachsen, also er hat immerhin immer verantwortungsvolle Menschen gehabt. Seine Krankheit war dann bestimmt der Auslöser für den Streit mit Charly damals. Schade, dass ich das nicht vorhersagen konnte, sonst hätte ich ihn in Ruhe gelassen...


Nun hätte ich aber wenigstens die Chance, Marius ein gutes Mäuseleben zu bieten.
Ich hatte schon einen Partner für Mo organisiert, den ich am Samstag geholt hätte: Karli von SuiTo, ca 2 Jahre alt. Hatte auch schonmal Streit mit Papa und ist seit Monaten alleine. Was meint ihr, Kann man das probieren? Marius und Karli?

Nochmal zur Erinnerung: Marius hat zu Charlys Tod beigetragen und davor seinen Bruder so zerbissen, dass der jetzt Probleme mit der Pfote hat. Wäre blöd, wenn Karli genauso endet.
Zu seinem Verhalten, ich habe ihn nur als sehr soziale und aufgeschlossene Maus erlebt. Es sah so aus, als hätte er meinen Charly resozialisiert bei der Zusammenführung. Beide sind aufgeblüht in gegenseitiger Nähe. Ich konnte keinen Streit oder irgendwas beobachten, keine Unterdrückung. Das war das, was ich als optimale Mäusebeziehung interpretiert hätte. Vielleicht liege ich da falsch, denn sowas hält bei mir immer nur kurze Zeit und endet blutig. Aber die paar Wochen war es super, bis zu Charlys Tod.
Marius war nach der Tat anders drauf als in Gesellschaft. Verstört und einsam würde ich sagen.
Wie ich ihn so erlebt habe, kann ich mir absolut nicht vorstellen, was in dieser Maus vorging, als er die anderen gebissen hat. Ich kann ihn mir gar nicht als "Mördermaus" vorstellen und das macht ihn halt irgendwie unberechenbar. Stelle mir das so vor, dass er irgendeinen Ausraster hat und eskaliert. Sonst ist er ja nicht aggressiv oder so. Habt ihr sowas schonmal erlebt bei Mäusen?
 

Cola

im Selbstgespräch
#9
Ich würds machen.ppe
Allein aus dem Grund raus, weil die Renner auf andere Renner so unterschiedlich reagieren können. Beim einen springt er gleich an die kehle, vom anderen lässt er sich unterdrücken. Und ich zumindest kann das dann erst wirklich sehen, wenn sie zusammenn sind. Da kann man vorher noch so viele Überlegungen anstellen.

Ich hab hier einen, den Edi, der ab und zu auch ausrastet. Warum auch immer. Aber allein geht nicht, und trauern tut er dann immer wenn er allein ist. Mittlerweile ist er in einer Dreiergruppe (!!) mit Männchen (Er ist kastriert worden deswegen, und hatte dann immer Mädels) und das tut ihm sehr gut. ich weiß nicht, wie lange es gut geht, aber im Moment ist es echt das beste für ihn. So kanns also auch kommen - das, was man nie für möglich gehalten hat.
Renner kann man nicht studieren. Dafür ist deren Sozilverhalten und deren Persönlichkeiten einfach zu komplex
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#10
Das mit Mo tut mir leid. Ich hatte schon zweimal Renner und ein Kaninchen mit Tumoren im Kopf, da ist auch das Auge mit der Zeit immer stärker rausgequollen. Das sieht fies aus und tut am Ende vermutlich auch weh. Da ich die Tiere aber gut beobachten konnte, hatte ich das im Blick und habe sie einschläfern lassen, wenn ich den Eindruck hatte, dass der Schmerz bzw. die Beinträchtigung in keinem Verhältnis mehr zur Lebensqualität steht.
Das ist bei einer Maus wie Mo natürlich schwer möglich.

Zu deiner Frage: Mäuse sind eben auch sehr individuelle Wesen ... man kann bei jedem einzelnen Tier nur durch Beobachtung versuchen, ihre "Sprache" zu lesen. Aber da wir Menschen sind und nicht 24 Stunden vor dem Stall sitzen, läuft viel Interaktion ohne uns und wir können sie auch nur bedingt "verstehen".

Ich würde ruhig einen Versuch mit Marius und Karli machen, Karli dürfte mit seinen zwei Jahren "fertig" sozialisiert sein, das ist gut.
Aber es wäre am besten, wenn du bei der ersten Begegnung jemanden mit Mauserfahrung dabei hast. Könntest du das beispielsweise mit SuiTo zusammen machen?
Es ist selten, dass Mäuse gleich bei der ersten Begegnung direkt aufeinander losgehen ... aber sogar das habe ich zweimal erlebt.
Insofern sind 4 Hände einfach gut und es geht ja auch darum, dass zwei Leute mehr sehen und unterschiedlich interpretieren - das kann hilfreich sein.
Und ganz wichtig ist bei einem Kandidaten wie Marius natürlich auch, dass du auch nach augenscheinlich gelungener VG sehr wachsam bleibst.
 
#11
Ich kann leider nicht dabei sein, das ist zeitlich und von der Entfernung einfach schwer realisierbar.
Zumal ich mit Rennerns auch noch nicht so viel Erfahrung gemacht habe. Charlyin scheint da schon deutlich mehr VG gemacht zu haben als ich.
 

trulla

Krabbeltier
Staff member
#12
Hallo Charlyin,

es tut mir leid, dass dein kleiner Mo verstorben ist :(
Zu deiner Frage: Wenn ich ehrlich sein soll, dann bin ich etwas skeptisch. Es spricht alles dafür, dass es keine einfache Vergesellschaftung werden wird. Grundsätzlich denke ich schon, dass man den beiden eine Chance geben könnte. Doch ich Frage mich - und du solltest dich das in einer ruhigen Minute auch ganz ehrlich fragen - ob du dir das wirklich zutraust. Deine Überschrift heißt ja schon "komplette Überforderung" und ich erinnere mich auch noch sehr deutlich an die wirklich langwierige und schwierige Zeit mit Yin und Kyle... Ich weiß nicht ob ich dir wirklich dazu raten kann es zu versuchen...
Wichtig fände ich, dass du dir einen richtigen VG-Plan machst. Es ist natürlich klar, dass man flexibel in einer Vergesellschaftung reagieren können muss, aber zumindest fänd ich es sinnvoll, dass du dir vorher Gedanken über deine Zeitpläne machst (z. B. wir oft könntest du sie zusammensetzen) und dir schonmal verschiedene Varianten zurecht legst (wo möchtest du eine erste Begnung versuchen, welche anderen Möglichkeiten gibt es wenn der ausgesuchte Ort für die beiden nicht passt, wie reagieren, wenn die beiden sich knäulen/beißen etc.). Ich denke das würde dir selbst auch etwas Sicherheit geben.
Wenn du doch das Gefühl hast, dass du zu unsicher bist und/oder zu viel Angst hast, dann würde ich dir dazu raten es sein zu lassen bzw. die VG von jemand anderen durchführen zu lassen (wenn möglich). Das kann sich auch auf die Mäuse übertragen und alles wesentlich schwieriger machen.
Auf jeden Fall bitte nichts überstürzen, sondern in Ruhe alle Möglichkeiten abwägen. Nimm dir etwas Zeit, dich hetzt keiner.

Viele Grüße und alles Gute
trulla
 

nonin

Mäusesenioren-Liebhaberin
Staff member
#13
Trulla, du hast echt ein Elefantengedächtnis - oder bist besser mit der Suchfunktion vertraut ;)... was ganz sicher der Fall ist.
Stimmt, ich habs nicht mehr zusammengekriegt, aber es gab diese schwierige Zeit mit Yin und Kyle. Und daher kann ich deine Skepsis nachvollziehen.

Charlyin, was denkst du dazu? Gibt es jemanden mit viel Erfahrung, der dich unterstützen könnte oder die VG ganz übernehmen?
 

Maja2013

Active member
#14
Hallo!
Schön, dass du dich mal wieder meldest! :D
Du hast mit deinen Mäuschen ja nun auch schon einiges durchmachen müssen...
Bin da auch eher Trullas Meinung. Du musst dir einfach selbst überlegen, ob du dir das noch "antun" möchtest. Ich hab es in den letzten Monaten selbst erlebt: Irgendwann zweifelt man einfach daran, ob man es so wirklich richtig macht und wird selber total ängstlich. Ich war wirklich froh, als ich meine letzte VG an Cola "abgeben" konnte und ein stabiles Duo zurückbekam. Eine andere Person hat da dann auch nochmal einen distanzierteren Blick auf die Sache und ist nicht so emotional. Es gibt ja einige Pflegestellen, die einen VG-Service übernehmen und können dann ja auch ein eigenes Tier vermitteln. Quasi eine win-win-Situation...
Aber im Endeffekt ist es natürlich deine Entscheidung ;)
LG!
 
#15
Hallo,
Danke für die Antworten.
Karli ist gestern eingezogen, ich bin jetzt schon verliebt =)

Marius war erst ein bisschen aufgedreht, sah fast ein bisschen aggressiv aus. Er hat am Gitter gekratzt, Karli hat sich erschrocken und das Gitterkratzen dann auch nachgemacht.
Beide wollen jedenfalls auf die andere Seite, ob jetzt zum Kuscheln oder Kämpfen weiß ich nicht. Karli ist ein ganz Lieber und Ruhiger und sah anfangs eher verängstigt aus. Aber auch interessiert. Sie haben sich schon paarmal durchs Gitter beschnüffelt und nicht irgendwie verletzt.

Heute früh konnte ich sogar beobachten, wie sie sich die Näschen putzen durchs Gitter.
Ich vermute also, dass sie sich mit der Zeit beruhigen und anfreunden werden. Gestern war es ja recht stressig für beide, alles ganz neu und dann noch die weite Reise für Karli. Beide sind ja auch länger alleine gewesen. Es war hier aber keine "Liebe auf den ersten Blick".
Jetzt mampfen sie aber beide friedlich Frischfutter nebeneinander, nur mit Gitter dazwischen. Könnte schon was werden.

Ich kann ja demnächst mal einen Seitentausch oder Sandbadtausch machen und beobachten. Ich werde es auf jeden Fall langsam angehen. 2-3 Wochen hätte ich eingeplant bis zu Zusammenführung. Dafür haben es beide gemütlich: 60x65, Laufrad, Sandbad, Etage, Verstecke... Marius hat sich beruhigt, nachdem ich ihm noch eine Korkröhre dazugegeben habe. Was haltet ihr davon? Ich möchte bei der VG mal mehr auf mein Gefühl als auf irgendwelche Regeln und Standards achten.

Was mir auffällt, Karli ist relativ aufgeplüscht und ungeschickt, errinnert mich total an meine allererste Rennmaus Babbel, von Farbe und Charakter =)
Marius ist jetzt irgendwie auch dick und plüschig. Ich denke aber nicht, dass das irgendeine Krankheit ist. Eher so eine Art neues Lebensgefühl oder Partnerlook. Sind sonst aktiv und rennen auch Laufrad.


An sich fände ich das auch eine gute Idee, jemand anderem die VG zu überlassen, wenn man dem wirklich vertrauen kann. Nur sind wir hier in Sachsen sehr abgelegen. Ich traue es mir mittlerweile zu, ich habe genug Ausstattung und fast 7 Jahre Rennererfahrung. Die Renner machen einen guten Eindruck, Karli bringt Ruhe rein. Die "komplette Überforderung" bezog sich mehr auf Mo, ich dachte damals ja, ich müsste Marius abgeben weil ich keine 2 Gruppen mehr halten kann. Jetzt ist die Situation wieder eine andere und ich bin jetzt auch sicherer in Sachen Rennerzukunft.
Aber ich bin trotzdem sehr dankbar für Unterstützung hier im Forum und werde das nutzen.
Werde nochmal berichten, wie es weitergeht.

LG Melanie
 
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